Neuheimer Finanzchef ist aktuell froh über ein Polster für die Zukunft

Die Rechnung 2019 schliesst erneut besser als budgetiert ab, kann aber nicht ganz mit den Rekordzahlen der Vorjahre mithalten.

Laura Sibold
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Auch weil Investitionen nicht getätigt wurden, resultiert in der Rechnung der Gemeinde Neuheim ein Plus.

Auch weil Investitionen nicht getätigt wurden, resultiert in der Rechnung der Gemeinde Neuheim ein Plus.

Bild: Maria Schmid (Neuheim, 14. April 2020)

Auf die fetten Jahre folgen bekanntlich magere. In Neuheim ist dem jedoch nicht so: Nachdem die letzten beiden Rechnungen mit je rund 1,8 Millionen Franken Ertragsüberschuss Rekorde geknackt hatten, bilanziert die Rechnung 2019 der Berggemeinde ein weiteres gutes Jahr. Statt einem budgetierten Aufwandüberschuss von rund 250000 Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von 1,5 Millionen Franken. Bei einem Gesamtertrag von rund 13,7 Millionen Franken und einem Aufwand von 12,2 Millionen Franken schliesst die Rechnung um rund 1,75 Millionen Franken besser ab als budgetiert.

Finanzchef Marcel Güttinger zeigt sich zufrieden. «Unsere Gemeinde steht finanziell nach wie vor sehr solide da. Das Plus von 1,5 Millionen Franken ist zwar kein Rekordergebnis. Doch gerade in der aktuell herausfordernden Lage mit dem Coronavirus sind wir froh, ein Polster zu haben.»

Höhere Steuererträge und tieferer Sachaufwand

Das positive Ergebnis sei primär auf einen sorgfältigen Umgang mit den finanziellen Ressourcen sowie auf den Steuerertrag von 5,4 Millionen Franken zurückzuführen, so Güttinger. Bei den Steuereinnahmen wurde das Budget um rund 629000 Franken deutlich übertroffen, was auf Einnahmen bei den natürlichen Personen wegen Steuererträgen aus Vorjahren zurückzuführen ist. Dazu fielen die Grundstückgewinnsteuern erneut höher aus.

Auf der Kostenseite wirkte sich der Sachaufwand aufwandsmindernd aus: Er ist um 331100 Franken tiefer als budgetiert, wobei bei fast allen Positionen der budgetierte Betrag unterschritten wurde. Man habe von besseren Offerten profitiert und auf kleinere Sanierungen beim baulichen und betrieblichen Unterhalt verzichtet, respektive diese in die Rechnung 2020 verschoben, erklärt der Finanzchef.

Der Personalaufwand wird hoch bleiben

Ebenfalls zum positiven Ergebnis tragen nicht getätigte Investitionen bei; wie die nicht erforderliche Asylunterkunft, die Sanierung des Mehrzweckgebäudes Neuhof oder die Sanierung des Gemeindehauses. Die Investitionen schlagen um 2,9 Millionen Franken tiefer als budgetiert zu Buche. Des Weiteren sind die Abschreibungen um 452900 Franken tiefer als budgetiert; einerseits aufgrund der zusätzlichen Abschreibungen in den Jahren 2016 bis 2018 und andererseits wegen der geringeren Investitionskosten im 2019. Güttinger freut sich:

«Dank der guten Liquiditätslage mussten weder für den Verwaltungsbetrieb noch für die getätigten Investitionen fremde Mittel aufgenommen werden.»

Das Resultat der Rechnung 2019 wurde erzielt bei einem Steuerfuss von 65 Prozent zuzüglich eines Steuerrabattes von 4 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr stieg dafür der Personalaufwand um 107700 Franken. Das liegt einerseits an höheren Lohnkosten für das Lehrerpersonal, aber auch am Wirrwarr in der Bauabteilung. Die neue Abteilungsleiterin warf nach wenigen Monaten das Handtuch, wodurch die Gemeinde Abgänge mit teureren Temporärkräften abfangen musste. Der Personalaufwand wird wohl auch in Zukunft höher bleiben, da die öffentliche Hand für Verfahren wegen Bautätigkeiten ohne vorliegende Baubewilligung aufkommen muss.