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Neunteilige Suite für die
Kantonsschule Wohlen

Der Schlagzeuglehrer Stephan Diethelm aus Muri komponierte das Werk «Atmosphären III» für 120 mitwirkende Musikschüler und -lehrer. Anlässlich der alljährlichen Serenade wird die Musikcollage am dritten Juni uraufgeführt.
Cornelia Bisch
Stephan Diethelm komponierte das Werk «Atmosphären III», welches im Rondell der Kantonsschule Wohlen uraufgeführt wird. Zuger Zeitung/Stefan Kaiser

Stephan Diethelm komponierte das Werk «Atmosphären III», welches im Rondell der Kantonsschule Wohlen uraufgeführt wird. Zuger Zeitung/Stefan Kaiser

Ein Jahr lang arbeitete der Musiker Stephan Diethelm an der Vollendung seines dreiteiligen Werkes «Atmosphären». «Mit dem dritten Teil ist dieser Zyklus nun abgeschlossen», stellt er klar. «Ich werde vielleicht wieder einmal etwas für die Musikschüler der Kantonsschule komponieren, aber dann wird es etwas ganz Neues sein.» Die dreiteilige Komposition hat er den jeweils zirka 120 mitwirkenden Schülern und Lehrern quasi auf den Leib geschrieben. Und immer hatte dies mit Jubiläen des Kantiforums zu tun, das jedes Jahr für Schüler, Lehrer und Eltern ein Kulturprogramm zusammenstellt. 1998 entstand der erste Teil anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums, 10 Jahre später der zweite und nun der dritte Teil. Mit diesem verbindet ihn auch ein persönliches Jubiläum: Diethelm unterrichtet seit 30 Jahren im Kanton Aargau, davon 25 an der Kantonsschule Wohlen.

«Es ist ein Vorteil, wenn man für Musiker komponiert, die man gut kennt», erklärt Diethelm. «Man kann ihre besonderen Fähigkeiten berücksichtigen.» So integrierte er beispielsweise kurze Karate-Vorführungen der beiden Schüler Léane Suter und Lukas Brändli. «Léane Suter ist eine der besten Karatesportlerinnen der Schweiz», erzählt er. Ihre Katafiguren, Kampfhandlungen gegen imaginäre Gegner, sähen für ihn aus wie ein Tanz, der sehr gut zu den Intermezzi zwischen den Sätzen seiner neunteiligen Suite passten. Musikalisch begleitet werden die beiden Sportler von Rezitals des Gesangslehrers Stefan Vock.

Wandelnde Sänger und Handyklänge

«Die musikalische Idee von Atmosphären III ist ein grosser Aufbau vom Posaunensolo zum verdichteten Finale mit Chor und Orchester», führt Diethelm aus. Visualisiert wird dies durch die steigende Anzahl Musiker auf der Bühne. Dem Solo folgt ein Piano-Duo, dann ein Blockflöten- und Piano-Trio, ein Streichquartett und ein Bläserquintett. Unterbrochen wird die Abfolge der Sätze durch die erwähnten Intermezzi. Das Vokalensemble der Kanti bestreitet das Sextett mit einer ganz besonderen, sechsstimmigen Komposition. «Die Sänger werden in den Gängen und auf den Treppen umherwandern, begleitet von den elektronischen Klängen ihrer Handys», erklärt der Musiker.

Vor allem bei diesem, etwas experimentellen Teil, aber auch bei den sanften solistischen Intermezzi spielt ihm die spezielle Architektur des Schulhauses in die Hände, die bereichsweise vom renommierten Architekten Santiago Calatrava entworfen wurde. Das Konzert findet im Rondell statt, dem gerundeten Innenhof des Hauptgebäudes. «Die Sänger des Vokalensembles können sich gut im Treppenhaus und in den Gängen verteilen und sind trotzdem noch vom Publikum hör- und sichtbar», so Diethelm. Auch der Solist braucht dank der speziellen Akustik des offenen Raums keinerlei Verstärkung.

Piktogramme als visuelle Begleitelemente

In Zusammenarbeit mit der Fachrichtung Bildnerisches Gestalten entstand ein grosses Festplakat mit Piktogrammen. «Die selben Symbole werden während der Konzerte in animierter Form an die Wände gebeamt. So entsteht neben der kompositorischen auch eine visuelle Verdichtung.»

Das Werk sei ein typischer Diethelm-Stil-Mix, stellt der Komponist lachend fest, denn er verbindet Elemente des Jazz mit Klassik und experimentellen Sequenzen. «Musik aus unserer Zeit», nennt er sie. «Ich bin offen gegenüber allen Stilrichtungen, sofern die Musik gehaltvoll, tief und wahrhaftig ist, also nicht der blossen Unterhaltung dient, sondern Emotionen auslöst. Das kann auch bedeuten, dass sich die Zuhörer aufregen.»

Von den Schülern hat er bereits einige positive Rückmeldungen erhalten. «Das freut mich sehr. Eine Uraufführung ist ja immer auch ein Risiko, das alle Teilnehmer mittragen.» Projekte wie dieses, ausserhalb des festgelegten Lehrplans, sind für Stephan Diethelm Teil eines guten Unterrichtskonzepts. «Solche Veranstaltungen dringen nach aussen, während der reguläre Unterricht mehr im Verborgenen stattfindet.» Und es ist ein schöner Moment für ihn persönlich: «Ich kann zeigen, dass ich etwas Neues, Innovatives schaffen kann.»

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