Leserbrief

Nicht mehr als eine Übergangslösung

Zur Diskussion über die Busverbindungen zwischen Walchwil und Zug

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Die Verkehrskommission (VK) ist eine Kommission des Quartiervereins Nachbarschaft Oberwil-Gimenen (NOG). Die VK beschäftigt sich seit vielen Jahren unter anderem mit Fragen der Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr (ÖV).

Bekanntlich soll die Erreichbarkeit der Quartiere im Süden von Oberwil ab Fahrplanwechsel im Dezember 2020 massiv verschlechtert werden. Aktuell besteht die Möglichkeit, alle 30 Minuten mit dem Bus aus dem Süden von Oberwil (und somit auch aus Walchwil) direkt bis zum Bahnhof von Zug zu gelangen. Die VK hat sich in den vergangenen Wochen mit dem Thema befasst. Wir haben den Stadtrat gebeten, sich dafür einzusetzen, dass die Quartiere im Süden unseres Dorfes, weiterhin gut per ÖV erreichbar sind. Es ist uns wichtig, dass diese Quartiere weiterhin vom Halbstundentakt des ÖV profitieren können.

Nun hat sich in der vergangenen Woche der Gemeinderat von Walchwil mit einer Variante zu Wort gemeldet, die unserer Forderung widerspricht. Die Walchwiler sind für einen Fahrplan, der dazu führt, dass der Bus nur noch einmal pro Stunde unterwegs ist. Mit der vorgeschlagenen Variante sollen auch die Quartiere im oberen Dorfteil von Walchwil direkt erschlossen werden. Es wird in Walchwil kein Ortsbus mehr unterwegs sein, dessen Kosten die Gemeinde Walchwil selbst tragen muss. Es ist der Verkehrskommission nun wichtig, auf die Nachteile dieser Variante hinzuweisen: Der Halbstundentakt wäre damit definitiv vom Tisch. Die VK bittet den Stadtrat, sich für die von uns favorisierte Variante mit dem Halbstundentakt einzusetzen. Die Quartiere Räbmatt, Steinibach und Otterswil haben Anrecht auf eine angemessene Erschliessung durch den ÖV. Von der Variante mit dem Halbstundentakt zwischen Oberwil und Walchwil können aber auch die entlang des Zugersees wohnhaften Walchwiler profitieren, besonders die Quartiere Lothenbach und Rufibach. Beide liegen weit weg von den beiden Walchwiler Bahnhöfen.

Wir hoffen sehr, dass die verantwortlichen Stellen schlussendlich für eine Variante entscheiden, die möglichst vielen Nutzern dient. Es ist uns aber auch klar, dass die Bewohner der verschiedenen Quartiere in Walchwil und Oberwil mit der aktiven Nutzung des ÖV zeigen müssen, dass ihnen das Angebot wichtig ist. Wo die Nachfrage vorhanden ist, da kommt auch der Bus hin.

Stefan Hodel, Leiter Verkehrskommission Nachbarschaft Oberwil-Gimenen, Gemeinderat, ALG, Oberwil


Kantonsrat Adrian Moos setzt sich – für mich absolut verständlich – für die Beibehaltung des Bus-Halbstundentaktes im Gebiet Räbmatt/Trubikon ein. Sein Dilemma ist nur, dass es zwischen Oberwil und Walchwil, ausser am Bahnhof Walchwil oder in Walchwil St.Adrian, keine Wendemöglichkeiten für grosse Busse gibt. Zudem zeigen die erfassten Belegungszahlen (Zu- und Ausstiege) des Amtes für Raum und Verkehr auf, dass anhand dieser Statistik ein Halbstundentakt für Walchwil scheinbar nicht gerechtfertigt ist.

Die nun vorgeschlagene Lösung für den Fahrplan 2021 des Gemeinderates Walchwil ist aber bestimmt keine Mogelpackung, mehr als eine Übergangslösung aber auch nicht, würde ich meinen. Das erklärte kantonale Ziel, mehr Pendler und ÖV-Benutzer auf die Stadtbahn (S2) zu bringen, muss meines Erachtens zukünftig mit dem Einsatz von Ortsbussen in Oberwil und Walchwil angestrebt werden. Eine stündliche Verbindung entlang des Zugersees würde dann bestimmt genügen. Optimal wäre natürlich – auch für die Statistik der Busbelegung – eine Fahrstrecke vom Bahnhof Goldau zum Bahnhof Zug und zurück zu installieren!

Setzen Sie sich, sehr geehrter Kantonsrat Moos, doch bitte zusammen mit den Walchwiler Kantonsräten und den Stadt- und Gemeinderäten von Zug und Walchwil für eine zukunftsgerichtetere ÖV-Erschliessung von Oberwil und Zug ein, welche auch vom Kanton Zug mit grosszügigen Kostenbeiträgen unterstützt wird. Die Belastung mit grossen Bussen in Wohn- und Schulhausquartieren ist bestimmt nicht zukunftsgerichtet. Ihr gewünschter Halbstundentakt von Walchwil zum Bahnhof Oberwil würde die Widen- und Tellenmattstasse mit zwei weiteren Busbewegungen pro Stunde belasten – wollen die Oberwiler dies wirklich so haben, auch nur vorübergehend?

Josef Traxler, Walchwil