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Leserbrief

Nicht nur die FDP sitzt wie das Kaninchen vor der Schlange

«Börsen-Notfallplan mit Schwächen», Ausgabe vom 1. Dezember

Es war das Verdienst der Liberalen des 19. Jahrhunderts, dass das Schweizervolk zwischen 1848 und 1870 mit Initiativ- und Referendumsrechten ausgestattet und zum obersten Gesetzgeber des Landes erklärt wurde. Seit einiger Zeit jedoch geraten unsere hart erkämpften direktdemokratischen Volksrechte ausgerechnet durch den heutigen Wirtschaftsfreisinn arg in Bedrängnis. Es ist unglaublich, aber die FDP geht aus angeblich wirtschaftlichen Gründen vor den übermächtigen globalen Wirtschaftsgiganten in die Knie und vergisst dabei «ihre Liebe zur Schweiz»!

Trotz des helvetisch klingenden Namens «Economiesuisse» ist diese arrogante Lobbyorganisation lediglich ein angeheuerter Handlanger des internationalen Grosskapitals mit mehrheitlich ausländischen Managern der ursprünglich schweizerischen Gründungen, deren Herz näher bei ihren exzessiven Boni als bei der Eigenständigkeit ihres gastfreundlichen Aufnahmelandes schlägt. Es wäre eine Verhöhnung unserer Vorfahren, nach 727 Jahren den Weg zurück in die Knechtschaft anzutreten und all unsere direktdemokratischen Rechte nach Brüssel zu verschachern. Niemand ist berechtigt, uns das Recht streitig machen, in unseren helvetischen Gefilden selber zu bestimmen. Gegen infame Erpressungsversuche werden wir Gegenmassnahmen treffen, auch wenn der Wirtschaftsfreisinn laut aufheult und von «Schüssen ins eigene Knie» und «wirkungslosem Heimatschutz» schwadroniert. Es ist aber nicht die FDP alleine, die wie das «Kaninchen vor der Schlange EU» in Schockstarre gerät. Auch die SP und die Gewerkschaften haben den EU-Beitritt in ihrem Programm, realisieren aber im Moment, wie zerstörerisch eine Unterwerfung unter das EU-Diktat für ihre Klientel wäre. Es kann auch als gesichert gelten, dass die CVP und die ihr nahestehenden europhilen Randparteien früher oder später wie Dominoklötzchen umfallen werden. Die SVP hat einmal mehr das Privileg, den Kampf auf weiter Flur alleine aufzunehmen. Sie wird sich von der gigantischen Propagandawalze mit unbeschränktem Geldfluss auf der Gegenseite, von den «Presslufthämmern der Presse» und den von lächelnden Fernsehmoderatoren vorgetragenen Verdrehungen nicht beeindrucken lassen. Das Schweizervolk wird aus tiefstem, über Jahrhunderte gereiftem Selbstbewusstsein und einer unbändigen Urkraft kein Jota seiner Souveränität preisgeben, auch wenn die «geld- und machtgierigen Habsburger» heutzutage in liberaler Verkleidung auftreten. Nur der Mutige erntet Achtung, wer vorzeitig den Schwanz einzieht, wird verspottet und ausgeplündert.

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass der Wirtschaftsfreisinn unsere unersetzlichen, weltweit einzigartigen direktdemokratischen Errungenschaften, bei deren Einführung er einst federführend war, nun für die egoistischen Ziele eines Konsortiums von ausländisch dominierten Bonusjägern in den Ring werfen will. Was ist aus dem Slogan «Aus Liebe zur Schweiz geworden»? War es «just a fake», um den Gegner zu verwirren oder sollte es heissen «Aus Liebe zum Mammon»? Hat etwa eine Christa Markwalder schon die Koffer gepackt, um als «moderner Hochadel» im Brüsseler Glaspalast Einzug zu halten? Bevor solche selbstsüchtigen und opportunistischen «Quislinges» und «Seyss-Inquarts» unsere Schweiz mitsamt seinen Einwohnern an eine rücksichtslose Diktatur verschachern können, muss das Volk sie vor ein Gericht stellen – vor ihr eigenes Scherbengericht!

Robert Nieth, Walchwil

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