Leserbrief

Nicht vorsätzlich Schaden zufügen

Zu den Feuerwerken zum Nationalfeiertag

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Wir wissen, dass Feuerwerke giftig sind und die Umwelt schädigen. Die hohe Feinstaubbelastung (Blei, Titanium, Strontium und Kupfer), durch Feuerwerke ausgelöst, belastet unsere Luft, gelangt in die Erde, vergiftet Wasser, Pflanzen wie auch unsere Atemwege und schädigt unsere Nervenzellen. Diese Auswirkungen sind durch wissenschaftliche Studien belegt.

Tierhalter erleben es alljährlich an Silvester, am 1. August, an Seenachtsfesten usw., welchen Todesängsten ihre Tiere durch diese Knallerei ausgesetzt sind. Die frei lebenden Tiere in der Natur haben keine Stimme, aber auch sie werden durch diese unsinnige Knallerei in Angst und Panik versetzt.

Wir wissen es und tun es trotzdem, und schädigen «vorsätzlich» und bewusst unsere Natur, uns selber und unsere Tiere.

Wie ist das zu erklären und zu verstehen? Ist es Ignoranz, Gleichgültigkeit oder doch Unwissenheit?

Sind wir so unsensibel geworden, dass wir nicht mehr spüren, dass unsere Natur ohnehin schon leidet und wir ihr mit diesem «sinnlosen» Tun noch mehr Schaden zufügen?

Das Argument, es bereite Menschen und Kindern Freude, wird ad absurdum geführt, denn wahre Freude ist nicht zerstörerisch und bringt niemandem Leiden!

Die Coronapandemie zeigt uns, wie verletzlich das Leben ist und wie entscheidend es ist, Verantwortung zu übernehmen, sich selber gegenüber aber auch dem Nächsten, der Natur und unseren Tieren gegenüber. Es war gerade die Natur, die uns während des Lockdowns Entspannung und Erholung schenkte. Sie, quasi als Dank, vorsätzlich zu schädigen für all die Schönheiten und Kraft, die wir täglich aus ihr schöpfen können, ist absurd.

Die Luft, unser Boden sind unsere Lebensgrundlagen, und wir müssen sie mit allem, was uns zur Verfügung steht, schützen; sie sind bereits genug belastet. Vorsätzlich Schaden zufügen, was letztlich Feuerwerke tun, müsste doch auch aus rechtlicher Sicht verboten sein.

Weshalb haben es bis jetzt Politiker, Tierhalter, Umweltverbände unterlassen, die giftigen Feuerwerke mittels einer Initiative zu verbieten?

Ich bin mir sicher, dass in kurzer Zeit genügend Unterschriften zusammenkommen, um ein totales Verbot mittels einer Abstimmung an der Urne zu erzielen.

Ein Grossteil der Bevölkerung wünscht sich, dass keine Feuerwerke mehr gezündet werden, weil wir fähig sind, auch ohne diese zu feiern. Unsere Vorfahren haben es mit ihren «stillen» Höhenfeuern bewiesen. Als letztes Jahr die Feuerwerke am 1. August verboten wurden, haben es viele Stimmen bezeugt, wie wohltuend dies erlebt wurde und im Gegenteil das gemütliche Beisammensein noch mehr genossen werden konnte.

Veränderungen stehen an– das zeigt uns auch die aktuelle Krise: mehr Liebe, Sorgfalt, Wertschätzung und v.a. Verantwortung allem Leben gegenüber zum Wohlbefinden auch für uns selber.

Handeln statt reden; Initiative ergreifen und sich engagieren für all das Schöne und Gute, das uns unser Land schenkt. Wir schaffen das!

Claire Strebel, Hünenberg