Nichts geht mehr – ausser Fasnacht

«Casino Legor» lautete das Motto der Fasnacht im Dorf Oberägeri: Ein kunterbuntes Spiel, bei dem vor allem die Zuschauer auf ihre Kosten kommen.

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Der Atomausstieg war auch Thema des Umzuges. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Der Atomausstieg war auch Thema des Umzuges. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Finanzkrise stand Pate, als der Hohe Legorenrat das Motto der diesjährigen Oberägerer Fasnacht wählte: «Casino Legor». Das Motto ist geschickt gewählt, wie die Festivitäten am Fasnachtsdienstag zeigen – auch wenn Casino im Sinne von Zufallsprinzip natürlich nicht zutrifft. An der bestens organisierten Oberägerer Fasnacht geschieht nichts zufällig.

Bild: Werner Schelber/Neue ZZ
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Die Besucher wissen das zu schätzen. Das zeigen die dichten Zuschauerreihen während des Umzuges, der volle Platz vor der ZVB-Halle, wo das Bühnenspiel abgehalten wird, und das Gedränge auf dem Dorfplatz während des Fasnachtsvergrabens. Der mit Abstand wichtigste Tag der traditionellen Legorenfasnacht beginnt mit dem Umzug. Diszipliniert reihen sich die Gruppen auf der Morgartenstrasse auf. Die Akteure auf den Wagen bringen sich in Position, die Guggenmusigen spielen sich ein, und über alledem hat der Hohe Legorenrat mit Legorenvater Michi I Roggenmoser an der Spitze sein wachsames Auge.

Wie die Schlacht

Der Umzug beginnt um 13.15 Uhr, was wohl ein Augenzwinkern an das für die Schweiz und auch für Oberägeri schicksalhafte Jahr ist. Zwischen der Schlacht am Morgarten und der Fasnacht Oberägeri besteht noch eine andere Verbindung. Der Spielleiter verkörpert die Figur des Hans-Kuoni von Stockach, des Hofnarrs Herzog Leopolds. Mit viel Schalk werden im Umzug und während des Bühnenspiels bemerkenswerte Ereignisse der vergangenen Monate thematisiert.

Die politisch verunglückte Seeufergestaltung muss ihren Platz haben. Die Zuschauer werden mit einem schönen Wagen erfreut. Die grosse Rolle, die der Tennisverein bei der Versenkung dieser Vorlage spielte, bleibt kein Geheimnis: Es wird mit riesigen Tennisrackets und Tennisbällen gespielt. Eindrücklich ist auch der Wagen, der vom politisch gewünschten Atomausstieg erzählt. Im Umzug können Zuschauer für Atomstrom unterzeichnen – wovon viele rege und freudig Gebrauch machen. Während des Bühnenspiels ist in diesem Zusammenhang die Rede von Atomstromhassern und alt Nationalrat Jo Lang; auch der ebenfalls abgewählte Nationalrat Marcel Scherer kriegt sein Fett weg.

Ast, Jordi und Rominger

Alosen hatte am Montag den Wetterschmöcker Martin Horat verpflichtet. In Oberägeri sind ebenfalls Originalakteure auf einem Wagen zu sehen: Josef und Klara Wyss, die nach dem Willen eines Neuzuzügers ihr Glockenspiel abschalten sollen. Die Frauengruppe gefällt mit der Nummer Landfrauechuchi. Die frisch verliebten Florian Ast und Francine Jordi fahren in einem tollen Boot im Umzug mit. Die Rolle des gehörnten Tony Rominger übernimmt der sportliche Reto Besmer.

Nach der Kinderbescherung steht im Dorfzentrum das Usrüehre (die Kinder werden aufgefordert, zu schreien, und erhalten dafür Orangen und Süssigkeiten) auf dem Programm. Dann findet die diesjährige Fasnacht mit traurig-schaurig-schönem Fasnachtsvergraben ihr Ende. Zu Ende ist mit diesem Fest auch die Amtszeit von Spielleiter Urs Iten. Er gibt sein Amt nach 13 Jahren ab, dankt dem Hohen Legorenrat und kündigt an, dass der Nachfolger am Mittefastenfeuer bekannt gegeben wird. «Im Casino Legor haben in diesem Jahr alle gewonnen», sagt sich der Besucher auf dem Nachhauseweg.

Thomas Wyss

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