Leserbrief
Niemand soll wegziehen müssen

Zur Situation auf dem Stadtzuger Immobilienmarkt

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Ich bin der festen Überzeugung, dass der Umgang mit knappem Wohnraum eine besonders grosse Herausforderung für die Stadt Zug darstellt. Jede Person, jede Familie, die in der Stadt Zug ein Zuhause gefunden hat, soll nicht wegen zu hoher Mietpreise wegziehen müssen. Eine gesunde Durchmischung aller Bevölkerungsschichten erachte ich als eine wichtige Voraussetzung für eine lebenswerte Stadt.

Ich bin mir bewusst, dass der Einsatz für bezahlbaren Wohnraum in der Vergangenheit vor allem von linken Parteien geführt wurde. Das Thema scheint mir aber zu wichtig, um die Energie in politischen Grabenkämpfen zu verschwenden. Darum hat die FDP-Fraktion im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug eine entsprechende Motion für mehr bezahlbaren Wohnraum eingereicht, weil wir das Thema mit liberalen Lösungsansätzen gestalten möchten.

Entsprechende Gesetz­gebungen und Verordnungen sind vorhanden. Wir möchten aber mittels eines Zielwerts festlegen, dass entsprechende Projekte vorangetrieben und die liberalen Instrumente der Gesetzgebung mittels Anreizen ausgeschöpft werden, sodass private Anbieter, Genossenschaften, Korporationen et cetera mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen können und wollen. Ganz konkret soll weiter Land im Baurecht zur Verfügung gestellt werden oder auch die Ausnützungsziffer erhöht werden, wenn sich der Bauherr verpflichtet, einen Anteil der gebauten Wohnungen in einem bezahlbaren Rahmen anzubieten. Zudem können und sollen weitere neue Möglichkeiten geprüft werden, wie beispielsweise der Abbau von Bürokratie oder Steuererleichterungen bei entsprechenden Bauprojekten.

Mit diesen Massnahmen finden private Anbieter die Voraussetzungen vor, um den Anteil von 14 Prozent preisgünstiger Wohnungen in der Stadt Zug zu erhalten und weiter auszubauen, damit niemand wegziehen muss, der hier ein Zuhause gefunden hat.

Etienne Schumpf, Fraktionschef FDP Grosser Gemeinderat, Zug