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Noch fahren die Traktoren in Niederwil nicht selbst

Zum 49. Mal macht Rolf Mäder die Werkstatt seiner Mäder AG zum grossen Festplatz für 6000 Leute aus der halben Schweiz. Nicht umsonst wird die Landmaschinenausstellung auch «Niderwiler Olma» genannt.
Eddy Schambron
Mit dem Besen in der Hand und einem Lachen im Gesicht sagt Rolf Mäder, Geschäftsführer der Mäder AG in Niederwil: «Ich bin nur noch für das Putzen zuständig.» (Bild: Eddy Schambron)

Mit dem Besen in der Hand und einem Lachen im Gesicht sagt Rolf Mäder, Geschäftsführer der Mäder AG in Niederwil: «Ich bin nur noch für das Putzen zuständig.» (Bild: Eddy Schambron)

Es ist für Rolf Mäder ein komisches Gefühl: 25 Jahre lang hat er immer alles selber in der Hand gehabt, hat bestimmt, wo welcher Traktor hinkommt, wo Würste gebraten werden, hat sogar Leitungen im Boden für das Bier legen lassen. Jetzt wird die Landmaschinenausstellung vom 26. bis 30. Dezember in Niederwil von seinen beiden neuen Verkaufsberatern Ralf Meier und Patrick Fiore gestaltet. «Ich bin nur noch zum Wischen und Putzen da», scherzt der Geschäftsführer der Mäder AG. Rolf Mäder überlässt die Gestaltung der Ausstellung absolut freiwillig seinen Verkaufsberatern, wie er betont. «Sie haben neue Ideen, sie wollen und können es, und mich erfüllt es mit Stolz, auf meine guten Leute im Betrieb zählen zu können», unterstreicht er. Aber er räumt ein: «Man muss loslassen können, nicht immer ganz einfach. Es fühlt sich fast ein bisschen an, als wäre man unnötig». Langweilig wird es ihm trotzdem nicht, schliesslich muss die ganze Werkstatt umgestellt werden.

In Niederwil werden viele Neuheiten zu sehen sein, «aber sicher kein selbstfahrender Elektro-Traktor», lacht Mäder. Zwar gibt es längst verschiedene Fahrzeuge und Maschinen, die auch in der Landwirtschaft mit Elektromotoren angetrieben werden. Doch «für ein paar Stunden ackern müsste man wohl die Akkus für den Traktor in einem Anhängerwagen mitführen». Elektronik und die Digitalisierung machen allerdings auch vor der Landwirtschaft nicht halt. «Mit GPS säen wir beispielsweise pfeifengerade auf 1,5 Zentimeter genau». Das kommt dann wieder bei der effizienten Unkrautbekämpfung und bei der Ernte zugute, selbstverständlich wieder über Satellitensignal unterstützt.

«Für ein paar
Stunden ackern müsste man wohl
die Akkus für den Traktor in einem Anhängerwagen
mitführen», Rolf Mäder, Geschäftsführer Mäder AG

Immer mehr und immer grössere Maschinen

Der Eindruck, dass die Traktoren immer grösser werden, bestätigt der Landmaschinenmechaniker. «Der Bauer, heute meistens auf einen Zusatzverdienst ausserhalb seines Betriebs angewiesen, benötigt leistungsstarke Maschinen, um die Arbeit überhaupt innert nützlicher Zeit bewältigen zu können.» Davon profitiert sein Betrieb. «Die Maschinen sind heute so gut, dass sie kaum mehr ersetzt werden müssen. Aber es braucht auf einem Betrieb mehr davon als früher» 100000 bis 150000 Franken kostet ein moderner Traktor, gar nicht so viel, wie Mäder meint. In anderen Gewerbebereichen kommen moderne Produktionsmaschinen schnell einmal auf eine halbe Million Franken oder mehr zu stehen.

«Unser Betrieb ist dreigeteilt: ein Drittel Landwirtschaft, ein Drittel Gartenbauer und Kommunalbetriebe, ein Drittel Private», erklärt Mäder. Also sind zahlreiche Kleingeräte für den privaten Einsatz genauso zu sehen wie rationelle Maschinen für Gartenbauer und Bauunternehmer. Aber für viele ist es Nebensache, was da zum Anschauen und Probesitzen hingestellt wird. Rund 6000 Leute aus der halben Schweiz besuchen jeweils die Landmaschinenausstellung in Niederwil, die 49. übrigens. Allein der Besucheraufmarsch zeigt, dass da nicht nur Landwirte kommen. «Traktoren faszinieren eben auch Nichtlandwirte», weiss Mäder, «sie sind imposant, für viele ist es ein Bubentraum, mit einem solchen Gerät zu fahren.»

«Niederwiler Olma» ist eine Erfolgsgeschichte

An der Ausstellung, die so etwas zwischen Informationsveranstaltung und Chilbi ist und auch den Übernamen «Niederwiler Olma» trägt, kommen viele auf ihre Kosten, nicht nur mit Speis und Trank. «Hier treffen sich etliche Leute einmal im Jahr, zum Teil aus ganz unterschiedlichen Gegenden der Schweiz, zum gemütlichen Beisammensein und zum fröhlichen Gedankenaustausch», freut sich Mäder. Sie haben vielleicht einmal zusammen die landwirtschaftliche Schule besucht oder kennen sich aus dem Militär.

Ein 20-köpfiges Team und über 100 Helferinnen und Helfer für die Festwirtschaft sorgen dafür, dass dieser Anlass ein Erfolg wird. Für die Kinder steht ein Parcours mit Tret-Traktoren bereit. Die älteren Jugendlichen können ihr Talent auf einem Rasentraktor versuchen. Und wenn der letzte Gast gegangen ist, nimmt der Chef wieder den Besen in die Hand.

49. Landmaschinenausstellung Mäder AG, Mittwoch, 26. Dezember, bis Sonntag, 30. Dezember, 9 bis 16.30 Uhr täglich geöffnet.

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