Noch fehlt das Baugesuch für die Wanne in der Zuger General-Guisan-Strasse

Die Einebnung der leckenden Strasse ist seit vier Jahren ein Thema. Die zuständige Stadträtin hofft, dass das Preisschild bleibt.

Marco Morosoli
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Auf dem Weg zur Einebnung der General-Guisan-Strasse sind noch letzte Hürden zu überwinden.

Auf dem Weg zur Einebnung der General-Guisan-Strasse sind noch letzte Hürden zu überwinden.

Bild: Maria Schmid (Zug, 15. Januar 2020)

Kürzlich sind zwei Männer in oranger Kleidung am tiefsten Punkt der Grundwasserwanne der General-Guisan-Strasse auf der Höhe der Sporthalle gestanden. Unterhalb der dortigen Brücke, die bis 1990 Bestandteil der SBB-Strecke von Zug über Affoltern am Albis nach Zürich war, ist es seit längerem auch ohne Regen nass. Dass die Wanne leckt, ist bekannt. Das führt mitunter bei tiefen Temperaturen zu Glatteis.

Im vergangenen Dezember hat die Stadt bei der Wanne eine Kamera mit einer Klimastation montiert. Zudem haben Fachleute zwei Sensoren in die General-Guisan-Strasse eingelassen. «Wir haben die Anlage installiert, um Glatteisunfälle besser vorbeugen zu können», erklärt die Stadtzuger Bauchefin Eliane Birchmeier. Vorher sei dieser Gefahrenherd jeweils mit Kontrollgängen vor Ort überprüft worden.

Kürzlich also haben die zwei Sensoren reagiert und eine Meldung an die Pikettstelle des Werkhofs der Stadt Zug erfolgte. Daraufhin sind die zwei Werkhofmitarbeiter in Orange aufgefahren. Wie Birchmeier erklärt, wird dann «mit Salz oder Split die Gefahrenstelle entschärft».

Eine neue Einfahrt und viele Unterschriften

Nach der Auffüllung der Wanne dürften solche Aktionen nicht mehr nötig sein. Die Stadtzuger Bauchefin gibt in dieser Angelegenheit den Takt vor: «Wir sehen vor, mit den Bauarbeiten in der zweiten Hälfte 2020 zu starten.» Schon länger bekannt ist in dieser Bausache, dass die Tiefgaragenausfahrt der Überbauung Schutzengel anders zu gestalten ist. Nachdem die Stockwerkeigentümer der vorgenannten Überbauung eine erste Variante der Stadt verworfen haben, liegt nun eine Lösung vor, die realisierbar ist. Die Krux daran: Die Garagenausfahrt soll ungefähr auf der Höhe der heutigen Brücke über die General-Guisan-Strasse zu stehen kommen. In diesem Bereich ist der Kanton Zug Eigentümer des ehemaligen Bahndamms. Dieser Umstand ist mit einem Vertrag zu regeln. Dazu sagt Eliane Birchmeier: «Die Vertragsunterzeichnungen mit allen Stockwerkeigentümern benötigen Zeit, sind aber Voraussetzung für die Eingabe des Baugesuchs.» Die Zahl der Stockwerkeigentümer beträgt rund 70. Vorsichtig relativiert deshalb Birchmeier den prognostizierten Baubeginn:

«Nach der Auflage der Baubewilligung wird es sich zeigen, ob es Einsprachen und damit weitere Verzögerungen gibt.»

Parallel dazu muss sich die Stadt auch mit der Verkehrsführung der Buslinie 6 (Zug – Steinhausen) befassen. Der Kontakt mit der ZVB sei bereits hergestellt, erklärt die Stadtzuger Bauchefin und fügt an: «Die entsprechenden Gespräche sind Teil der kommenden Planungen.» Bei der Ausarbeitung der definitiven Baustellenplanung werde dann auch der EVZ in die Planung mit einbezogen. Die Bauzeit für die Einebnung der General-Guisan-Strasse soll gemäss Birchmeier rund zehn Monate betragen. Auch der EVZ ist somit von der Realisierung des Projekts direkt betroffen. So muss unter anderem ein anderer Platz für den Bushof nach den National-League-Spielen des wichtigsten Zuger Sportklubs gefunden werden. Derzeit befindet sich dieser auf der Höhe der Schutzengel-Überbauung.

Auf dem Preisschild für die Auffüllung der Wanne stehe, wie Birchmeier erläutert, die Zahl 3,6 Millionen Franken. Hierbei fügt die Bauchefin noch an, dass es sich um eine nicht fixe Zahl handle. Möglich sind Kostenabweichungen von rund 20 Prozent auf beiden Seiten.

In der Weststrasse liegt ein Stolperstein weniger

Bald schleift die Stadt Zug nicht nur die Brücke über die General-Guisan-Strasse. Die letzten Tage brechen auch für die Brücke über die Weststrasse an. Gegen das dort vor zwei Jahren aufgelegte Bauprojekt ist eine Beschwerde eingereicht worden. Die Stadtzuger Bauchefin Eliante Birchmeier erklärt, dass das Zuger Verwaltungsgericht die Beschwerde gegen das Projekt im Dezember 2019 abgewiesen habe. Die durch die Stadt Zug erfolgte Baubewilligung ist somit rechtens. «Wer sehen vor, die Bauarbeiten nach der Saison des EVZ zu beginnen und rechnen mit vier Monaten Bauzeit.»