ARA Chlostermatte: Noch zwölf Jahre wird selbst gereinigt

Die Abwasserreinigungsanlage Chlostermatte muss noch bis 2030 durchhalten. Die Voraussetzungen sind gut, dass sie das tun wird.

Eddy Schambron
Drucken
Teilen
Die ARA Chlostermatte hatte 2018 keine nennenswerten Ausfälle. (Bild: Eddy Schambron)

Die ARA Chlostermatte hatte 2018 keine nennenswerten Ausfälle. (Bild: Eddy Schambron)

Ziel des Abwasserverbandes Chlostermatte, dem die Gemeinden Boswil, Bünzen, Besenbüren und Kallern angehören, ist es, seiner Reinigungsanlage bis etwa 2030 einen reibungslose Betrieb zu gewährleisten. Danach kommt es zum Anschluss an die Abwasserreinigungsanlage «Im Blettler» des Verbandes Wohlen-Villmergen-Waltenschwil. Wie Alex Meier, Präsident des Abwasserverbandes Chlostermatte, festhält, konnte im letzten Jahr die entsprechende gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet werden, welche die Aufhebung der ARA Chlostermatte, beziehungsweise die Ableitung des Schmutzwassers der vier Anschlussgemeinden nach Anglikon vorsieht.

Nach wie vor könne der Zustand der ARA Chlostermatte als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Es sei im vergangenen Jahr lediglich zu kleineren Vorkommnissen gekommen, welche den Ablauf der Abwasserreinigung störten und meist direkt durch den Klärwärter behoben werden konnten. Trotzdem muss sichergestellt werden, dass der Weiterbetrieb ohne gravierende Zwischenfälle bis zum geplanten Zusammenschluss in etwa zwölf Jahren problemlos möglich ist. Es wurde ein Werterhaltungsplan ausgearbeitet, welcher die erforderlichen Sofortmassnahmen und mittelfristig zu treffende Vorkehrungen auflistet. Als Sofortmassnahmen sind die Flachdachsanierung über den Faultürmen, die Ergänzung der Fussleisten bei Geländern, der Ersatz von Motor und Gebläse bei der Gebläsestation Biologie, der Ersatz der Gasfackelsteuerung samt Gasstrecke und kleinere Elektroinstallationen genannt. Erfolgt ist bereits die Sanierung des Flachdachs über den Faultürmen, weil hier schon längere Zeit immer wieder kleinere Wassereinbrüche festgestellt wurden.

Die Rechnung 2018 schliesst mit einem Umsatz von 483440 Franken ab, budgetiert waren 495300 Franken. Für 2019 sind 521 550 Franken budgetiert, und zwar wegen Kosten für den Unterhalt von Maschinen. Im vergangenen Jahr fielen 767 378 Kubikmeter Abwasser an. Betrachtet man allerdings nur die Zahlen der Abwasserreinigung, resultieren 269 184 Kubikmeter Abwassermenge. Das ist die Menge, welche gemäss Frischwasserbezug verrechnet werden konnte. Daraus wurden 1930 Kubikmeter Klärschlamm gewonnen, 41 Tonnen Rechengut und 16 Tonnen Sand gewogen. In der Sammelstelle wurden 66 Tonnen Kadaver abgegeben.

Blick nach Möriken-Wildegg

Interessiert verfolgt der Abwasserverband zudem die Weiterentwicklung der geplanten «Super-ARA» in Möriken-Wildegg, wie Meier weiter festhält. «Wenn das Projekt dereinst zur Realisierung kommt, könnte auch unser Abwasser vor dem Einleiten in die Aare über die dortige Mikroverunreinigungsstufe gereinigt werden.» Das sei auch eines der Argumente für den Entscheid eines Zusammenschlusses mit der ARA im Blettler gewesen. Weiter wird in den kommenden Jahren das Thema Phosphor-Rückgewinnung aus dem Klärschlamm vertieft. Da bereits heute der Klärschlamm aus Bünzen in Anglikon weiter verarbeitet wird, habe dies allerdings auf die Anlage Chlostermatte keine direkten Auswirkungen.