NOSTALGIE: In Baar gab es Oldtimer und anderes zu bewundern

Hier schlugen die Herzen von so manchen Nostalgikern im Kanton Zug höher. Beim Oldtimertreffen in der Waldmannhalle ging es neben den Autos auch um sonstige Antiquitäten jeder Art.

Julian Koller
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Traumautos der älteren Generation waren in Baar zu bestaunen. Bilder: Stefan Kaiser (5. Juni 2017)

Traumautos der älteren Generation waren in Baar zu bestaunen. Bilder: Stefan Kaiser (5. Juni 2017)

Julian Koller

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Den Parkplatz des Oldtimertreffens riecht man, bevor man ihn sieht. Es ist ein Geruch, wie man ihn nur von wirklich alten Motorfahrzeugen kennt. Besitzer solcher aus der Umgebung haben den Weg in die Waldmannhalle auf sich genommen, um wieder ein wenig den Glanz vergangener Zeiten zu erleben, aber auch zwecks Ausflug mit der ganzen Familie.

Dabei ist der Besucherparkplatz an sich schon eine Hauptattraktion. Zwischen den Wagen, unter denen sich vor allem der sportliche und der gemütlich rustikale Typ finden, streunen die autobegeisterten Besucher umher und machen Fotos. Bilder solcher Wagenreihen bekommt man sonst fast nur in Mafiastreifen zu Gesicht.

Sammler sein – ein Muss!

Abgesehen vom Oldtimerparkplatz bildet der Raritätenmarkt das Herzstück des Events. Hier findet sich selbstverständlich in erster Linie antiquarisches Autozubehör wie Tachos, Benzinanzeigen oder Kilometerzähler alter Autos, die man als Sammlerstücke erwerben kann. Auch Spritbehälter, die bis in die Zwanzigerjahre zurückgehen, oder ausrangierte Nummernschilder aus den meisten US-Bundesstaaten gibt es zu kaufen.

Aber auch der autounverbundene Nostalgiker kommt am Raritätenmarkt auf seine Kosten. Robert «Röbi» Keller aus Seewen führt einen Stand, der auf Antiquitäten aus dem Bereich Waffen und Werkzeuge ausgelegt ist. In seinem Sortiment findet sich so manches historisches Original, wie Kadettensäbel und ein Morsegerät aus dem Ersten Weltkrieg. «Diese Dinge sind teils schwer zu beschaffen. Darum würde ich sagen, dass man schon Sammler sein muss, wenn man hier verkaufen will, und auch ein bisschen ein Nostalgiker», erklärt er. «Natürlich trennt sich der Sammler von einigen Stücken nur ungern, aber man will ja auch nicht, dass das eigene Haus zum Museum wird.»

Der Mann, der den Anlass auf die Beine gestellt hat, ist der Wirt des Sport-Inns in der Waldmannhalle Oswald Steif aus Baar. Er selbst ist natürlich auch Oldtimerfahrer, und zwar stolzer Besitzer eines Lancia Flavia mit Baujahr 1970. Theoretisch wird ein Auto zum Oldtimer, wenn es 20 Jahre alt ist, aber Steif betont, für ihn gelte das Motte: «Je älter, desto besser.» Und zwar sei das nicht nur auf Autos bezogen gemeint. Ihm liege das Nostalgische praktisch in den Genen. Schon der Vater sei Oldtimerbesitzer gewesen.

Doch das allein reicht nicht für den Aufbau eines solchen Events. «Zum Glück organisiere ich auch einfach gerne», sagt er. «Daran mag ich die Herausforderung.» Und eine Herausforderung war es, denn als ihm vor zwei Jahren die Idee zum Oldtimertreffen gekommen sei, haben ihm Experten gesagt, es sei undurchführbar, da der Markt bereits übersättigt wäre. Doch Steifs gestriger Erfolg straft sie Lügen. Für den Pfingstmontag des nächsten Jahres ist schon das nächste Treffen in Planung.