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Kolumne

Was steht an erster Stelle – Nostalgie oder Sicherheit?

In der Kolumne «Zug um Zug» schreibt Carmen Rogenmoser, Redaktorin Zuger Gemeinden, über Bäume, die gefällt werden müssen.
Carmen Rogenmoser
Carmen Rogenmoser, Redaktorin. (Bild: Stefan Kaiser)

Carmen Rogenmoser, Redaktorin. (Bild: Stefan Kaiser)

Wieder sorgen Bäume für Emotionen. Dabei sind es nicht die Bäume an sich, sondern deren Verschwinden. Oft jahrzehntelang stehen sie an Ort und Stelle, spenden Schatten, halten als Weihnachtsbeleuchtung her oder geben Orientierungshilfe. Wahrgenommen werden sie in aller Regel erst, wenn ihre Fällung droht. Dann aber ist der Aufstand gross.

Jüngstes Beispiel ist die Allee an der Knonauerstrasse in Cham. 21 Birken sollen verschwinden, das hat der Kanton mitgeteilt. Die rund 45 Jahre alten Bäume seien ein Sicherheitsrisiko, wird der drastische Schritt begründet. Mit der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz wehrt sich nun sogar eine nationale Institution gegen die Abholzung.

Weitere emotional aufgeladene Reibereien um grosse alte Bäume lassen sich schnell finden. Erst vor zwei Jahren wurden in Unterägeri gar Unterschriften für den Erhalt einer 200 Jahre alten Linde gesammelt, ohne Erfolg. Sie fiel der Kettensäge zum Opfer, genauso wie der alte Mammutbaum in Cham. Dessen Holz wurde aber nicht einfach entsorgt, sondern weiterverwendet. Daraus entsteht etwa eine Skulptur, die für das offizielle Logo des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2019 steht.

Zudem wurde in einer feierlichen Zeremonie ein neuer Mammutbaum gepflanzt. Das ist bereits vor der Fällung kommuniziert worden. Proteste blieben aus. In Unterägeri hingegen ist der Stamm, der in einem grossen Loch endet, noch fest im Boden verwurzelt – ein trauriges Bild. Und in Cham ist ein Wiederaufbau der Allee nicht möglich. Das Gesetz steht im Weg. Der Mindestabstand von 3AABB22Metern bis zur Strasse ist unmöglich umsetzbar.

Grosse, langlebige Bäume stehen oft an speziellen Plätzen, sie gehören zum Ortsbild und bilden eine Verbindung zur Vergangenheit. Doch in urbaner Umgebung haben sie mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Klimawandel und Wetterextreme begünstigen den Pilzbefall. So schön die mächtigen Wahrzeichen auch sind, eine Gefahr für die Bevölkerung sollten sie dennoch nicht werden.

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