Notruf 144: Zug ortet Verbesserungspotenzial

Die Beschwerden über den Notruf 144 im Kanton Zug haben Folgen: In Zukunft sollen die verschiedenen Schnittstellen besser koordiniert und der Gesprächsverlauf bei einem Notruf weiter standardisiert werden.

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In einem Leserbrief vom 16. Oktober in der «Neuen Zuger Zeitung» beklagte sich eine Mutter über den Notruf 144. Dieser habe gemäss Aussagen trotz lebensgefährlicher Erkrankung ihrer Tochter keinen Rettungswagen geschickt. Auf den Leserbrief und die Berichterstattung haben sich in der Folge sechs weitere Personen bei der Zuger Gesundheitsdirektion und/oder den Medien gemeldet, welche sich über den Notruf 144 beschweren.

Nach dieser Kritik will die Regierung nun reagieren. Gesundheitsdirektors Urs Hürlimann hat deshalb über den Kantonsarzt abklären lassen, was bei den sieben erwähnten Fällen falsch gelaufen ist und wo Verbesserungspotenzial geortet werden kann.

Abläufe standardisieren und vereinfachen

Der Kantonsarzt kommt nach seiner Analyse zum Schluss, dass das Notfallwesen im Kanton Zug gut funktioniert. Die Zusammenarbeit mit dem Notruf 144 Luzern habe sich bewährt. Er sieht allerdings Verbesserungsmöglichkeiten in der Abfrage der Anrufer und der Koordination zwischen den beteiligten Organisationen Notruf 144 Luzern, Medphone und den Notfallärzten.

Er schlägt zwei Massnahmen vor, um diesen Umstand zu verbessern:

  • Der Gesprächsverlauf zwischen Anrufenden und Disponierenden des Notrufs 144 soll weiter standardisiert werden. Der Termin für die Umsetzung der Massnahme ist Ende Februar 2013.
  • Eine Koordinationsgruppe soll unter der Teilnahme von Notruf 144, Medphone, Notfallärzten und Rettungsdienst bis spätestens Ende März 2013 technische Lösungen zur Vereinfachung der Abläufe für die Hilfesuchenden ausarbeiten und beantragen. Besonders die Schnittstellen zwischen den Anrufenden, der Sanitätsnotrufzentrale, Medphone und den Notfallärzten sollen kundenfreundlicher werden.


Beide Massnahmen sollen dazu dienen, bei den Anrufenden Stress in einer ohnehin schwierigen Situation abzubauen und Zeit zu gewinnen. Der Notruf 144 des Luzerner Kantonsspitals, Medphone und die Ärzte-Gesellschaft des Kantons Zug sind laut Mitteilung der Zuger Gesundheitsdirektion mit dem Auftrag einverstanden und werden zusammen als Partner der Zuger Notfallversorgung deren Umsetzung umgehend an die Hand nehmen.

pd/bep