NOTSTAND: Asylsuchende in Baar und Cham untergebracht

Die Zuger Regierung präsentert zwei Lösungen, um die Engpässe in der Unterbringung von Asylsuchenden im Kanton Zug zu beheben. Die Lage sei damit aber noch nicht entschärft.

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Szene aus dem provisorischen Asylzentrum Chlotisberg im luzernischen Gelfingen. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Szene aus dem provisorischen Asylzentrum Chlotisberg im luzernischen Gelfingen. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die Wohnsituation für Asylsuchende im Kanton Zug ist prekär, wie die Direktion des Innern mitteilt. Es gebe zu wenig Wohnraum. Nachdem in den vergangenen Jahren die Zahlen im Asylbereich des Kantons Zug sehr stabil oder leicht sinkend gewesen seien, steigen sie wieder an. Seit Mitte des vergangenen Jahres ist die Zahl der neuen Asylgesuche gesamtschweizerisch unerwartet stark gestiegen. Der Kanton Zug verzeichnet in den letzten sieben Monaten einen Zuwachs der Asylsuchenden um 23 Prozent oder von 495 auf 609 Personen. Der Bund weist 1,4 % der Asylsuchenden dem Kanton Zug zu. Geht die Entwicklung in diesem Ausmass weiter, trete in absehbarer Zeit ein Unterbringungsnotstand ein.

BSA Schluecht nur temporäre Lösung
In Allenwinden (Gemeinde Baar) hat die Zuger Regierung eine Liegenschaft erworben. Am 1. April 2009 ziehen voraussichtlich sechs Familien mit Kindern im Dorfring in Allenwinden ein. Eine weitere Asylunterkunft wird per 23. März 2009 in der Zivilschutzanlage BSA Schluecht Cham eingerichtet. Ein Teil der Asylsuchenden in Cham waren bisher an der Adelheid-Page-Strasse einquartiert. Dieses Grundstück im Besitz der SBB wurde verkauft. Deshalb suchte der Gemeinderat Cham für die dort wohnhaften Personen dringend eine neue Unterkunft. Die BSA Schluecht stelle kein adäquates Ersatzobjekt zur Unterkunft an der Adelheid-Page-Strasse dar, wie es weiter heisst. Sie sei eine Notlösung.

«Die Lage ist damit noch nicht entschärft», wird Regierungsrätin Weichelt-Picard zitiert. «Gemäss Prognose des Bundesamts für Migration werden dem Kanton Zug im laufenden Jahr monatlich rund 20 bis 30 Personen zur Unterbringung und Betreuung zugeteilt. Für diese Personen muss der Kanton gemäss Gesetz geeignete Unterkünfte zur Verfügung stellen.»

scd