Notzimmer: Stadt Zug plant einen Neubau im Göbli

Die Sozialen Dienste benötigen in den kommenden Jahren mindestens 25 neue Notzimmer. Diese sollen nun an einem neuen Standort konzentriert werden.

Rahel Hug
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Wiese beim Göbli - in dieser Gegend soll der Neubau zu stehen kommen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. Dezember 2017))

Wiese beim Göbli - in dieser Gegend soll der Neubau zu stehen kommen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 5. Dezember 2017))

Die Notzimmer der Stadt Zug stehen Personen offen, die über keine Unterkunft verfügen, oder Personen und Familien, die vor einer polizeilichen Ausweisung aus ihrer Mietwohnung stehen. «Dank der Notzimmer müssen in der Stadt Zug keine Personen auf der Strasse leben», heisst es im Bericht und Antrag des Stadtrats für einen Neubau im Gebiet Göbli. Dem Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) wird nun in einem ersten Schritt ein Projektierungskredit in der Höhe von 440000 Franken vorgelegt.

Der Bau ist auf dem Grundstück unmittelbar nördlich des Parkhauses der V-Zug Immobilien AG geplant, das sich in der Projektierungsphase befindet. Östlich verläuft die Verlängerung der Industriestrasse mit Anschluss an die Tangente Zug/Baar, die zurzeit gebaut wird. Die Stadt hat die Parzelle im Rahmen eines Landabtausches mit der Korporation Zug erworben.

Seit einiger Zeit ist kein Notzimmer mehr frei

In den kommenden Jahren müsse eine Ersatzlösung für rund 25 Notzimmer gefunden werden, ist in der Vorlage weiter zu lesen. Der Bedarf sei ausgewiesen, seit einiger Zeit sei kein Notzimmer mehr frei. Erstens sind mit der Sanierung der städtischen Liegenschaften an der Kirchenstrasse 3 und 5 bereits sieben Notzimmer weggefallen. Zweitens müssen Ende 2019 sieben weitere Notzimmer an der Zeughausgasse geräumt werden. Schliesslich sind die zehn Notzimmer auf dem Areal des früheren Kantonsspitals keine dauerhafte Lösung, auch wenn der Ende 2019 auslaufende Mietvertrag mit dem Kanton wohl nochmals verlängert werden kann. Einzig die vier Notzimmer für Frauen am Lüssiweg 17 können langfristig weiter betrieben werden sowie eine Notwohnung an der Göblistrasse. «Trotz intensiver Suche seitens der Abteilungen Immobilien und Soziale Dienste konnten keine geeigneten Räumlichkeiten gefunden werden», führt der Stadtrat aus. Das Grundstück im Göbli habe man mit dem expliziten Zweck der Erstellung von Asylbauten und Notzimmern erworben. Das Gebäude für die Notzimmer wird nicht das gesamte Areal beanspruchen. «Das Grundstück kann zu einem späteren Zeitpunkt für weitere Nutzungen weiterentwickelt werden», schreibt der Stadtrat. Die Erstellung einer Asylunterkunft sei zurzeit nicht vorgesehen und nicht Teil des Projektierungskredits.

Im vergangenen Sommer/Herbst beauftragte das Baudepartement vier Architekturbüros mit einer Machbarkeitsstudie. Zur Frage der Situierung des Gebäudes auf dem Grundstück gibt es nun zwei verschiedene Ansätze. Zum einen ein länglicher, flacher Baukörper entlang der verlängerten Industriestrasse, zum anderen ein höherer Solitärbau ganz am südlichen Rand der Parzelle. «Dieses Gebäude benötigt sehr wenig Grundstückfläche und belässt das übrige Grundstück vollständig unbebaut», so der Stadtrat, «was gegenüber dem erstgenannten Lösungsansatz grössere und andere zukünftige Nutzungen zulässt».

Baubeginn im Herbst 2020 denkbar

In einem Einladungsverfahren werden die vier Verfasser der Studien und allenfalls weitere Architekturbüros zur Abgabe eines Planerangebots eingeladen. Gleichzeitig holt die Stadt die Fachplanerangebote ein. Der Terminplan sieht vor, dass der GGR am 19. März 2019 über die Vorlage beraten wird. Als möglicher Baubeginn ist der Herbst 2020 denkbar. Die Anlagekosten werden auf 4,5 Millionen Franken geschätzt.

PROJEKT: Erste Wohnung für Obdachlose im Kanton Zug

Seit Februar stehen für mehrere Obdachlose aus dem Kanton Zug Zimmer in einer Wohnung bereit. Diese wurden im Rahmen des Projekts «Ein Bett für Obdachlose» gemietet. Weitere sollen folgen.
Christopher Gilb