Nun kommen die Bäche ans Tageslicht

Der Kanton Zug legt zahlreiche Fliessgewässer offen. Das sorgt in Menzingen für Ärger.

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Im Kanton Zug werden mehrere Bäche offengelegt. (Symbolbild/Neue SZ)

Im Kanton Zug werden mehrere Bäche offengelegt. (Symbolbild/Neue SZ)

Ein kleiner Bach gibt in Finstersee viel zu reden: Der Kanton hat den Bostadelbach, der westlich der Strafanstalt Richtung Sihl fliesst, offen gelegt. Nun erstreckt sich ein breites, braunes Band von oberhalb der Kantonsstrasse hinunter zur Sihl. Nicht zur Freude einiger Finsterseer. So heisst es, die Bachverbauung sei nicht fachgerecht und wiederspreche den Naturgesetzen. Der Bach hätte sich einen anderen Weg gesucht, als er nun nehmen müsse, glaubt einer der Kritiker, der anonym bleiben will. Nun fliesse er teilweise quer zum Hang und behindere die Bauern bei ihrer Arbeit.

Überschwemmungen verhindern

Baudirektor Heinz Tännler verteidigt die Arbeiten des Kantons. «Eine Sanierung des Bachs war unumgänglich», erklärt er. Im Bereich des Werkhofs der Strafanstalt Bostadel sei es in der Vergangenheit regelmässig zu Überschwemmungen gekommen, weil das Rohr über eine zu geringe Kapazität verfüge. Das Variantenstudium habe gezeigt, dass eine Offenlegung des Bachs mit vernünftigem Aufwand realisiert werden könne. Tännler: «Die Baukosten betragen 200'000 Franken.»

Die Offenlegung des Bostadelbachs ist kein Einzelfall. Das Bundesgesetz über den Gewässerschutz verlangt die Renaturierung und Offenlegung eingedolter Gewässer. Bis im Jahr 2013 müssen die Kantone ein Renaturierungsprogramm vorlegen.

Silvan Meier

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