Torhüter des SC Menzingen: «Nun müssen noch zwei Siege her»

Der Drittligist Menzingen ist stark abstiegsbedroht. Doch Torhüter Olivier Barmet (25) hofft auf eine Rettung in letzter Sekunde.

Martin Mühlebach
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«Wir sind besser, als es die Tabelle wahrhaben will», sagt Menzingens Torhüter Olivier Barmet. (Bild: Stefan Kaiser, Menzingen, 23. Mai 2019)

«Wir sind besser, als es die Tabelle wahrhaben will», sagt Menzingens Torhüter Olivier Barmet. (Bild: Stefan Kaiser, Menzingen, 23. Mai 2019)

Am Ende der Vorrunde lag der SC Menzingen mit bloss 4 Punkten abgeschlagen am Tabellenende der Drittliga-Gruppe 1. Unsere Zeitung schrieb in der Rückrundenvorschau: «Menzingen braucht ein Fussballwunder, um den Abstieg in die 4. Liga noch verhindern zu können.»

Nun, zwei Runden vor dem Saisonende, trägt die Elf von Trainer Maurizio Melina noch immer die Rote Laterne. Aber die Bergler, die im bisherigen Verlauf der Rückrunde neun Punkte holten, liegen zwei Runden vor dem Saisonende noch immer drei Punkte hinter dem Tabellenzehnten Goldau II und vier Punkte hinter dem Neunten Küssnacht II zurück. Trotzdem hofft der 25-jährige Menzinger Stammtorhüter Olivier Barmet auf eine Rettung in letzter Sekunde. Er betont: «Wir sind besser, als es die Tabelle wahrhaben will. Wir haben den Tabellendritten Zug 94 II besiegt und dem Zweiten Baar einen Zähler abgeknöpft. Nun müssen in den letzten beiden Saisonspielen, auswärts gegen Muotathal und zu Hause gegen Root, zwei Siege her.»

Er hoffe, sagt Olivier Barmet, dass die Bälle wieder so im gegnerischen Tor einschlagen werden, wie sie es früher durch Yannik Nussbaumer, Beat Trinkler oder Admir Stöckli getan hätten. Barmet weiss, dass sein Team über sich hinauswachsen muss, um das rettende Ufer noch erreichen zu können, zumal das ohnehin schon dünne Kader noch einige Verletzte und Gesperrte zu beklagen hat.

Hervorragender Zusammenhalt

Der stets freundliche und aufgestellte Menzinger Keeper lobt den ausgesprochen guten Zusammenhalt des Teams und des gesamten Vereins. Er erzählt: «Wir sitzen nach den Trainings und nach den Spielen – egal ob gewonnen oder verloren – immer noch eine Weile zusammen und sprechen über Fussball, Gott und die Welt. Ich hoffe, dass unsere Truppe noch lange zusammenbleibt.» Grosse Unterstützung erhalte die Mannschaft von ihrer Fangruppe, den Menzingen-Supporters. Sie seien selbst bei garstigen klimatischen Verhältnissen an jedem Spiel vor Ort und würden pausenlos singen, jubeln und das Team nach vorne peitschen. Barmet schwärmt heute noch: «Im vergangenen Sommer, nachdem unser sofortiger Wiederaufstieg in die 3. Liga vorzeitig feststand, organisierten die Supporters für unsere Mannschaft eine Carfahrt zum vorläufig letzten 4.-Liga-Spiel gegen Brunnen II.»

Olivier Barmet verrät: «Als kleiner Knirps war ich von den Leistungen des langjährigen italienischen Nationaltorhüters Gian-Luigi Buffon beeindruckt. Heute imponieren mir vor allem Menschen, die füreinander einstehen und im Alltag ihr Bestes geben.» Ein leuchtendes Beispiel dafür sei für ihn Kevin Schöpfer, der mehrere Jahre für Menzingen spielte, ehe er die Fussballschuhe wegen einer gravierenden Knieverletzung an den Nagel hängen musste. Kevin sei trotzdem stets beim Team, wenn es ihm die Zeit erlaube.

Echte Vorbilder für Olivier Barmet sind seine Eltern. Vater Hans Barmet, langjähriger Spieler der 1. Mannschaft des SC Menzingen, amtete während vieler Jahre als umsichtiger Vereinspräsident. Und Mutter Monika Barmet (CVP), die derzeitige Kantonsratspräsidentin und damit höchste Zugerin, nimmt ihre Verpflichtungen stets sehr ernst. Wenn immer möglich, drückt sie als interessierte Zuschauerin dem SC Menzingen die Daumen. Dass die Mannschaft diese Unterstützung zu schätzen weiss, bewies Monika Barmet, als sie in ihrer Wohngemeinde als Kantonsratspräsidentin feierlich empfangen und mit einem Galadinner geehrt wurde. Olivier Barmet erzählt: «Unsere Mannschaft stand als Servierpersonal im Einsatz. Feierlich, wie es sich gehört, trug das Team weisse Handschuhe und Fliegen.»

Weitergeleitete Frage der Freundin

Olivier Barmet ist polysportiv unterwegs. Neben Fussball interessiert er sich für diverse andere Sportarten. Im Hinblick aufs Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das vom 23. bis 25. August in Zug stattfinden wird, sagt er: «Ich hoffe, dass der Menzinger Adrian Elsener sich qualifizieren kann und einen Kranz holt. Dem Chamer Pirmin Reichmuth traue ich sogar den Festsieg zu.»

Nach diesen Aussagen beginnt Barmet verschmitzt zu lächeln. Nach einigen Sekunden sagt er: «Als ich meiner Freundin Stephanie Müller, die im Damenteam Menzingen/Ägeri Fussball spielt, erzählte, dass die Zuger Zeitung ein Porträt über mich zu machen plane, fragte sie: Warum wird immer nur ein Porträt von einem männlichen Fussballer gemacht? Ich versprach ihr, die Frage weiterzuleiten.»

Am Samstag (18 Uhr, Widmen) gastiert Menzingen in Muotathal. Dazu Olivier Barmet: «Wir sind uns bewusst, dass wir über uns hinauswachsen müssen, um Muotathal vor ihrem jeweils zahlreich aufmarschierenden Publikum besiegen zu können. Obschon wir während der gesamten bisherigen Saison nur zwei Auswärtspunkte eingefahren haben, bin ich überzeugt, dass wir gewinnen werden. Es ist unsere letzte Chance, den Ligaerhalt eventuell doch noch realisieren zu können.»