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Kreative Köpfe aufgepasst: Wer hat eine innovative Projektidee für das Zuger Hertizentrum?

Im Januar 2020 startet der Innenumbau des Einkaufszenters Herti in der Stadt Zug, erste Ladenflächen stehen leer. Diese könne man innovativ nutzen, sind einige Zuger überzeugt. Sie starten bald mit einer Tauschbörse und wünschen sich die Mitwirkung der Bevölkerung.
Laura Sibold
Sie haben die ersten Zwischennutzungen im Einkaufszenter Herti aufgegleist: Claudia Castro, Patrick Bützer, Sandra Megert, Rosa Kolm und Rupan Sivaganesan (von links). (Bild: Patrick Hürlimann, Zug, 25. April 2019)

Sie haben die ersten Zwischennutzungen im Einkaufszenter Herti aufgegleist: Claudia Castro, Patrick Bützer, Sandra Megert, Rosa Kolm und Rupan Sivaganesan (von links). (Bild: Patrick Hürlimann, Zug, 25. April 2019)

Es ist ein unkonventionelles Ziel, das einige Zuger verfolgen: Zwischennutzungen in einem Einkaufszentrum lancieren, bevor es umgebaut wird. Wo sonst Grossverteiler und kleinere Geschäfte um Kundschaft werben, stehen ab Mai zwei Ladenlokale zur individuellen Nutzung zur Verfügung. Erste Ideen sind vorhanden: Ein Indoor-Spielplatz, ein Secondhand-Shop, Diskussionsrunden und eine Tauschbörse sollen im Herti entstehen. Das Projektteam bestehend aus Debora Bühlmann, Patrick Bützer, Claudia Castro und Rupan Sivaganesan hat dazu zwei leer stehende Ladenflächen gemietet.

«Die leeren Räume sollen Raum für kreative Ideen bieten. Jeder soll sich nach seinen Möglichkeiten einbringen können. Dazu sind die Lokale von 1. Mai bis Ende Oktober da – mit Aussicht auf Verlängerung bis Ende Jahr», erklärt Patrick Bützer. Der Zuger betreibt das Atelier Paettern beim Bahnhof und hat Erfahrung mit Zwischennutzungen.

Dorfplatz und Spielplatz laden zum Verweilen

Die Lokale zur Zwischennutzung befinden sich in der Ladenpassage: ein ehemaliges Kleidergeschäft, das sich diagonal gegenüber von der Coop-Filiale befindet sowie ein ehemaliger Teppichladen am Südeingang des Hertizentrums. Das Projektteam hat die Ladenflächen «Dorfplatz» und «Spielplatz» getauft. Der Spielplatz sei etwas abgelegen, könne dafür mit seinem separaten Zugang auch abends und am Wochenende genutzt werden, erklärt Patrick Bützer. «Geplant ist ein Indoor-Spielplatz für Kinder. Und wir haben Anfragen der Spielbude für Spielabende erhalten.» Auf dem Spielplatz sind zudem Diskussionrunden der City Kirche Zug sowie Anlässe von «First-Friday», einer Denkplattform für Gesellschaftsfragen und der Asylbrücke geplant. Da es im Lokal Duschen und Toiletten gibt, sind auch sportliche Aktivitäten möglich.

Bring- und Hol-Tauschbörse startet am 3. Mai

Der Dorfplatz wiederum ist mitten im Zentrum und somit sehr zentral gelegen. «Da sollen Angebote zu finden sein, die viele Leute anziehen», legt Bützer dar. Gestartet wird am 3. Mai mit einer Bring- und Hol-Tauschbörse, wofür das Projektteam die Facebook-Seite «Zuger helfen Zugern» mit einbezogen hat. «Auf unserer Seite wird seit über fünf Jahren alles Mögliche gratis getauscht», erklärt Administratorin Rosa Kolm. Nun wolle man die Idee aus dem virtuellen Raum ins Hertizentrum verlegen. Jeweils für zwei Wochen werden Gegenstände zu einem Thema angeboten. «Wir starten mit Outdoor-Spielsachen. Wer entsprechende Dinge zu Hause hat, die er nicht mehr braucht, kann diese am 3. Mai von 14 bis 18 Uhr im Lokal abgeben. Am 4. Mai ab 9 Uhr können dann Gegenstände kostenlos abgeholt werden», erklärt Kolm. Auch Themen wie Kleidung, Wandern, Camping, Regensachen, Heimwerken oder Schule seien geplant. Klar habe sie etwas Angst, dass gewisse Leute gleich mit dem Lieferwagen vorfahren und alles mitnehmen, gibt Rosa Kolm zu. «Wir appellieren an die Ehrlichkeit der Leute, nur das mitzunehmen, was sie wirklich brauchen.»

Angedacht ist auf dem Dorfplatz auch ein Secondhand-Shop, dafür gebe es bereits diverse Interessenten, verrät Patrick Bützer. Des Weiteren können die Ladenflächen auch zum Verkauf von Selbst Gemachtem oder für Hobbys genutzt werden. Für die Nutzung gibt es keine festgelegten Preise, jeder kann das in die Vereinskasse beisteuern, was er möchte. Patrick Bützer betont zudem, dass auch Freiwillige zur Aufsicht der Ladenflächen oder der Tauschbörse gesucht werden. «Wir sind für jede Hilfe dankbar und für ganz viele Ideen offen.» Wer eine Idee für eine Zwischennutzung hat oder sich für das Projekt engagieren möchte, kann sich unter www.paettern.ch/herti ins Formular eintragen. Genaue Öffnungszeiten gebe es noch nicht, so Bützer: «Das wird sich spontan ergeben. Es ist eine verrückte Idee, die hoffentlich von vielen Zugern mitgetragen wird.»

Wie das Hertizentrum umgebaut wird

Die Pläne für den Umbau und die Modernisierung des Einkaufszenters Herti sind bereits konkret. Wie die Genossenschaft Migros Luzern auf Anfrage schreibt, werden von September bis Dezember erste Arbeiten im Aussenbereich und in der Einstellhalle vorgenommen. Von Januar bis voraussichtlich November 2020 erfolgt der Umbau des Centers, wobei die Geschäfte geöffnet bleiben oder vorübergehend in Provisorien untergebracht sind. Die Substanz des Einkaufszenters soll vom Untergeschoss bis in den vierten Stock des Bürogebäudes erneuert werden. Dazu kommt eine Neuanordnung und moderate Erweiterung der Verkaufs­flächen in Richtung General-
Guisan-Strasse und Eisstadion.
Am 25. Juni um 19 Uhr lädt die Migros im Pfarreizentrum St. Johannes zu einem öffentlichen Informationsanlass. Die Umbauarbeiten basieren auf dem aktuellen Bebauungsplan von 1978. Der neue Bebauungsplan Hertizentrum wurde im November 2018 vom Stadtparlament abgesegnet. Laut Korporation Zug ist noch eine Einsprache hängig, die zurzeit behandelt wird. Der neue Bebauungsplan soll der Überbauung ein neues Gesicht verleihen. (ls)

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