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Masterplan Velo: «Nur ein Drittel ist umgesetzt»

In der kommenden Sitzung des Grossen Gemeinderats soll die Motion betreffend Bike to School/Masterplan Velo als erledigt abgeschrieben werden. Die Motionärin sieht das anders.
Andrea Muff
Der «Velosack» an der Zugerbergstrasse. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. April 2017))

Der «Velosack» an der Zugerbergstrasse. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 13. April 2017))

Velofahren ist eine praktische Sache: schnelles Vorwärtskommen, viele Parkmöglichkeiten und der eigenen Fitness hilft es auch. Doch sicher sollte das Velofahren ebenfalls sein: Vor über dreieinhalb Jahren hat die Fraktion Alternative-CSP die Motion betreffend Bike to School / Masterplan Velo beim Grossen Gemeinderat Zug (GGR) eingereicht. Der Vorstoss verlangt, dass die Stadt Zug in Zusammenarbeit mit dem Kanton die innerstädtischen Veloverbindungen, insbesondere zwischen den bevölkerungs- und kinderreichen Wohngebieten und den Oberstufenschulhäusern, verbessert und diese sicher, komfortabel und direkt – soweit möglich – als eigentliche «Velobahnen» gestaltet. «Damit die Eltern ihre Kinder mit dem Velo zur Schule schicken, brauchen wir sichere Verbindungen», sagt die zuständige Gemeinderätin Astrid Estermann.

Die Motion wurde an der GGR-Sitzung vom 22. März 2016 erheblich erklärt. Nun soll sie in der kommenden Sitzung von morgen Dienstag als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben werden. Damit ist Estermann nicht einverstanden.

Ein Wettbewerb läuft noch

In Bericht und Antrag des Stadtrates erläutert das Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit in Tabellenform pro Problemstelle die aktuelle Situation. «Von den 17 Punkten, die im Masterplan Velo stehen, sind nur rund ein Drittel tatsächlich oder teilweise umgesetzt worden», sagt die Stadtratskandidatin der Alternative-die Grünen. Ein weiteres Drittel sei auf die lange Bank geschoben und «bei einem Drittel sperrt offenbar der Kanton».

Es gibt aber auch Verbesserungen: Wie etwa bei der Zugerbergstrasse, wo ein sogenannter «Velosack» geschaffen wurde, damit die Velofahrer einfacher zur Stadtbibliothek in der St. Oswalds-Gasse abbiegen können und entlang der Alten Baarerstrasse Richtung Loreto dürfen nun auch Velos den Fussweg benutzen. «Ich dachte eigentlich, dass wir gar nicht auf einem schlechten Weg sind. Doch dies waren nur Pflaster auf besonders dringende Stellen», sagt Estermann und fügt hinzu: «Wenn ich jetzt die gesamte Auflistung sehe, muss ich sagen, dass das Ziel der Motion nicht erreicht ist.»

Als Beispiel: Man habe keine Möglichkeit, mit dem Velo vom See zur Musikschule zu kommen, ohne vom Velo zu steigen und die Fussgängerstreifen zu benutzen, erklärt die ALG-Gemeinderätin. Im Geviert Alpenstrasse-Erlenstrasse-Pilatusstrasse-Gotthardstrasse-Grafenaustrasse ist aber noch ein Wettbewerb bezüglich Gestaltung und künftigem Betrieb dieser Strassenräume hängig, schreibt der Stadtrat im Bericht. Ziel des Wettbewerbs sei eine attraktive Gestaltung dieser innerstädtischen Strassenräume unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der verschiedenen Verkehrsträger.

Langsamverkehrskonzept geplant

In seiner Vorlage kommt der Stadtrat zum Schluss, dass er das Velo als praktisches, schnelles Verkehrsmittel anerkenne. «Bei allen Strassenbauprojekten und städtischen Planungen werden die Bedürfnisse der Velofahrerinnen und Velofahrer wo immer möglich berücksichtigt.» Im Zuge der nächsten Ortsplanungsrevision ist ein Langsamverkehrskonzept geplant, das bei Bauprojekten als Richtschnur dienen soll. Verschiedene Massnahmen können derzeit aufgrund des Alters der bestehenden Anlage oder wegen offener Fragestellungen nicht umgesetzt werden. Der Stadtrat empfiehlt deshalb, die Motion als erledigt abzuschreiben.

Astrid Estermann wird jedoch beantragen, dies nicht zu tun. «Ich weiss nicht genau, wo die Schwierigkeiten stecken. Aber das ist bei weitem nicht das, was ich mir vorgestellt habe.» Die ALG-Politikerin fügt hinzu: «Die Motion wurde nicht erfüllt.»

Das Stadtparlament befindet am Dienstag über diesen Antrag. Weiter stehen die 2. Lesung des neuen Finanzierungsmodells «Betreuungsgutscheine» für die Betreuung in Kindertagesstätten, die Volksinitiative «Ja zur Parkraumbewirtschaftung mit Mass (Parkrauminitiative)» und die Interpellation «Feuerteufel» der SVP-Fraktion auf der Traktandenliste. Die Sitzung des GGR im Kantonsratssaal beginnt am Dienstag um 17 Uhr und ist öffentlich.

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