Nur einen Klick entfernt

Seitenblick

Charly Keiser
Drucken
Teilen
Charly Keiser

Charly Keiser

Mir fehlt die Sonne. Wirklich. Und der Nebel, der seit Tagen über dem Zugerland liegt, nervt mich gewaltig. Ich meine es echt ernst. Ein wichtiger Grund für meine Unzufriedenheit liegt in den technischen Möglichkeiten, die heutzutage vorhanden sind. Denn während wir uns früher das märchenhaft schöne Nebelmeer und den stahlblauen Himmel nur vorstellen konnten, sind diese heute nur einen Klick entfernt. Statt uns mit der Nebelsuppe abzufinden, ziehen wir uns nämlich beim Besuch der Webcams in der Höhe quasi den Speck selber durch den Mund. Das war früher deutlich einfacher, und das Dahindämmern unter dem Grau fiel wohl nicht nur mir deutlich leichter.

Erschwerend kommt im Moment hinzu, dass meine Stammbeiz geschlossen ist. Denn ein abendlicher Spaziergang auf den Wildspitz zum dortigen Berggasthaus macht momentan wenig Spass und verhindert die Sicht aufs Nebelmeer und die wärmenden Sonnenstrahlen auf meiner nach Vitamin D lechzenden Haut. Die Herbstferien lassen grüssen.

Der graue Spuk soll auch heute und morgen weitergehen. Immerhin bekomme ich an diesem Wochenende die Möglichkeit, der Nebelsuppe zu entfliehen, weil die ganzen Tage zur Verfügung stehen. Werden Sie, liebe Leserinnen und Leser, durch Einkaufen, Kinderhüten, Autowaschen, Konzertbesuche und Kirchgänge daran gehindert, heute oder morgen dem Nebel mit einem Ausflug in die Höhe zu entfliehen? Kein Problem: Sie sind nur einen Klick vom Blick aufs Nebelmeer entfernt, und Vitamin D gibt’s als Pille. Die warmen Sonnenstrahlen müssen Sie sich aber leider vorstellen.