In Baar kann der Parkplatz neu per App bezahlt werden

In Baar können Parkplätze seit rund zwei Wochen digital bezahlt werden. Erste Reaktionen sind positiv.

Vanessa Varisco
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In der Gemeinde Baar kann die Parkgebühr nun auch per Smartphone bezahlt werden.

In der Gemeinde Baar kann die Parkgebühr nun auch per Smartphone bezahlt werden.

Bild: Stefan Kaiser (Baar, 29. Februar 2020)

Seit gut zwei Wochen ist es in Baar auch möglich, den Parkplatz ohne Münz zu bezahlen. Denn die Gemeinde hat das digitale Zahlen eingeführt. Der Vorgang funktioniert folgendermassen: Man wählt eine der fünf verfügbaren Apps, stellt die voraussichtliche Parkdauer ein und startet den sogenannten Parkvorgang. Sobald man beim Auto zurück ist, kann man diesen stoppen. «Das hat den Vorteil, dass nur die effektive Parkzeit bezahlt wird», erklärt Vorsteher Sicherheit/Werkdienst Zari Dzaferi. Was von vielen Nutzern geschätzt werde.

Wie Dzaferi erklärt, habe es seit der Einführung bereits über 700 digitale Parkvorgänge gegeben. «Dass das Angebot so rege genutzt wird, freut uns natürlich.» Besonders, weil die Parkplatzbewirtschaftung zuletzt in Baar auch Kritik einstecken musste.

Vernehmlassung für das Parkraumkonzept wird aufgegleist

(vv) Die Parkplätze geben in Baar immer wieder zu reden. Während die Einführung der digitalen Zahlungsmethoden wenig umstritten war, regten eine mögliche Tariferhöhung oder die Handhabung der Betriebszeiten Widerstand. Um ein einheitliches Konzept auszuarbeiten, ist eine Vernehmlassung geplant, welche im Frühling angesetzt ist. «Die Vorbereitungen dafür laufen bereits», versichert der Sicherheitsvorsteher Zari Dzaferi.

Zu Wort kommen unter anderem Parteien, Vertreter des Gewerbes, aber auch die grössten Baarer Vereine, Korporationen sowie Besitzer von Parkfeldern, die von der Gemeinde gepachtet werden. «Uns ist es ein Anliegen niemanden zu vergessen», so Dzaferi. Im Herbst stand der Vorwurf im Raum, eine Vernehmlassung sei nie geplant gewesen. Die Gemeinde widersprach dem mehrmals. Zum Zeitplan kann die Gemeinde noch keine genauere Auskunft geben. «Ziel ist, ein ausgereiftes Konzept vorlegen zu können. Es besteht aber keine Eile», räumt Dzaferi ein. Dies deshalb, weil das aktuelle System funktioniere.

Mit dem Parkraumkonzept soll aber eine Vereinheitlichung möglich werden. Der Zeitplan ist ausserdem nicht nur vom Baarer Gemeinderat abhängig: «Sondern vor allem auch von den Resultaten der Vernehmlassung.» Je nachdem wie sehr die Meinungen auseinandergehen würden bezüglich der Regelungen, müsse beispielsweise eine weitere Runde eingelegt werden. «Dieses Projekt ist mehrere Legislaturperioden liegen geblieben. Wir arbeiten daran, aber damit es eine befriedigende Lösung für alle Beteiligten gibt, brauchen wir Zeit.»

Die Arbeiten für die Einführung haben schon vor einiger Zeit begonnen. Unter anderem mussten die bestehende Tarifstruktur sowie die Standorte erfasst und die Verträge mit den Anbietern für die Bezahldienste ausgehandelt werden. «Der Gemeinde war es ein Anliegen, dieses Projekt voranzutreiben, da wir Bedarf verortet hatten», so der Sicherheitsvorsteher. Die Rückmeldungen seien bislang positiv. «Von Jung und Alt gleicher­massen», betont Dzaferi. Er erklärt das damit, dass die Handhabung leicht sei und gerade Bezahlangebote wie Twint bereits gut genutzt würden.

Alle Altersgruppen abholen

Um die junge Zielgruppe zu erreichen, hat Dzaferi auf seinen Social-Media-Kanälen ein Video zum digitalen Zahlen hochgeladen, welches bislang über 9000-mal angeklickt wurde. Über Störfälle und Beschwer­den würde die Gemeinde sodann auch gleich informiert, denn die Benutzer können in solchen Fällen das Problem per Whatsapp melden. «Bis dato ist allerdings noch keine Beschwerde eingegangen», weiss Dzaferi. Das war bei der alten Zahlungsvariante mit Kleingeld anders: Die häufigsten Fehler neben Problemen mit dem Münzprüfer waren Schwierigkeiten mit dem Display. Reparaturen kosteten jeweils zwischen 200 und 2500Franken.

Kosten sparen mit der digitalen Variante

Bei der neuen Zahlungsme­thode kann Dzaferi noch keine Herausforderung benennen. «Wir haben im Voraus alles sauber aufgegleist, deshalb sollte es einwandfrei laufen.» Die digitalen Zahlungsmethoden sind eine ergänzende Dienstleistung. «Wer will, kann weiterhin mit Münz bezahlen», betont der Gemeinderat.

Insgesamt sind in der Gemeinde drei Anbieter mit fünf Apps zur digitalen Bezahlung von Parkplätzen vorhanden. An diese Firmen gibt Baar einen unterschied­lichen Anteil an Kommission ab, durchschnittlich sind es 4,5 Prozent. «Dafür entstehen weniger Probleme mit dem Münzprüfer und die Automaten müssen weni­ger geleert werden, was Kosten spart.»

Die nächsten Möglichkeiten in Bezug aufs digitale Zahlen sind festgelegt. In Zukunft sollen auch Dauerparkkarten und Sonderbewilligungen digital abrufbar sein. «Daran arbeiten wir zurzeit noch», schliesst Dzaferi. Mit der Einführung des digitalen Zahlens ist ein weiterer Schritt in der Planung des Parkraumkonzepts getan. Anzupacken gilt es noch die Bewirtschaftungszeiten und die Gebühren.