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Beim Unterägerer Projekt «Am Baumgarten» wird weitergebaut

Die Erlebnisgastronomie soll ins Ägerital einziehen – mindestens wenn es nach dem neuen Konzept der Bonainvest AG für die öffentliche Nutzung der Überbauung «Am Baumgarten» geht.
Carmen Rogenmoser

Der Gemeinderat hat der Nutzungsänderung zugestimmt, der Baustopp ist beendet. Das Projekt «Am Baumgarten» der Bonainvest AG kann somit vorangetrieben werden. Neun Einsprachen waren gegen die Nutzungsänderung eingegangen. Zwei wurden in der Zwischenzeit zurückgezogen, die restlichen sieben abgewiesen. Im Spätsommer dieses Jahres soll der Bau des betroffenen Gesundheitshauses fortgesetzt werden – vorausgesetzt, die Einsprachen werden nicht weitergezogen. Dies nahmen Ivo Bracher, Verwaltungsratspräsident der Bonainvest Holding AG, und sein Team zum Anlass, die Presse über die Neukonzeption des Gesundheitshauses und den Stand des Bauprojekts zu informieren.

Der öffentliche Bereich der Überbauung befindet sich im Erdgeschoss des hintersten Gebäudes. (Visualisierung: PD)

Der öffentliche Bereich der Überbauung befindet sich im Erdgeschoss des hintersten Gebäudes. (Visualisierung: PD)

Der öffentliche Bereich im Erdgeschoss des Gesundheitshauses läuft künftig unter dem Motto «Living Kitchen: lernen, kochen, erleben». «Es soll ein Begegnungsort für drei Generationen werden», erklärt Damien Rottet von der Firma D&D Hospitality Projects aus Cham, die als Experten hinzugezogen wurden. Drei Hauptangebote wurden definiert: ein Kaffeehaus, verteilt auf Lobby, Coffee-Bar und Bibliothek, eine Wohnküche, «Living Kitchen» genannt, und flexible Gesellschaftsräume. Die Einrichtung soll modern und wohnlich sein. Das Konzept ersetzt die Idee des öffentlichen Bereichs bestehend aus Restaurant, Streichelzoo und Spielplatz, der im Zusammenhang mit dem Kinderhotel entworfen wurde.

Die Vorgeschichte

2014 verkaufte die Stiftung St. Anna ihr Grundstück der
Bonainvest AG. Diese plante mit dem Projekt «Am Baumgarten» drei Neubauten, die Sanierung der bestehenden Gebäude und ein Gesundheitshaus mit einem Hotel für pflegebedürftige Kinder. Die Bevölkerung stimmte einer höheren Ausnutzung sowie guten Konditionen zu. Kurz nach dem Spatenstich Ende 2017 wurde die Idee begraben. Stattdessen sollen Residenzwohnungen entstehen. Dagegen gab es im Dorf Widerstand. Der Verein Pro St. Anna formierte sich und sammelte Unterschriften, dass die Nutzungsänderung nicht bewilligt werden soll. (cro)

Nun soll nicht einfach ein weiteres Dorfrestaurant entstehen. Die Lösung heisse Erlebnisgastronomie, erklärt Rottet. «Die Lage ist für ein Restaurant suboptimal.» Das Gebiet liegt etwas erhöht, weg von der Hauptstrasse und verfügt nicht über Seesicht. «Die Strategie ist eine minimal erfolgreiche Geschäftstätigkeit», führt der Experte aus. Das bedeutet, der Mehrwert, den der Betrieb bieten wird, ist wichtiger als die Gewinn­maximierung. Ziel ist eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung.

Yoga, Ausstellungen, lokale Partner

Die Angebote können von sportlich-medizinischen wie etwa Yoga oder Turnen im Alter über Angebote der Wohnküche wie Pop-up Restauration, Tortenkurse oder einen Mittagstisch für Kinder, Bewohner und Besucher variieren. Vorgesehen sind auch Lesungen oder Ausstellungen. Die flexiblen Räume lassen ebenso Platz für private Feiern oder Vereinsanlässe. Organisationen wie etwa Punkto Zug oder Kindline sollen genauso einbezogen werden wie lokale Lieferanten. «Das Konzept ist Teil von Bonacasa», so Rottet. Davon überzeugt, dass das gelingt, ist Ivo Bracher. Wichtig sei in diesem Zusammenhang das Stichwort Alterseinsamkeit. «Mit dem öffentlichen Geschoss haben die Bewohner die Möglichkeit, in Gesellschaft Kaffee zu trinken, Zeitung zu lesen oder gemeinsam zu essen.» Die Geschichte mit dem Kinderhotel habe wehgetan, gibt er zu. «Was jetzt entsteht, ist eine Riesenchance für das Ägerital.» Und auch für Bonainvest. Denn funktioniert das Konzept, diene es als Vorbild für weitere Bauprojekte.

Ebenfalls anwesend an der Presseorientierung waren Vertreter der Stiftung St. Anna. «Wir alle kennen die Vorgeschichte», sagt Präsident Hugo Berchtold. Die zentrale Frage sei, ob es einen Nutzen für die Öffentlichkeit gebe. Das sei offensichtlich der Fall. Der Stiftungsrat stehe hinter dem neuen Konzept. «Damit sind wir auf gutem Weg, für die Bewohner und die Bevölkerung.» Er hoffe nun, dass es schnell vorwärtsgehe. Die alte Geschichte soll abgehackt werden. «Wenn die Emotionen überschwappen, spielen Fakten keine grosse Rolle mehr», meint er. Läuft es nach Wunsch, soll das Gesundheitshaus, inklusive der 44 Residenzwohnungen, Anfang 2022 bezugsbreit sein. Wie teuer die Mietwohnungen werden, sei noch nicht definiert, so Bracher. Die Alterswohnungen der drei weiteren Neubauten können hingegen bald bezogen werden.

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