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OBERÄGERI: Bewegt sich ein Wolf im Kanton?

Ein Wolf soll das Gebiet um den Raten durchstreifen. Obwohl das sehr wahrscheinlich ist, fehlen bisher eindeutige Beweise. Der Kanton ist auf ein allfälliges Auftauchen des scheuen Raubtiers vorbereitet.
Carmen Rogenmoser
Der Wolf ist streng geschützt. Nur in Ausnahmefällen darf er abgeschossen werden. (Bild: Romano Cuonz (27. Juni 2015))

Der Wolf ist streng geschützt. Nur in Ausnahmefällen darf er abgeschossen werden. (Bild: Romano Cuonz (27. Juni 2015))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Zwei Herdenschutzhunde leben seit kurzem bei einer Schafherde im Kanton Zug (wir berichteten). Diese haben bald vielleicht mehr zu tun, als sich bei der Herde einzuleben und diese vor wilden Hunden und Diebstahl zu schützen. Denn offenbar ist der Wolf nun auch im Kanton Zug unterwegs. Auf dem Raten in Oberägeri, konkret im Gebiet Höhronen, sind offenbar Spuren eines Wolfes gefunden worden. Gar gesehen worden sei er, heisst es. Einen Beweis dafür gibt es derzeit allerdings nicht.

Von offizieller Seite gibt es keine Bestätigung, dass das scheue Raubtier hier aufgetaucht ist. «Da es keinen Nachweis gibt, können wir die Sichtung eines Wolfes auf Zuger Kantonsgebiet nicht bestätigen», gibt Priska Müller, Abteilungsleiterin Wald und Wild des Kantons Zug, Auskunft. Trotzdem scheint an dem Gerücht etwas dran zu sein: «Ich kann bestätigen, dass gemäss der Wildhut des Kantons Schwyz bei Biberbrugg ein Wolf gesehen wurde», sagt Alfred Meier, Präsident des Zuger Kantonalen Patentjägervereins auf Anfrage. Die Zuger Grenze liegt nur unwesentlich daneben – für einen Wolf ist das quasi ein Katzensprung, kann er täglich problemlos 30 Kilometer zurücklegen.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der Schwyzer Wolf nun auch im Kanton Zug unterwegs ist. «Eine eindeutige Identifizierung konnte noch nicht gemacht werden», sagt aber auch Meier. Dafür braucht es genaue Anzeichen, wie etwa eine eindeutige Sichtung oder Risse. Kommt das vor, werden DNA-Proben entnommen, und der Wolf kann als solcher identifiziert werden. Wurde die DNA des Wolfes bereits erfasst, kann seine Wanderung verfolgt werden. Nachgewiesen wird das Tier auch anhand von Pfotenabdrücken. Das fehlt im Kanton Zug bisher noch.

Jäger Alfred Meier erklärt, es sei sehr wahrscheinlich, dass nur ein Wolf unterwegs ist. «In der Regel werden neue Lebensräume allein erkundet.» Er selber hat den Wolf auch nicht gesehen. «Es bleibt abzuwarten. Das Tier entscheidet selber, wo es bleiben will und überhaupt in Erscheinung tritt.»

Er streift in der Nähe umher

In Schwyz hingegen bewegt sich der Canis lupus, so sein lateinischer Name, schon länger. Fast ein Jahr sei der Wolf nun immer in der gleichen Region – namentlich in Schindellegi und im Einsiedler Gross – unterwegs, sagt Thomas Fuchs, Amtsleiter Natur, Jagd und Fischerei des Kantons Schwyz. Er ergänzt: «Es gibt immer wieder Hinweise und Sichtungen.» So wurde er vor gut drei Wochen in Oberiberg und vor etwa zwei Wochen in Schindel­legi gesehen. Seither sei er aber nicht mehr aufgetaucht. «Dass ein junger Rüde aber weiterwandert, ist normal», erklärt er.

Die Wildhüter im Kanton Schwyz sind jederzeit auf die Begegnung mit dem Wolf vorbereitet. «Wir haben ein Notfall-Kit im Auto», erklärt Fuchs. Dazu gehörten eine mobile Fotofalle sowie die Möglichkeit, Kotproben zu entnehmen. Sichtungen würden immer wieder gemeldet. Alle könne man allerdings nicht ernst nehmen. «Kommen die Hinweise von einem Jäger oder mehrere aus dem gleichen Gebiet, dann kann den Aussagen Glauben geschenkt werden», so Fuchs.

Zug ist bereit für den Wolf

So weit ist es in Zug noch nicht gekommen. Doch auch hier ist man auf der Hut: Die Jagdverwaltung Zug habe sich bei den Schwyzern ebenfalls über die Sichtungen informieren lassen, sagt Fuchs. Vorbereitet auf das Auftauchen eines Wolfes ist man beim Amt für Wald und Wild bereits: «Sobald ein Hinweis zu einer Wolfssichtung, eine Spur oder eine Rissmeldung bei uns eingeht, werden diese durch die Wildhut umgehend verifiziert.»

Dabei werde nach einem vorgegebenen Ablaufschema gehandelt. «Uns steht auch Material zur Verfügung, um Nutztierhalter bei allfälligen zusätzlichen präventiven Schutzmassnahmen zu unterstützen», so Müller. Dazu gehören etwa verstärkte Zäune. Ereignet sich ein Riss, kann es zum Einsatz einer Fotofalle kommen. «Da das Tier häufig dorthin zurückkehrt», sagt Priska Müller.

Diese kommt also erst zum Einsatz, wenn tatsächlich ein Wolf in der Gegend ist. Auf die Suche nach dem Wolf macht man sich aber nicht. Das Auftauchen des Wildtieres wäre für den Kanton eine Sensation. Seit der Rückkehr des Wolfes in die Schweiz ist bis jetzt kein Tier hier aufgetaucht. «Da der Kanton klein und dicht besiedelt ist, ist es unwahrscheinlich, dass sich ein Wolf hier ständig ansiedelt», erklärt Priska Müller. Durchaus möglich hingegen sei, dass ein Tier zeitweise das Kantonsgebiet durchstreife.

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