OBERÄGERI: Das Restaurant Falken ist zu

Immer mehr Dorfbeizen fehlen die Gäste. Im «Falken» ist das gerade umgekehrt – trotzdem hört das Wirtepaar auf.

Luc Müller
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Patrizia und Armin Schönmann haben als Wirtepaar im «Falken» aufgehört. Nun wollen sie das Restaurant verkaufen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Patrizia und Armin Schönmann haben als Wirtepaar im «Falken» aufgehört. Nun wollen sie das Restaurant verkaufen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

In Oberägeri ist das Restaurant Falken seit gestern Sonntag geschlossen. Geht im Ägerital schon wieder eine Dorfbeiz aus Gästemangel zu, nachdem in Unterägeri das «Kreuz» Ende April schliesst und auch der «Ägerihof» auf Ende Jahr dichtmachen wird? «Nein», erklärt der «Falken»-Wirt Armin Schönmann (49) mit Nachdruck. «Bei uns liegt der Fall anders. Unser Restaurant läuft prächtig, und wir haben vor allem abends viele Gäste.» Es seien hauptsächlich private Gründe, weshalb er und seine Frau Patrizia nun das Restaurant schliessen. «Der Job macht sehr viel Freude, aber es ist auch ein grosser Krampf», gesteht Schönmann, der gelernter Koch ist und früher auch als EDV-Spezialist und Versicherungsagent gearbeitet hat.

Das Restaurant Falken hat das Ehepaar Schönmann erst vor drei Jahren gekauft. «Wir haben die Beiz von null auf hundert hochgebracht. Das hat viel Substanz gekostet», sagt Schönmann. Das Restaurant war auch am Sonntag geöffnet und werktags jeweils schon um 8.30 Uhr offen – am Dienstag war Ruhetag. Nach der vielen Arbeit will sich das Ehepaar nun eine Auszeit gönnen.

Mittagszeit unrentabel

«Die Beizenlandschaft hat sich verändert», sagt Schönmann – auch in Oberägeri. Das Dorf kennt er bestens: Hier ist er aufgewachsen, und hier war er jahrelang als Legorenvater und in der Feuerwehr aktiv. «Hätte ich weitergemacht, hätte ich wohl nur noch abends geöffnet.» Denn das Mittagsgeschäft rentiere immer weniger. «Vor allem im Sommer holen sich die Leute immer öfters schnell etwas auf die Hand und sitzen zum Essen draussen.» Auch die klassischen Znüni-Kunden, früher vor allem die Arbeiter, werden immer weniger. «Das ist heute stark von der Bautätigkeit in der Umgebung abhängig.» Patrizia und Armin Schönmann haben mit dem «Falken» bewusst eine Nische gesucht. Und gefunden. Denn sie führten das einzige Steakhouse im Ägerital. «Das Konzept kam bei den Gästen sehr gut an», blickt Schönmann zurück. Im Vorderteil des Restaurants bildete der Grill sozusagen das Herzstück. Aber auch ein klassischer Stammtisch war dort noch zu finden. Zudem bauten sie zusätzlich ein Säli, in dem die Gäste in gediegener Atmosphäre dinieren konnten.

Und wie geht es mit dem «Falken» weiter? «Wir wollen das Restaurant verkaufen. Der Käufer sollte weiterhin ein Restaurant führen», sagt Armin Schönmann. Derzeit sei er mit mehreren Interessenten in Verhandlung, einen Verkaufsabschluss kann Schönmann aber noch nicht vermelden.