OBERÄGERI: Das Ringen um die Studenhütte geht weiter

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis auf dem Seeplatz ein fest eingerichtetes Bistro steht. Zu weit voneinander entfernt sind die Wünsche des Gemeinderats und die des in der Studenhütte eingemieteten Segel-Clubs Aegeri.

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Die Verhandlungen für die Nutzung der Studenhütte stocken. (Bild: Stefan Kaiser (Oberägeri, 13. Oktober 2016))

Die Verhandlungen für die Nutzung der Studenhütte stocken. (Bild: Stefan Kaiser (Oberägeri, 13. Oktober 2016))

Bald herrscht wieder Aufbruchstimmung auf dem Seeplatz in Oberägeri – einmal mehr. Denn seit 13 Jahren packt Bruno Neuweiler, Betreiber des Bistros Sunneschmatz, im Oktober seine Sachen und räumt den Platz leer. Genauso lange erhält er jeweils einen befristeten Vertrag – als Provisorium, ohne festen Wasser- und Stromanschluss. Eigentlich sollte ein fest eingerichtetes Bistro im Erdgeschoss der Studenhütte eröffnet werden, als zweiter Schritt nach der Neugestaltung des Seeplatzes. Der Platz wurde im Frühling 2016 eingeweiht, das Bistro fehlt bisher aber. Die Verhandlungen mit dem eingemieteten Segel-Club Aegeri stocken, und die Verstrickungen in der Unterbringungen des Jugendtreffs, der ebenfalls im selben Gebäude beheimatet ist, dauern an (siehe Box). Wie es scheint, könnte das noch eine Weile dauern.

Kürzlich informierte die Gemeinde die Anrainervereine über den Stand des Projekts. Deren Lösung: ein Kiosk im hinteren Teil der Studenhütte mit Sitzgelegenheiten neben dem Gebäude, in Sichtweite des Betreibers. Der Segel-Club könnte sein Lokal inklusive der Sitzplätze im Freien behalten und diese reservieren, falls ein Club-interner Anlass ansteht. Das Treffen verlief aber in eine andere Richtung, als der Gemeinderat – vertreten durch Peter Staub (CVP) und Paul Iten (Forum) – sich das wohl gewünscht hätte. Anstatt an der ausgearbeiteten Lösung zu feilen, wurde diese mehr oder weniger verworfen. Aus den zahlreichen Voten ging hervor, dass man lieber direkt am See sitzen will und nicht so weit davon weg wie eingeplant oder dass eine Art fester Container, der direkt am See aufgestellt wird, genau das sei, was auf den Platz passe. Mehrmals betonte Staub, dass ein ganz neuer Ansatz nicht zur Diskussion stehe. Man wolle auf dem aufbauen, was bisher erreicht wurde. Jetzt bleibt dem Rat allerdings nicht viel anderes übrig.

Container oder Kiosk?

«Nach der Informationsveranstaltung haben sich zwei Varianten herauskristallisiert», fasst Peter Staub im Nachhinein zusammen. «Einerseits prüfen wir eine Containerlösung direkt am See, und andererseits prüfen wir die Variante mit Kiosk in der Studenhütte und Sitzgelegenheiten direkt am See.» Variante 1 müsse detailliert mit dem Kanton angeschaut werden, zudem entstehen dabei bauliche Massnahmen, auch für Wasser und Strom. Grundsätzlich gilt aufgrund der Uferschutzzone eine Zehn-Meter-Abstand zum Wasser für feste Einrichtungen. «Wir sind bestrebt, für alle Nutzer des Seeplatzes eine ideale Lösung zu finden, sodass Wassersportfreunde, Touristen und die Oberägerer Bevölkerung sich wohlfühlen und alle Bedürfnisse weitgehend ­abgedeckt werden können», wünscht sich der Gemeinderat.

Beim Segel-Club Aegeri, der von den organisatorischen und baulichen Veränderungen am meisten betroffen ist, heisst es: «Wir vom Segel-Club Aegeri waren etwas überrascht, aber auch froh, waren die Vorschläge der eingeladenen Organisationen derart klar für eine Lösung mit Bistro auf dem Seeplatz.» Der Gemeinderat soll mit aller Entschlossenheit die Realisierung eines separaten Bistros auf dem Seeplatz anstreben, wie von allen beteiligten Organisationen gefordert, führt Präsident Werner Frei aus. «Auch die Mehrheit der Talbevölkerung ist nach unserer Überzeugung für diese Variante.» Zudem sei das auch am günstigsten. Für den Club selber sei es von «existenzieller Bedeutung», dass die notwendige Infrastruktur für Technik und Zusammenkunft erhalten werden könne. Mit einem separaten Bistrobetrieb wäre das ideal zu realisieren. «Seit dem ersten Projekt war der Segel-Club zu Zugeständnissen bereit. Die Kompromissbereitschaft hört jedoch bei Forderungen auf, welche die Vereinsaktivität derart erschweren, dass ein Weiterbestand des Clubs in Frage gestellt wird», gibt sich Frei kämpferisch.

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch