Oberägeri

Der Gottesacker soll dereinst auch ein Park sein

Für die Neugestaltung legt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom Montag einen Kredit von rund 1,5 Millionen Franken vor.

Marco Morosoli
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Der Friedhof bei der katholischen Kirche soll umgestaltet werden.

Der Friedhof bei der katholischen Kirche soll umgestaltet werden.

Bild: Maria Schmid (Oberägeri, 25. November 2020)

Der Tod ist allgegenwärtig, aber das Unvermeidliche geniesst in unserem Denken ein Schattendasein. Das Coronavirus hat diesen Blickwinkel etwas verschoben. Begriffe wie Übersterblichkeit und sogar Untersterblichkeit haben sich ihren Platz im aktuellen Wortschatz gesichert. So gesehen stimmt – natürlich nur zufälligerweise – der Fahrplan des Oberägerer Gemeinderats. Dieser hat für die Budgetgemeindeversammlung vom kommenden Montag (siehe Box) ein Geschäft zur Beschlussfassung bestimmt, in dem es um den Friedhof bei der katholischen Kirche und das Friedhofsgebäude geht, welche heutigen Ansprüchen gemäss dem Gemeinderat nicht mehr genügen.

Veränderungen auf einem sensiblen Gebiet, was der Friedhof bekanntermassen ist, sind nur auf eine sanfte Art und Weise möglich. Der Gemeinderat schlägt denn auch ein Vorgehen in Etappen vor. Da ein Teil der angedachten Umgestaltung Bereiche berührt, bei denen die katholische Kirchgemeinde in der Pflicht steht, müssen die beiden Körperschaften ihre Arbeiten koordinieren. In dieser Hinsicht hat der Gemeinderat bereits vorgespurt. Dabei müssen aber nicht nur die beiden Aufgabenträger am gleichen Strang ziehen. Bei aller Vorsicht gilt es nämlich, auch noch die Grabesruhe zu berücksichtigen. Ferner müssen die Gemeinde und die Kirchgemeinde den veränderten Bedürfnissen der Bürger Rechnung tragen. Erdbestattungen gehen zurück. Urnengräber wie auch das Gemeinschaftsgrab hingegen liegen im Trend.

Die Traktanden

Die Oberägerer Budgetgemeinde findet wegen der Coronavirus-Pandemie am kommenden Montag (20 Uhr) in der Dreifachturnhalle Hofmatt statt.

Der Gemeinderat legt sechs Traktanden vor: Das Protokoll der letzten Versammlung vom 7. September; Die Ausführungen zum Finanzplan 2021 bis 2025 sind Traktanden ohne Beschlussfassung; Beim Budget 2021 sind Korrekturen möglich. In zwei Sachvorlagen geht es um bauliche Anpassungen auf dem Oberägerer Friedhof und die Sanierung der Tannstrasse. Ferner liegt noch eine Interpellation der SVP zu den aktuellen Zahlen des Ägeribads vor.

Die Aussenhaut der Öberägerer Kirche erneuern

Die Bauherrschaft will in rund zehn Jahren mit der letzten Etappe beginnen. Zur sanften Auffrischung des näheren Umfeldes der Kirche Peter und Paul gehört zum Beispiel auch die Sanierung der Aussenhülle des Gotteshauses. Wie den Unterlagen zur Gemeindeversammlung zu entnehmen ist, soll dies im Jahr 2022 geschehen.

Auch das Mehrzweckgebäude auf dem Friedhofsgelände will der Gemeinderat rundum erneuern. Die WC-Anlage ist rollstuhlgängig herzurichten. Ebenso haben gemäss dem Gemeinderat die beiden gekühlten Aufbahrungsboxen – so ist in der Vorlage zur Gemeindeversammlung zu lesen – ihre Lebensdauer erreicht. Alles in allem rechnet die Gemeinde für all die notwendigen Arbeiten auf dem Oberägerer Friedhof mit Aufwendungen von rund 1,5 Millionen Franken.

Darin ist die umfassende Erneuerung des Mehrzweckgebäudes auf dem Friedhofsgelände schon eingerechnet. Dieses Projekt soll rund 350000 Franken kosten. Die Ortsparteien stehen dem Projekt wohlwollend gegenüber. Etwas Negatives in dieser Sache ist bis jetzt nicht geäussert worden. Das Forum Oberägeri stimmt dem Projekt vorbehaltlos zu. Auch die SVP schliesst sich dem an. Eine Bank ist also möglich. Das Forum Oberägeri lobt zudem den Gemeinderat dafür, dass er auf eine weitere Steuersenkung verzichtet – dies im Gegensatz zum Kanton Zug.

Überraschungspotenzial haben am kommenden Montag nur die mündlichen Antworten des Gemeinderats auf eine Interpellation der SVP. Sie will Näheres zum Geschäftsgang des Ägeribades seit der Eröffnung wissen.