OBERÄGERI: Der Raten soll attraktiv bleiben

Am Samstag wurde trotz Schneemangel der neue Skilift eingeweiht. Die Betreiber hoffen nun auf die anstehenden Festtage.

Zoe Gwerder
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Die beiden Ägerer Pfarrer Urs Stierli (links) und Jürg Rother setzen den Skilift Mega Star mit einem gemeinsamen Knopfdruck erstmals in Gang. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die beiden Ägerer Pfarrer Urs Stierli (links) und Jürg Rother setzen den Skilift Mega Star mit einem gemeinsamen Knopfdruck erstmals in Gang. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Zoe Gwerder

Samstag, 10 Uhr morgens: «Fast alles hat geklappt, ausser die Sache mit dem Schnee. Aber etwas Kosmetik hat es ja bereits.» Jürg Rogenmoser meint damit die wenigen Zentimeter Weiss, die auf dem Hügel des neuen Skilifts liegen. Rogenmoser ist Präsident der Skilift Raten AG, die den neuen Skilift am Wochenende einweihte.

Die Anlage ersetzt den alten Ponylift, der während fast 50 Jahren in Betrieb war. Die Berg- und Talstation sind neu auf einem festen Fundament fixiert und bleiben auch im Sommer bestehen. Masten gibt es keine, und die Höhe des Seiles kann auf bis zu vier Meter eingestellt werden. «Dies erleichtert uns die Pistenarbeit», erklärt Rogenmoser. Zudem könne die Anlage so den Schneeverhältnissen angepasst werden. Auch für die Skifahrer hier meistens Kinder – ändert sich einiges: Die neue Anlage ist länger und reicht höher den Hügel hinauf. Anstelle der klassischen Ponylift-Bügel, die gehalten werden mussten oder nur mühsam hinten am Rücken positionierten werden konnten, sind die neuen Bügel eine Mischung aus Tellerlift und dem klassischen Ponylift-Bügel. Zusätzlich zum Skilift wurde in einen Kiosk investiert. Dieser steht gleich neben der Piste, er ist als Ergänzung zum Restaurant gedacht.

Raten ausreichend schneesicher

Gekostet hat die neue Anlage rund 200 000 Franken. Im kommenden Jahr soll für weitere 200 000 Franken ein neues Pistenfahrzeug angeschafft werden. Total also 400 000 Franken Investitionen in ein Skigebiet auf rund 1100 Metern über Meer. Um die Schneesicherheit macht sich Präsident Jürg Rogenmoser aber keine Sorgen: «Wir sind glücklicherweise auf einer Höhe, wo es auch in Zukunft noch Schnee geben sollte.» Zudem habe eine Analyse der letzten 20 Jahre gezeigt, dass es meistens mindestens 50 Betriebstage pro Saison gegeben habe.

Dies überzeugte offenbar auch die Investoren: Rund 100 000 Franken konnte die Skilift Raten AG selber berappen. Die restlichen 300 000 Franken werden durch den Kanton, die Gemeinde sowie Private und Firmen finanziert.

Hoffnung auf zusätzliche Gäste

Mit den Neuheiten erhofft sich die Skilift Raten AG einen Zuwachs für die Zukunft: «Natürlich versuchen wir mit den Neuerungen mehr Leute anzuziehen», sagt Rogenmoser. Zudem wolle man weiterhin dafür sorgen, dass der Raten als Naherholungsgebiet wahrgenommen werde.

Nun fehlt jedoch noch der Schnee: Obwohl der Lift seit Ende Oktober bereit ist, konnte er bisher noch nicht betrieben werden. Mindestens 30 Zentimeter Schnee brauchte es, damit wir loslegen können, sagt der Präsident und fügt an: «Ich hoffe auf Schnee über die Festtage. Wenn wir in dieser Zeit die Lifte offen haben, ist unsere Saison bereits rentabel.» Habe es jedoch zwischen Weihnachten und Neujahr nicht ausreichend Schnee, könne dies auch im restlichen Winter nicht mehr aufgeholt werden, verrät Rogenmoser. Im Gegensatz zu grösseren Skigebieten habe die Anlage auf dem Raten den Vorteil, dass sie schnell parat sei, wenn der Schnee dann doch noch komme. «Uns reicht ein Tag Vorbereitung, um das Gebiet freizugeben», erklärt Rogenmoser.

Im Sommer soll hingegen nicht mehr viel auf die Winteraktivitäten hinweisen. Die bestehenden Anlagen wurden schon in den vergangenen Jahren im Frühling abgebaut. Und auch der neue Kiosk und die Seile des neuen Lifts kommen weg. So sollen im Sommer nur die Berg- und Talstation an die vergangenen Winterfreuden erinnern.