OBERÄGERI: Die fünfte Jahreszeit hält Einzug

Seit gestern hängt der Legorengrind. Damit ist die Fasnacht in der Berggemeinde offiziell eröffnet.

Natalia Widla
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Der grosse Legorengrind wird in Position gebracht. (Bild Stefan Kaiser)

Der grosse Legorengrind wird in Position gebracht. (Bild Stefan Kaiser)

Oberägeri hat sein Fasnachtswahrzeichen wieder: Seit gestern Abend hängt der Legor, hoch oben aufgespannt zwischen dem Gasthaus Bären und dem Gasthaus zum Rössli, wieder im Herzen des Dorfes. Einen Tag vor dem Dreikönigstag begann gestern mit der traditionellen «Grindufhänkete» die Legorenfasnacht. Nach einem kleinen Apéro mit allen Beteiligten ging es für den Legorenrat unter der Leitung des Legorenvaters Michi I., der beiden diesjährigen Ehrendamen Melanie Müller und Leandra Heinrich und des Spielleiters Hansjörg Hug los in Richtung Dorfplatz.

Begleitet von Guggenmusigen

Begleitet wurde die Prozession von den beiden Guggenmusigen Papageno und Fägerer, den Schällern in ihren hübschen Samtkostümen und den Wagenbauern. «In diesem Jahr sind auch alle Ehrenmitglieder der Legoren in einheitlichem Tenü als ‹Legorengilde› mit dabei», erzählt der Spielleiter Hansjörg Hug. Das Herzstück des Umzugs bildete auch in diesem Jahr selbstverständlich der Legor. Auf einem Wagen thronend wurde der schwere Riesenkopf auf den Dorfplatz gezogen. Hier eröffnete der Legorenvater Michi I. offiziell die diesjährige Fasnacht. «Fasnacht bedeutet für mich unglaublich viel, es ist eine grosse Tradition mit viel Lebensfreude», so dieser. Von Tradition darf man in Oberägeri auch getrost sprechen, denn in diesem Jahr wird bereits die 179. Legorenfasnacht zelebriert.

«Legor Kult pur»

Während also der Legor langsam in Richtung Himmel gezogen wurde, verkündete der Spielleiter Hansjörg Hug das Motto der diesjährigen Fasnacht: «Legor Kult pur». Dies ist, wie bei der Fasnacht nicht unüblich, eine etwas ironische Anspielung an aktuelle Ereignisse: «Dieses Jahr hatten wir im Dorf eine von der Kulturkommission initiierte Skulpturenausstellung», erzählt Legorenvater Michi Rogenmoser, «wir sind der Meinung, dass wir, zum Beispiel mit unserer schönen Fasnachtstradition, bereits sehr viel Kultur im Dorf haben.» Die fünfte Jahreszeit hat im Dorf also Einzug gehalten und wird in den nächsten Monaten mit zahlreichen Anlässen gewürdigt. Die eigentliche Legorenfasnacht findet am 4. März statt: mit einem grossen Umzug, Kinderbescherung und Strassenfasnacht. Dann wird auch der Legor beim traditionellen Fasnachtsvergraben wieder zu Boden gelassen.