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OBERÄGERI: Die nächste Runde im Rechtsstreit

Die nackte Bretterwand im Dorf ist verschwunden. Jetzt schmückt sie eine bedruckte Blache, die das geplante Objekt zeigt. Denn umgesetzt wird dieses wohl noch länger nicht.
Carmen Rogenmoser
Das ehemalige Wohn- und Geschäftsgebäude an der Hauptstrasse in Oberägeri im neuen Kleid. (Bild: Maria Schmid (30. März 2017))

Das ehemalige Wohn- und Geschäftsgebäude an der Hauptstrasse in Oberägeri im neuen Kleid. (Bild: Maria Schmid (30. März 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Im Oberägerer Dorfkern tut sich etwas. Die gelben Schaltafeln, die das Haus an der Hauptstrasse 4 seit Dezember 2015 wie eine Schutzmauer umfassen, sind nicht mehr als solche erkennbar. Seit Mitte Woche sind Arbeiter am Werk. Wird der Schandfleck zwischen dem Restaurant Bären und dem Restaurant Ochsen etwa endlich verschwinden? Die Antwort darauf lautet allerdings nein. Vielmehr richten sich die Eigentümer der Liegenschaft, die Mathis Meier Immobilien AG, auf einen noch längeren Stillstand ein. «Der Regierungsrat hat es bereits zum zweiten Mal abgelehnt, dieses Objekt unter Schutz zu stellen. Bereits zum zweiten Mal erheben der Zuger Heimatschutz sowie das Bauforum Zug dagegen Verbandsbeschwerde», erklären Cyrill Mathis und Erich Meier in einer entsprechenden Mitteilung.

Nun liegt der Entscheid erneut beim Verwaltungsgericht. Der Streit um das alte Haus dreht sich im Kreis. Bereits 2015 ist der Konflikt zwischen den Besitzern und dem Zuger Heimatschutz sowie dem Bauforum Zug zum Gerichtsfall geworden. Weil ein Ingenieur, der von der Denkmalpflege beauftragt wurde, das Gebäude als nicht sicher einstufte, wurden die Schaltafeln als Schutz errichtet. Dies, weil durch die Beurteilung des Ingenieurs bei Unfällen keine Versicherungsdeckung mehr besteht. Mit der Zeit wurden die Bretter auch als Plakatwand umgenutzt.

Entscheid liegt wieder beim Verwaltungsgericht

Die Oberägerer mögen sich inzwischen an die ungewöhnliche Ansicht mitten im Dorf gewöhnt haben. So mancher Tourist oder Besucher des Dorfes wird sich aber wohl gewundert haben, was das soll. «Seit dreieinhalb Jahren versucht die Firma Mathis Meier Architekten eine Baugenehmigung für den neuen Betriebsstandort zu erhalten», heisst es weiter. Das geplante Projekt ist direkt erkennbar. «Wir werden dieses ‹unschöne Bild› mitten im Kern des Dorfes nun mit einer Eins-zu-eins-Darstellung des geplanten Projekts verkleiden», so die beiden Architekten.

Damit soll mindestens das aktuelle Dorfbild wieder teilweise hergestellt werden. «Es bleibt zu hoffen, dass wir die Visualisierung bald durch den echten Neubau ersetzen können.» Für den Zuger Heimatschutz ist aber die Grundsatzfrage noch nicht geklärt. «Uns geht es in erster Linie darum, das bestehende Objekt zu schützen und damit zu erhalten», erklärt Meinrad Huser, Präsident des Zuger Heimatschutzes. «Aus unserer Sicht ist das Gebäude erhaltenswert und kann – wie der Regierungsrat selber festgestellt hat – auch erhalten und wirtschaftlich genutzt werden.» Vor zwei Jahren haben der Heimatschutz und das Bauforum vom Verwaltungsgericht Recht bekommen, so Huser. Dies, weil es bei der ersten Entscheidung des Regierungsrats viele Lücken gab und grundsätzliche Fragen der Interessenabwägung nicht geprüft wurden. Beim zweiten Mal sei die Begründung ausführlicher ausgefallen. Das aber immer noch nicht zur Zufriedenheit der Beteiligten, so Huser. «Die Argumentation ist nicht schlüssig. Es werden viele Punkte erwähnt, die ein hohes Interesse an der Unterschutzstellung zeigen. Schlussendlich empfiehlt der Regierungsrat trotzdem, dass das Gebäude nicht geschützt werden soll.» Das private Interesse überwiege, entschied dieser. «Man erkennt nicht, welche Argumente für den Regierungsrat wichtig sind und welche nicht», sagt Huser. Aus Gründen der Rechtssicherheit sei es aber wichtig, dass man wisse, welche Argumente von Bedeutung seien und welche nicht.

Nun liegt der Entscheid in diesem juristischen Ringen wieder beim Verwaltungsgericht. Damit zu rechnen ist in rund einem halben Jahr.

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