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OBERÄGERI: Die Waffen dieser Frau sind ihre Worte

Lesley Stephenson misst sich am internationalen Rednerwettbewerb in den USA. Die ehemalige Sängerin hat tatsächlich viel zu erzählen.
Stephanie Hess
«Eine Rede muss immer etwas Persönliches enthalten»: Lesley Stephenson trainiert auch Manager in der Kunst der Rhetorik. (Bild Charles Seiler)

«Eine Rede muss immer etwas Persönliches enthalten»: Lesley Stephenson trainiert auch Manager in der Kunst der Rhetorik. (Bild Charles Seiler)

«Ich bin eine schlechte Lügnerin», sagt Lesley Stephenson. «Ich halte mich in meinen Reden an Tatsachen und an mein eigenes Leben.» Und das Leben von Lesley Stephenson bietet einige Geschichten. Mit einer auf den Punkt gebrachten Auswahl davon will die Oberägererin demnächst eine Jury und ein grösseres Publikum im amerikanischen Cincinnati in ihren Bann ziehen.

Lesley Stephenson tritt am kommenden Donnerstag an den World Speaking Championships an – bereits zum zweiten Mal. 2006 ist sie schon einmal in die USA gereist. Damals holte sie im Halbfinal den 3. Platz. Ihre zehn Gegner in den diesjährigen Halbfinals stammen unter anderem aus Malaysia, China oder Kanada. Gewinnt Stephenson die erste Ausscheidung, wird sie sich im Final am Samstag wiederum gegen zehn Konkurrenten wortreich in Englisch behaupten müssen. Die Oberägererin tritt dabei für Australien an. Hier hat sie den ersten Teil ihres Lebens verbracht, und hier hat sie sich im vergangenen Jahr an vier Qualifikationswettbewerben gegen ihre Gegner durchgesetzt.

«Es ist eine harte Rede»

«Eine Rede muss immer auch persönlich sein. Man muss dem Publikum die Chance zur Identifikation mit dem Redner geben», sagt die Oberägererin. Dieses Credo gibt sie auch Managern weiter, die sie seit einigen Jahren mit ihrer Firma Speaking Solutions in Langnau am Albis in Auftritt und Rhetorik berät. In ihrem siebeneinhalbminütigen Halbfinal-Auftritt in Cincinnati gibt sie denn auch einen tiefen Einblick in ihr Leben. «Es ist eine harte Rede», sagt sie. Es geht darin um Wut. Und Lesley Stephenson weiss genau, wovon sie spricht. Mit 21 Jahren ist sie als junge Sängerin in die Schweiz gekommen. Sie hatte grosse Pläne, wurde Gesangspädagogin, trat auf vielen grossen Musical- und Opernbühnen auf. Doch nach einem Unfall auf einer dieser Bühnen zerplatzen all ihre Träume. Kiefer und Hals waren schwer verletzt. Sie konnte nur noch unter Qualen essen und reden. Man sagte ihr, dass ihr ganzes weiteres Leben von Schmerzen geprägt sein wird. Doch: «Ich habe dieses Schicksal nicht akzeptiert.» Lesley Stephenson setzte sich unter anderem als Ziel, den Kilimandscharo zu besteigen. Ein Vorsatz, der sie vor allem in die Tat umsetzen konnte dank dem Zorn, der in ihrem Körper brodelte. Der Trecking-Leiter hat sie und ihren Mann in der letzten Aufstiegsnacht am Kilimandscharo von der Gruppe getrennt, weil Stephenson zu langsam war. Doch die rasende Wut trieb sie schliesslich so sehr an, dass sie noch vor den anderen den Gipfel erreichte.

Reden für andere

Ihre Begeisterung für vorgetragene Reden hat Lesley Stephenson früh entdeckt. «Ich war fünf Jahre alt, als ich in Australien den amerikanischen Prediger Billy Graham reden hörte. Dann war mir klar, dass ich ebenfalls reden werde.» Sie erzählt, wie sie nach Hause ging und fortan Reden schwang vor ihren Puppen und Stofftieren. Auch in ihrer Studienwahl – Jura und Französisch – spiegelt sich einmal mehr ihre Freude an den gesprochenen Worten wieder.

Und seit einigen Jahren spricht Lesley Stephenson nicht mehr nur für sich, sondern auch für andere. Sie hat mit ihrem Mann den in der Schweiz anerkannten Verein «Ethiopian Enterprises» gegründet, der nachhaltige Projekte in Äthiopien finanziert. «Das ist eine Arbeit, die ich als wirklich wichtig empfinde. Hier kann ich die Worte einsetzen, um zu vermitteln und zu berühren. Und so schliesslich anderen Menschen zu helfen.»

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