OBERÄGERI: Ein Koffer zum Nach-Hause-Nehmen

Die Pfarreien des Pastoralraums Zug Berg haben sich eine Aktion einfallen lassen, um Familien Bruder Klaus näherzubringen. Lernen kann man dabei mit allen Sinnen.

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Gemeindeleiter Urs Stierli (links) und Katechet Thomas Betschart präsentieren den Bruder-Klaus-Koffer. (Bild: Stefan Kaiser (Oberägeri, 24. Mai 2017))

Gemeindeleiter Urs Stierli (links) und Katechet Thomas Betschart präsentieren den Bruder-Klaus-Koffer. (Bild: Stefan Kaiser (Oberägeri, 24. Mai 2017))

600 Jahre alt wäre Bruder Klaus heuer geworden. Die ideale Gelegenheit, sich wieder einmal genauer mit dem Nationalheiligen Niklaus von Flüe, dem berühmten Einsiedler aus Obwalden, zu beschäftigen. Das haben sich auch die fünf Pfarreien des Pastoralraums Zug Berg gedacht. Sie konzentrieren sich dabei auf Familien und haben einen Bruder-Klaus-Koffer entworfen und zusammengestellt. «Wir haben uns gefragt, wie wir ein aktuelles Thema Familien näherbringen können», erklärt Katechet Thomas Betschart den Hintergrund.

Wobei, ganz neu ist die Idee mit dem Koffer nicht. In der Pfarrei Neuheim kenne man sogenannte Gwunder-Chile-Koffer, die Yvonne Weiss betreut, schon länger. Für den Bruder Klaus haben die Pfarreien Oberägeri, Unterägeri, Menzingen und Allenwinden die Idee zusammen mit Neuheim nun für sich adaptiert. «Es ist ein Gemeinschaftsprojekt. Yvonne Weiss hat die Grundlagen zusammengestellt, jeder Verantwortliche in der Pfarrei hat den Koffer aber schlussendlich auch noch mit eigenem Inhalt gefüllt», sagt Betschart.

Dörrbirnen und ein Dinkeleintopf

Zu finden sind im antik anmutenden Stoffkoffer in Oberägeri diverse Bücher. «Wir haben Stoff für Erwachsene, Comics für die älteren Kinder und ein Geschichtenbuch für die Kleinen.» Ebenfalls zu finden sind ein Hörbuch und ein Memory. All das gibt es zu und über Bruder Klaus. Doch über den Heiligen soll nicht nur gelesen werden, es soll auch möglich sein, ihn mit «allen Sinnen zu erleben», wie es Gemeindeleiter Urs Stierli erklärt. «In einem Buch beispielsweise steht geschrieben, dass Bruder Klaus bereits als Kind gefastet hat. So hat er etwa Dörrbirnen ganz langsam im Mund zergehen lassen.» Mit ebensolchen Dörrbirnen, die im Koffer zu finden sind, können die Kinder das ausprobieren «und nachempfinden, was auch Niklaus von Flüe erfahren hat». Das Gleiche gilt für einen Dinkeleintopf samt Rezept. «Ich habe ihn nachgekocht. Er ist also sehr nahrhaft», sagt Thomas Betschart. Auch ein auf ein grosses Tuch aufgemaltes Radbild von Bruder Klaus ist Teil der Ausrüstung. «Wir haben uns vorgestellt, dass daraus ein Mandala gemacht werden kann», sagt Stierli. Und tatsächlich, eine Familie hat bereits einen Fotobeweis geliefert: Mit Kieselsteinen, Gras und Blumen wurde das Mandala nachgezeichnet.

Die Kofferaktion ist angelaufen und wurde schon rege genutzt. «Die Rückmeldungen sind sehr positiv», sagt Urs Stierli. Und er ergänzt: «Die Dörrbirnen und auch der Eintopf werden offenbar oft probiert. Das müssen wir regelmässig nachfüllen.» Zehn Tage darf der Koffer mit nach Hause genommen werden. Drei davon gibt es in Oberägeri sowie je einen in Morgarten und in Alosen. Bis Ende Juni können die Koffer ausgeliehen werden.

 

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Hinweis

Darüber hinaus sind die Bruder-Klaus-Koffer in den Pfarreien Allenwinden, Menzingen, Unterägeri und Neuheim ausleihbar. Informationen gibt es auf den jeweiligen Pfarrämtern.