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OBERÄGERI: Ein Quantum Glück ist immer dabei

Franz Wiederkehr ist seit mehr als 50 Jahren als Naturfilmer tätig. Seit Kindsbeinen an ist er fasziniert von der Natur und hat auch Nächte im Tarnzelt für gute Bilder in Kauf genommen.
Sabrina Tanner
Franz Wiederkehr in seinem Arbeitszimmer in Oberägeri. (Bild: Stefan Kaiser (2. März 2018))

Franz Wiederkehr in seinem Arbeitszimmer in Oberägeri. (Bild: Stefan Kaiser (2. März 2018))

Sabrina Tanner

redaktion@zugerzeitung.ch

Angefangen hat Franz Wiederkehr (85) mit der Fotografie. 1965 kaufte er sich die erste Filmkamera, und seither hat er viele Naturfilme gedreht. Eines seiner Werke, «Tessiner Täler und Flussauen», zeigt er morgen Mittwoch der Öffentlichkeit. Dieser Film wurde aber bereits in den 1980er-Jahren realisiert und aufgenommen. Nun wurde das Werk digitalisiert und vertont.

Die Leidenschaft und die enge Beziehung zur Natur haben ihren Anfang in seiner Kindheit. Franz Wiederkehr verbrachte mit seinem Vater viel Zeit in der Natur. Die gemeinsamen Spaziergänge legten den Grundstein für das Interesse an den Tieren und ihrem Lebensraum. Auch heute, mehr als 70 Jahre später, wurde die Passion nicht weniger.

Gedreht hat Franz Wiederkehr vor allem im Tessin, dem Wallis sowie in den Urner und Bündner Bergen. «Ich blieb meist in den mir bekannten Gebieten. Durch das Kennen der Gebiete kam ich einfacher an Aufnahmen, da ich mit dem Areal und seinen Bewohnern vertraut war», erzählt er.

Genaue Planung

Um an beeindruckende Tierbilder zu gelangen, brauche es eine gute und genaue Vorbereitung. Durch gefundene Spuren wie Federn oder Abdrücke ermittelte Franz Wiederkehr ideale Standorte für die Schnappschüsse. Trotz der genauen Planung ist er aber auch auf ein Quantum Glück angewiesen. «Wüssten die Tiere, dass ich da bin, würden sie sich wohl nicht filmen lassen», sagt der Naturfilmer und fügt an: «Um möglichst unsichtbar zu sein, bauten wir aus den vorkommenden Materialien wie etwa Steinen einen Unterstand und harrten Nächte in Tarnzelten aus.» Das Verstecken helfe bei Tieren, wie unter anderem Vögeln, welche die Gefahr mit den Augen sehen. Naturbewohner wie etwa Hirsche stellen eine andere Herausforderung dar. «Vor allem bei den Rehen und Hirschen spielt die Windrichtung eine wich­tige Rolle. Bei Witterung einer Gefahr ziehen sich diese Tiere schnell zurück», weiss Franz Wiederkehr.

«Der Reiz des Naturfilmens liegt in der Hoffnung, Tiere vor die Linse zu bekommen, die bisher noch nicht vor der Kamera standen», erklärt Franz Wiederkehr seine Motivation. Auch wenn er mit seinen 85 Jahren nicht mehr nächtelang im Tarnzelt sitzt, hat er offene Projekte. Aktuell folgt er den Spuren der Wildhasen. «Mein Interesse an diesen Tieren liegt einerseits in ihrer kleineren Zahl, aber andererseits auch in ihrem Verhalten», so Franz Wiederkehr. Er hofft, dieses Projekt fertigstellen zu können und es der Öffentlichkeit zu präsentieren. «Bisher kamen vom Publikum stets gute Rückmeldungen. Mein Ziel ist stets, die Natur den Zuschauern durch eine andere Sichtweise näherzubringen, mein Wissen weiterzugeben und damit die Tiere und ihren Lebensraum zu schützen.» Als Tier- und Naturfilmer bemüht er sich auch um den Natur- und Tierschutz. «Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen von Tier und Umwelt wird einem bewusst, das alles seinen Platz und seine Aufgaben hat, so hat jede Giftpflanze auch ihre Heilkräfte», so der 85-Jährige.

Hinweis

Am 7. März wird der Film «Tessiner Täler und Flussauen» in der Aula des Schulhauses Loreto in Zug gezeigt. Organisiert wird der Anlass vom Vogelschutz Zug.

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