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OBERÄGERI: Ein Stück Geschichte schwimmt mit

Das «MS Morgarten» fährt wieder auf dem Ägerisee. Ein Verein hat das Boot gekauft und will, dass es erhalten bleibt.
Andrea Muff
Marc Meyer, Hans Zehnder, Charly Nussbaumer und Albi Iten (von links) geniessen den Spätsommer auf dem Ägerisee. (Bild Stefan Kaiser)

Marc Meyer, Hans Zehnder, Charly Nussbaumer und Albi Iten (von links) geniessen den Spätsommer auf dem Ägerisee. (Bild Stefan Kaiser)

Stahlblauer Himmel, Sonnenschein und ein leichter Wind: Perfektes Wetter also für eine Schifffahrt auf dem Ägerisee. Die am Boot befestigten Schweizer und Zuger Fahnen flattern. Doch dies nicht auf einem gewöhnlichen Motorboot oder Segelschiff, sondern auf dem «MS Morgarten III». Dass dieses ungefähr 100-jährige Boot überhaupt noch auf dem Ägerisee umhertuckert, ist dem Verein «MS Morgarten III» zu verdanken. Dieser hat den Kahn der Aegerisee-Schifffahrt und damit den Zugerland Verkehrsbetrieben (ZVB) abgekauft. «Zu einem fairen Preis», fügt Albi Iten, ­Präsident des Vereins, hinzu. Wie fair genau möchte er jedoch nicht verraten.

Dem Kauf ging eine rund einjährige Verhandlungsphase mit den ZVB voraus. Ende August war es so weit: Vorstandsmitglieder des Vereins, der extra zu diesem Zweck gegründet wurde, trafen sich mit Mitarbeitern der ZVB. Diese übergaben die entsprechenden Verkaufspapiere. Auch die Schiffsausweise und die Nummer ZG 213 trafen rechtzeitig ein. Die fünf Kapitäne – Albi Iten, Charly Nussbaumer, Hans Zehnder, Marc Meyer und Patrick Nussbaumer – und die ungefähr 20 Vereinsmitglieder genossen bereits einige Fahrten im Spätsommer. Denn ab Oktober 2014 verschwand das «Morgärtli» im gemeindlichen Bootshaus. Nun kurvt der Zeitzeuge wieder umher: «Wir wollen mit dem Schiff die Einwohner unterhalten und ihnen mit dem Anblick eine Freude machen», erklärt Albi Iten. «Das Holzboot ist kein Museum und soll gebraucht werden.» Nicht aber für gewerbliche Zwecke. «Das reine Vergnügen steht im Mittelpunkt.»

Rettungsleiter wird zur Badeleiter

Die abgewetzten Holzbänke und das Kabäuschen mit Türen und Fenstern erzählen von einer langen Geschichte als Kursschiff. «In den letzten Jahren wurde das ‹Morgärtli› vor allem für Sonderfahrten gebraucht, wie Schulreisen oder Firmenapéros», erzählt Charly Nussbaumer. Vorne beim Kapitän können die Mitfahrer die Sonne geniessen, hinten hingegen ist ein gedecktes Plätzchen. Auf dem Dach des Kabäuschens liegt eine grosse Rettungsleiter: «Heute können wir die zum Baden gebrauchen», sagt Albi Iten. Auch sonst waren das Boot und der Dieselmotor der Marke Yanmar äusserst gut im Schuss. Er erklärt: «Wir mussten eigentlich nur die Signallichter von Kursschiff auf Vergnügungsschiff wechseln.» Das zehn Meter lange und fast zwei Meter breite Boot mit rund 50 Zentimeter Tiefgang braucht ein wenig Übung zum Navigieren. «Man darf es mit einer normalen Bootsprüfung fahren», so Kapitän Iten.

Um den einen oder anderen Anstrich zu finanzieren, sucht der Verein weiterhin nach Mitgliedern. «Diese dürfen natürlich an unseren Ausfahrten teilhaben», versichert Iten. Für 25 Personen ist das «MS Morgarten» zugelassen, entsprechend viele Schwimmwesten sind in der Bank untergebracht. Zur Ruhe kommt der Kahn in derselben Schiffshütte wie bis anhin. «Wir konnten den Platz zu einem ortsüblichen Preis bei der Gemeinde mieten», sagt Iten und legt das ehemalige Kursschiff gekonnt am Oberägerer Schiffsteg an.

Hinweis

Potenzielle Sponsoren oder Neumitglieder dürfen sich bei Albi Iten, Riedweg 2 in Oberägeri, unter der Telefonnummer 041 211 22 55, melden.

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