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OBERÄGERI: Eine Kaufinteressentin aus Unterägeri

Das Grundstück, auf dem das Alte Bahnhöfli steht, soll an der kommenden Gemeindeversammlung veräussert werden. Die vom Gemeinderat ausgewählte Käuferin ist eine Firma aus der Nachbarschaft. Diese hat am neuen Standort Grosses vor.
Raphael Biermayr
Das Alte Bahnhöfli würde im Verkaufsfall saniert oder abgerissen. (Bild: Maria Schmid (Oberägeri, 1. Februar 2018))

Das Alte Bahnhöfli würde im Verkaufsfall saniert oder abgerissen. (Bild: Maria Schmid (Oberägeri, 1. Februar 2018))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Ein gemeindeeigenes Grundstück an bester Lage in Oberägeri soll nach Unterägeri verkauft werden. Eine Einflussnahme des grossen Nachbars? Mitnichten. Das Land, auf dem das Alte Bahnhöfli steht, hat das Interesse der Steel Construction Technology AG (SCT) geweckt. Diese ist zwar in Unterägeri ansässig, aber Teil einer weitverzweigten Firmengruppe, die auf der Bahnhöfli-Parzelle eine Schweizer Holding gründen würde.

Im Verkaufsfall würde der Gemeinderat also mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das Alte Bahnhöfli würde nach einer Unterschutzstellung durch den Kanton saniert, neue Arbeitsplätze würden angesiedelt, und ein vermutlich guter Steuerzahler wäre gewonnen. Das letzte Wort hat aber die Stimmbevölkerung, die am 4. März darüber befinden wird, ob die Käuferin genehm ist.

2,35 Millionen oder 3,87 Millionen Franken

Der Kaufvertrag würde nach dem Entscheid des Verwaltungsgerichts betreffend Denkmalschutz unterschrieben (siehe Box). Der Gemeinderat sichert sich darin ab: einerseits durch eine Konventionalstrafe im Falle einer Vertragsverletzung, andererseits durch ein befristetes Vorkaufsrecht am Grundstück. Die Dauer ist Verhandlungssache, der Gemeinderat hat zehn Jahre vorgesehen. Das Angebot der SCT für das Grundstück beträgt 2,35 Millionen Franken, sofern das Alte Bahnhöfli unter Denkmalschutz gestellt wird, und 3,87 Millionen Franken, wenn nicht. Die Mittelwerte zweier Schätzungen betragen nach Angaben der Gemeinde 1,88 Millionen Franken beziehungsweise 3,98 Millionen Franken. Die SCT hat die finanziell beste Offerte aller sieben Bewerber abgegeben, die in der Abstimmungsbroschüre zumeist namentlich aufgeführt sind. «Ebenso wichtig sind die in Aussicht gestellten Arbeitsplätze», sagt der Gemeindepräsident Pius Meier (FDP), der gestern Vormittag in Begleitung von Bauabteilungsleiter Rudolf Halter durch das historische Gebäude mit Baujahr 1894 führte.

Gewerbe, Wohnungen und eine Kunstgalerie

22 Arbeitsplätze würde die SCT bringen. Wie viele weitere dazukommen könnten, hängt auch von besagtem Gerichtsentscheid ab. Auf dem rund 1400 Quadratmeter grossen Grundstück sollen – mit oder ohne «Bahnhöfli» – dereinst zwei Gebäude stehen. Jene nutze die SCT grösstenteils selbst, die freien Flächen an Gewerbe und Wohnungen würden vermietet. Darüber hinaus soll im Erdgeschoss eines der beiden Gebäude eine öffentlich zugängliche Kunstgalerie entstehen.

Und was die eingangs erwähnte Frage nach einer Einflussnahme aus Unterägeri anbelangt: Die SCT gehört Claude Pirson, der nach Gemeindeangaben seit 16 Jahren in Oberägeri wohnt und 2015 in die Bürgergemeinde aufgenommen wurde. Seine Firma hat bereits die angrenzende Parzelle (Morgartenstrasse 2) erworben. Ob diese im Fall eines Kaufs des Bahnhöfli-Grundstücks in die Bauplanungen einbezogen wird, liess sich gestern nicht herausfinden: Pirson ist nach Auskunft seines Büros auf Reisen.

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