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OBERÄGERI: Hanfbauer verteidigt sich: «Ich habe noch keinen Rappen damit verdient»

Im Dorf wurde kürzlich eine Hanfplantage mit über 800 Pflanzen ausgehoben. Der Bauer und Betreiber erzählt, wie es dazu kam und wie viel Geld er in die Anlage investiert hat.
Rahel Hug
Die Polizei stellte mehrere junge Hanfpflanzen sicher. (Symbolbild)

Die Polizei stellte mehrere junge Hanfpflanzen sicher. (Symbolbild)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Die kürzlich entdeckte Hanfplantage ist in Oberägeri momentan das Dorfgespräch Nummer 1. Wie die «Zuger Zeitung» vergangene Woche publikmachte, haben die Zuger Strafverfolgungsbehörden auf einem Bauernhof über 800 Hanfpflanzen und 1,4 Kilogramm Marihuana sichergestellt.

Was brachte einen Oberägerer dazu, eine derart grosse und professionelle Hanfzucht aufzubauen? Wie konnte er seine illegalen Machenschaften geheimhalten – in einem Dorf, in dem fast jeder jeden kennt? Und wie kam ihm die Polizei auf die Schliche? Es sind viele Fragen, die sich stellen. Wer eine Antwort will, fragt den Mann am besten gleich selber. Er gibt am Telefon Auskunft – unter Zusicherung der ­Anonymität. Wie von ihm zu erfahren ist, hat er vor rund einem halben Jahr begonnen, die Indoor-Anlage einzurichten. Und zwar auf seinem eigenen Hof und nicht, wie gerüchteweise erzählt wurde, in einem gemieteten Raum in der Nachbarschaft. «Der Spagat zwischen Arbeitsbelastung und Rentabilität ist in der Landwirtschaft enorm gross», erzählt er. Auswärts einem Nebenverdienst nachzugehen, war für ihn wegen des grossen Arbeitsaufwandes nicht mehr tragbar. «Da das Hanfgeschäft boomt, versuchte ich, in das Business einzusteigen. Es wäre ein optimales Standbein gewesen.»

Keine Geschäftspartner und Eingeweihte

«Mindestens 20 000 Franken» habe er in seine Hanfzucht investiert, verrät der Betreiber der Anlage. Auf die Frage, woher er das Saatgut habe, darauf will er nicht näher eingehen. Nebst dem «klassischen» Marihuana plante der Oberägerer Bauer, auch in das Cannabidiol-Geschäft einzusteigen. Dabei handelt es sich um ein nicht psychoaktives Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf, das nachweislich Entzündungen hemmt. Cannabidiol – auch CBD genannt – ist in der Schweiz legal, laufend eröffnen neue Shops. Der Landwirt sagt: «Ich hätte von Anfang an nur auf diese Sorte setzen sollen. Doch mir fehlte bislang die entsprechende Genetik, die ist relativ teuer.»

Dass er sich mit seiner Zucht strafbar machte, dessen war sich der «Hanf-Bauer» aus dem Ägerital durchaus bewusst. Er habe deshalb auch sofort alles zugegeben, als ihn die Polizei am Morgen des 4. Juli auf dem Hof überrascht habe. «Ich habe mich nicht gewehrt.» Wie die Behörden von seinen verbotenen Tätigkeiten Wind bekamen, dazu will er sich nicht äussern. Die Nachbarschaft sowie Bekannte und Verwandte hätten nichts gewusst, Geschäftspartner, Eingeweihte oder potenzielle Abnehmer habe es bislang keine gegeben. «Das Ganze ist einzig und allein auf meinem Mist gewachsen», versichert er.

CBD-Hanfzucht als Neuanfang?

Zwei Wochen befand sich der Landwirt in U-Haft. Ihm drohen bis zu drei Jahre Gefängnis. Er hoffe, dass es bei einer Geldstrafe bleibe, sagt er. «Ich habe in diesem halben Jahr nichts vom Gras verkauft und noch keinen Rappen damit verdient. Ich bin zuversichtlich, dass sich dieser Umstand strafmildernd auswirkt.» Ausserdem habe die Polizei das Marihuana in «nassem Zustand» gefunden. «Das Gewicht reduziert sich um etwa das Fünffache, sobald es trocken und verwertbar ist.» Sollte er mit einem blauen Auge davonkommen, möchte der umtriebige Landwirt die Zucht von CBD-Hanf wieder aufnehmen und ausbauen.

Bleibt die Frage, ob er das Marihuana auch für den Eigengebrauch produziert hat? Der Bauer verneint: «Ich mag das nicht und weiss gar nicht genau, wie man einen Joint baut.»

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