OBERÄGERI: Im Geisterhaus tut sich etwas

Vor drei Jahren kaufte die Alfred Müller AG das Grundstück des ehemaligen Instituts Dr. Pfister. Jetzt geht es endlich vorwärts: Ein Gebäude mit 22 Eigentumswohnungen wird entstehen.

Carmen Rogenmoser
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Das Gebäude des ehemaligen Instituts Pfister in Oberägeri wird abgebrochen. (Bild: Patrick Hürlimann (12. Januar 2017))

Das Gebäude des ehemaligen Instituts Pfister in Oberägeri wird abgebrochen. (Bild: Patrick Hürlimann (12. Januar 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Unzählige Kinder und Jugendliche sind während seiner 92-jährigen Geschichte im Institut Dr. Pfister im Gebäude auf dem Gütsch in Oberägeri ein und aus gegangen. Sie haben Leben in die vielen Räume und verwinkelten Gänge gebracht. Seit fünf Jahren aber ist es ruhig geworden im markanten Schulhaus hoch über dem Ägerisee. 2012 wurde das Institut Pfister mit dem Institut Montana auf dem Zugerberg zusammengeschlossen (siehe Box). Gemeinsam mit den letzten Schülern wich dann auch das Leben aus dem Gebäude.

Die damalige Besitzerin, die Institut Dr. Pfister AG unter der Leitung von Gerhard Pfister, hatte sich entschieden, anstatt der Schule eine Überbauung zu errichten. Der dafür benötigte Bebauungsplan wurde von der Bevölkerung an der Gemeindeversammlung 2012 angenommen, und auch für das konkrete Projekt – ein Wohnhaus mit 18 Wohnungen – gab es eine gültige Baubewilligung. Knapp zwei Jahre später wurde das rund 4000 Quadratmeter grosse Grundstück dann aber von der Alfred Müller AG aufgekauft – doch das Projekt kam ins Stocken, nichts geschah. Mehr und mehr wurde das grosse Gebäude zum Geisterhaus. Nur einzelne Vorhänge und Graffiti an den Wänden zeugten noch vom Internatsleben.

Bestehender Bebauungsplan wurde übernommen

Doch jetzt bewegt sich etwas. In den letzten Wochen waren kleine Zeichen sichtbar: aufgebaute Absperrlatten, ab und zu ein offenes Fenster und Autos von Handwerkern, die vor dem Gebäude stehen. Tatsächlich sind Arbeiten im Gange. Nach und nach wird das bestehende Gebäude nun doch noch abgebrochen. Christoph Müller, Verwaltungsratspräsident der Alfred Müller AG, bestätigt die Beobachtungen: «Momentan bereiten wir den Gebäuderückbau vor.» Zuerst werden die vielen Innenräume geleert, die dort vorhandenen Materialien getrennt und fachgerecht entsorgt. Ist das erledigt, wird grösseres Geschütz aufgefahren. Ende Februar gehört das ehemalige Institut endgültig der Vergangenheit an.

Diese Woche erhielt die Bauherrin zudem die Baubewilligung für einen Neubau auf dem Areal. Da die Baarer Immobiliendienstleisterin nicht dazu verpflichtet war, das ursprüngliche Projekt zu realisieren, wurde es noch einmal überarbeitet. «Wir haben den Wohnungsmix und die Grundrisse der Eigenheime optimiert», erklärt Müller. «Das Volumen des Gebäudes entspricht aber dem bestehenden Bebauungsplan Gütsch.»

Im Frühling sollen die Wohnungen fertig sein

Gleich anschliessend an den Abbruch wird im Frühling der Bau in Angriff genommen. Entstehen soll ein Wohnhaus mit 22 Etagen- und Attikawohnungen mit 2?, 3? und 4? Zimmern im Minergiestandard. «Die Preise für die Eigentumswohnungen werden sich im mittleren bis gehobenen Segment bewegen», sagt Christoph Müller. Genauere Angaben folgen mit dem Vermarktungsstart, der für den Sommer geplant ist. Zwei Jahre werden die Bauarbeiten dauern. Die Wohnungen sollen im Frühling 2019 bezugsbereit sein. Bereits gebe es Interessenten für die Wohnungen, so der Verwaltungsratspräsident.

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