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OBERÄGERI: Immobilienbesitzer liegen im Clinch mit Generalunternehmer

Ein Projekt zur Wohnbauförderung der Gemeinde lief nicht so, wie es sich die Beteiligten wünschten. Im Fokus der Kritik findet sich die Firma Priora AG.
Blick auf die Gemeinde Oberägeri (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser)

Blick auf die Gemeinde Oberägeri (Symbolbild). (Bild: Stefan Kaiser)

Oberägeri hat als Wohnort einen guten Ruf. Das hat auch dazu geführt, dass sich einige sehr vermögende Familien im Zuger Dorf niederliessen. Zum Beispiel Kaderleute des Rohstoffhandelsriesen Glencore Xstrata oder das Mitglied einer Textilhandelsdynastie, aber auch ein erfolgreicher Private-Equity-Unternehmer wohnt in Oberägeri.

Am Sonnenhang mit Blick auf die Berge wird für einen Quadratmeter Bauland ein Preis von zirka 2500 Franken bezahlt. Für Normalverdiener sind solche Summen unerschwinglich. Gut also, dass die Gemeinde vor einigen Jahren Land erwarb, um es später im Rahmen eines Wohnbauförderungsprojektes zu moderaten Preisen zu veräussern.

Zu dieser Überbauung zählt auch die Liegenschaft Ried­mattli 5. Im Jahr 2011 sind die Stockwerkeigentümer ins Haus eingezogen. Unzufrieden mit ihrer Behausung sind sie aber noch immer. Denn der Streit um noch nicht behobene Baumängel erscheint endlos. Ein Ingenieur-Büro wurde von beiden Seiten mandatiert, um eine Überprüfung der Mängelrügen vorzunehmen. Daraus resultierte eine Liste, eng bedruckt auf knapp acht A4-Seiten.

Unternehmen weist die Kritik zurück

Neben einem Anwalt vertritt der Architekt René Ochsner die Interessen der Käuferschaft. Er sagt: «Es wurde schlampig gebaut.» Und Ochsner stellt die Frage: «Warum wurden die Probleme nicht von Anfang angelöst?» Der Anwalt ergänzt: «Die Mängel wurden lange Zeit abgestritten.»

Diese Aussage sei tatsachenwidrig, heisst es bei Priora. Man habe seit Beginn mehrere Beanstandungen als zutreffend anerkannt, jedoch gleichzeitig auch auf unberechtigte Rügen hingewiesen, so André Bütler, Leiter der Luzerner Geschäftsstelle von Priora. Der Hauptsitz dieser Generalunternehmung befindet sich in Kloten. Priora gehört Remo Stoffel, der mit dem geplanten 381 Meter hohen Hotelturm in Vals landesweit für Schlagzeilen sorgt.

Bütler hält aber auch fest, dass das Gebäude Riedmattli 5 nicht «mängelfrei» sei. Priora habe einen erheblichen Teil der Mängel als berechtigt anerkannt und saniere derzeit das Gebäude. Zur Erinnerung: Als Generalunternehmer der Riedmattli-5-Überbauung wirkte anfänglich die St. Galler Firma Bauengineering. Diese wurde 2011 in Priora Generalunternehmung AG umfirmiert und ging 2013 in der Priora AG auf. Das heisst, alle Rechte und Pflichten wurden von der Priora übernommen. Wie viel die Saniererei in Oberägeri schlussendlich kosten werde, könne, so Bütler, im aktuellen Stadium noch nicht gesagt werden. Priora werde aber für alle berechtigten Gewährleistungspflichten aufkommen.

Im Streit zwischen Priora und den Stockwerkeigentümern geriet auch die Gemeinde, als Initiantin des Wohnbauförderungsprojektes in die Kritik. Der Grund: Die Behördenvertreter hätten die Grundeigentümer im Stich gelassen. Dazu schreibt Gemeindepräsident Pius Meier: «Je nach Blickwinkel kann dies so oder so gesehen werden.» Der Gemeinderat habe aber keine rechtlichen Befugnisse, sich in den Streit einzumischen. Denn für den Bau bestand nur ein Vertragsverhältnis zwischen den Stockwerkeigentümern und dem Generalunternehmer. Meier sagt weiter, er habe Priora mit Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, dass die Mängelbehebung unabdingbar sei.

Thomas Heer

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