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OBERÄGERI: Ist das «alte Bahnhöfli» schützenswert oder nicht?

Die IG Dorfkern hat dem Gemeinderat einen offenen Brief geschrieben: Sie will wissen, was mit dem historischen Gebäude passiert.
Carmen Rogenmoser
Das «alte Bahnhöfli», wie es sich heute präsentiert. Die Zukunft des Gebäudes ist unklar. (Bild Stefan Kaiser)

Das «alte Bahnhöfli», wie es sich heute präsentiert. Die Zukunft des Gebäudes ist unklar. (Bild Stefan Kaiser)

So stellt man sich das alte Haus von Rocky Docky, von dem Sänger Bruce Low in einem alten Schlager singt, vor: Die Fenster und Türen sind mit Holzbrettern vernagelt, die Fassade bröckelt ab. Dieses Haus steht aber nicht etwa im Nirgendwo, wo es Wind und Wetter ausgesetzt ist, sondern an der Morgartenstrasse 4 in Oberägeri. Mitten im Dorf also. Seit längerer Zeit ist es ruhig geworden um das «alte Bahnhöfli», wie das ehemalige Stationsgebäude mit Güterschuppen auch genannt wird. Nun tritt es in den Mittelpunkt einer grossen Diskussion: die Zukunft des Dorfkerns. Häuser links und rechts der Hauptstrasse zerfallen zusehends, die Verhandlungen sind blockiert.

Ein Zustand, der für Josef Iten, Urs Schnieper und Hanspeter Isler untragbar ist. Vor rund einem Jahr haben sie gemeinsam mit Kantonsrat Peter Letter (FDP) die Interessengemeinschaft «Dorfkern Oberägeri – (k)ein Ballenberg: Denkmalschutz mit Mass» gegründet. Die Forderung: Der Gemeinderat soll sich für einen moderaten Denkmalschutz einsetzen. Bezogen auf das «alte Bahnhöfli» etwa, wurde verlangt, dass dieses aus dem Inventar der schützenswerten Objekte gestrichen wird.

Jugendtreff und Kindertagesstätte

Vergangene Woche haben die Herren im Namen der IG einen offenen Brief an den Gemeinderat geschrieben. «Wir wollen im Gespräch bleiben», erklärt Josef Iten, den man im Dorf als Bruhst-Sebi kennt. Man wolle nicht einfach abwarten, sondern aktiv bleiben. Der Inhalt des Briefes aber spricht von mehr als einem Warmhalten des Themas. Vielmehr stellt die IG klare Forderungen. So wird etwa erwartet, dass an der Wintergemeinde konkret darüber informiert wird, wie weit die Verhandlungen mit dem kantonalen Amt für Denkmalpflege und Archäologie gediehen sind. Zudem soll der Gemeinderat eine Strategie zur künftigen Überbauung der Liegenschaft vorlegen. Des Weiteren soll eine Lösung für die Unterbringung des Jugendtreffs und einer Kindertagesstätte gefunden werden. Diese beiden Institutionen hätten im Rahmen einer öffentlichen Nutzung im «alten Bahnhöfli» einziehen sollen. Der Gemeinderat kaufte die Liegenschaft 2011. Ein Jahr später wurde ein Projektierungskredit für die Sanierung des Gebäudes gesprochen. Der Antrag für eine Machbarkeitsstudie wurde im Dezember 2015 vom Gemeinderat zurückgezogen. Seither ist es ruhig. Aber Iten ist sich sicher: «Der Gemeinderat hat gemerkt, dass etwas getan werden muss.»

In der Hand des Kantons

Die Antwort des Rats auf den offenen Brief kam postwendend, wenn auch etwas «mager», wie Josef Iten meint. Der Ball liege aktuell beim Amt für Denkmalpflege, so Gemeindepräsident Pius Meier. Noch diese Woche werde die Denkmalschutzkommission auf Antrag des Gemeinderates einen Augenschein vor Ort durchführen und dann einen Entscheid fällen. Anschliessend soll über das weitere Vorgehen breit orientiert, diskutiert und entschieden werden. «Parallel dazu ist der Gemeinderat auch aktiv hinsichtlich der im Bahnhöfli ursprünglich vorgesehenen öffentlichen Nutzungen», erklärt Meier. Die Interessenslage zwischen den Motionären und dem Gemeinderat unterscheide sich praktisch nicht, so Meier. Dazu sei aber eine Revision der Gesetzgebung bei der Denkmalpflege unumgänglich. «Der Schlüssel für diese Weichenstellung liegt auf kantonaler Ebene.» Das Amt habe ein Unterschutzstellungsverfahren eingeleitet, bestätigt Denkmalpflegerin Franziska Kaiser. Im Verfahren werde geprüft, ob die gesetzlich verlangten Kriterien erfüllt sind. Wenn nicht, könne das «alte Bahnhöfli» aus dem Inventar entlassen werden. «Der Entscheid liegt beim Regierungsrat.»

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