OBERÄGERI: Jetzt wird wieder geschränzt

Der Legoren-Grind schwebt wieder über dem Dorfplatz. Die Fasnacht 2015 ist eröffnet, und es gibt etwas zu feiern.

Monika Wegmann
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Per Handwagen wird der Riesenlegor zur Grindufhänkete gezogen. (Bild: Stefan Kaiser)

Per Handwagen wird der Riesenlegor zur Grindufhänkete gezogen. (Bild: Stefan Kaiser)

Monika Wegmann

So ein richtiger Oberägerer Fasnächtler kann die besinnliche Weihnachtszeit zwar geniessen, wartet aber alljährlich sehnsüchtig auf den 5. Januar. Gestern Abend war es wieder so weit. Mit der Grindufhänkete auf dem Dorfplatz eröffneten die Oberägerer Legoren ihre 180. Fasnacht. «Nach den ruhigen Festtagen sind wir schon ganz giggerig auf die fasnächtlichen Töne, auf die Freude in den Gesichtern und dass es losgeht», sagte Legorenvater Michi I. Rogenmoser schwarz befrackt strahlend.

Von der Poststrasse aus zogen die Legoren samt dem grossen Fasnachtssymbol auf dem Handwagen unter den Klängen der Guggenmusiken F’Ägerer und Papageno zum Dorfplatz. Hier wurden sie von vielen Oberägerern erwartet.

Jubiläum wird zünftig gefeiert

Legorenvater Michi I. richtete launige Worte an das Volk, denn ab jetzt übernehmen die Legoren die fasnächtliche Gewalt im Dorf. Sein Wunsch an Petrus: «Wir brauchen an der Fasnacht keinen Regen oder Schnee.» Und während der Grind zwischen den Restaurants Bären und Rössli mit einem starken Draht in die Höhe gezogen wurde, schüttelten die Tiroler zu den Guggenklängen tanzend ihre Schellen.

Natürlich darf in Oberägeri auch Hans Kuony nicht fehlen. Hansjörg Hug, der als Spielleiter amtet und der traditionellen Figur Leben einhaucht, gab das Motto bekannt: «Unsere Fasnacht ist heuer legorisch-historisch.» Als Vorgeschmack liess er einige Müsterli aus dem Dorfleben verlauten und informierte über die wichtigsten Daten: den grossen Kinderumzug mit der ganzen Schule am 17. Januar, das Jubiläumsfest mit Ball und Monsterkonzert am 12. Februar sowie der grosse Jubiläumsumzug am Güdelziischtig.

Eine erste Überraschung gab es bereits gestern: Die Fasnachtsvergrabenmusig, die heuer 10-jährig wird, präsentierte im Rahmen einer Uraufführung den lüpfigen Schottisch «üse Legor», der den Tirolern sofort in die Beine fuhr.

Unter den rassigen Klängen der Tambouren begaben sich die Legoren anschliessend ins Restaurant Hirschen, wo die Chef- und Bettlerversammlung stattfand. Hier wurden verschiedene Themen vorgeschlagen, aus denen die Wagenbauergruppen auswählen konnten. Doch mehr wollte der Legorenvater nicht verraten: «Das ist geheim.»

Morgarten-Schlacht «spielt» mit

Der historische Aspekt hängt mit dem 700-Jahr-Jubiläum der Morgarten-Schlacht zusammen. Auch im deutschen Stockach, von wo Hans Kuony, der Narr stammte, der Herzog Leopold vor der Morgarten-Schlacht 1315 warnte, spielt das hiesige Jubiläum eine Rolle. «Wir werden Ende Januar mit 160 Personen als Gastgesellschaft am grossen Narrentreffen in Stockach teilnehmen», sagte Legorenvater Michi I. Rogenmoser.

Wie er verspricht, wird die diesjährige Fasnacht wegen des Jubiläums in vielem etwas grösser ausfallen: «Am Umzug laden wir heuer die Fasnachtsgesellschaften von Alosen, Morgarten und Unterägeri ein.»