OBERÄGERI: Oberägeri: Wo Peter Pan auf Pippi trifft

In Oberägeri fand erneut die Fasnachtskleiderbörse der Legorengruppe statt. Rund 500 Gwändli für Kinder und Erwachsene wurden angeboten.

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Karin Wyss probiert mit ihren Söhnen Marco (rechts) und Roman Fasnachtsgwändli in der Hofmatt. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Karin Wyss probiert mit ihren Söhnen Marco (rechts) und Roman Fasnachtsgwändli in der Hofmatt. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Peter Pan, Peter Pan», singt ein kleiner Junge, hüpft vor seinem Spiegelbild auf und ab. Er hat sein Gwändli für die Fasnacht gefunden. Andere Kinder – und Erwachsene – wühlen sich noch durch die Kleiderständer. Ein Strassengwändli mit bunten Stoffbahnen oder doch lieber die klassische Zigeunerin?

An der Fasnachtskleiderbörse der Legorengruppe dürfte jeder Fasnächtler fündig werden. «An die 500 Gwändli haben wir diesmal im Angebot», erklärt Organisatorin Marielouise Abegg. Allerdings liefern auch Masken- und Kostümverleihe aus der Region einen Grundstock und sorgen so für ein vielfältiges Angebot an getragenen und neuen Gwändli. «Wir wissen ja nicht im Voraus, wie viele Kostüme uns die Leute bringen.»

Robin H. und Pippi L. 
Marco Wyss (7) aus Oberägeri probiert gerade den «Robin Hood» an. «Ich war schon mal ein Ritter und einmal ein Drache», erklärt der kleine Fasnächtler. Neben ihm kniet seine Schwester Flavia. «Ich gehe als Pippi Langstrumpf», sagt die Neunjährige. «Mein Mami hat das Gwändli genäht, die Strümpfe dazu meine Grossmutter.» Die Mami, Karin Wyss, zieht Marcos und Flavias kleinem Bruder Roman (4) gerade braune Stoffstulpen über die Turnschuhe. «Wir gehen jedes Jahr an den Umzug in Oberägeri und an die Fasnacht in Alosen», erklärt sie. Die ganze Familie ist angefressen von der fünften Jahreszeit. «Marco geht sogar schon mit den Wagenbauern mit.»

Die Kostüme, die im Foyer der Hofmatt feilgeboten werden, sind ab 5 Franken zu haben. Je nach Aufwand und Zustand kosten sie auch einiges mehr. 20 Prozent des Ertrags erhält die Legorengruppe für den Verkauf der Gwändli. Neben Kostümen liegen auf den Tischen Masken, Hüte und andere Accessoires. Und im hinteren Bereich gibts Kaffee und Kuchen. Nach dem Gwändli-Marathon setzt man sich schliesslich gerne kurz hin.

Tiere sind beliebt 
«Die Leute stehen schon vor der Türöffnung um 13.30 Uhr vor der Hofmatt an», sagt Abegg. Rund 20 Minuten später sind die schönsten Gwändli weg. Die Tierli seien immer sehr beliebt. Ebenso die rüschen- und glitzerbesetzten Guggengwändli. «Sehen Sie», sagt Marielouise Abegg und zeigt ein orange-silbernes Kinderkostüm, «das hier ist zum Beispiel sehr schön genäht und schön warm.» Und nächstes Jahr wird das Gwändli mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder im Foyer hängen. Und erneut ein Kind erfreuen.

Andrée Stössel