OBERÄGERI: Partei will ein Restaurant statt eines Kiosks

Die FDP hat eine Motion eingereicht, in der sie den Gemeinderat verpflichten will, ein Restaurant am Seeplatz zu realisieren. Damit steigt der Druck, eine Lösung in Sachen Studenhütte zu erreichen.
Charly Keiser
Die Studenhütte in Oberägeri (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung))

Die Studenhütte in Oberägeri (Bild: Stefan Kaiser (Zuger Zeitung))

Die Entscheidung um die Studenhütte in Oberägeri rückt immer näher. Die Uhr für den Segel-Club Ägeri tickt bedrohlich. Dies, weil die FDP-Oberägeri mit einer Motion mächtig Druck macht. Im Vorstoss, den die Partei per Medienmitteilung bekannt gemacht hat, will sie nämlich die Gemeinde zur «Realisierung einer öffentlichen Sommer-Restauration am Seeplatz» verpflichten.

«Ich bin mir sicher, dass die Gemeindeversammlung diese Motion überweisen wird», sagt Gemeinderat Peter Staub, der auf Ende Februar ein Gespräch mit dem Segel-Club Ägeri anberaumt hat. Im März treffen sich die Gemeinde und der Segel-Club bei der kantonalen Schlichtungsstelle. Dies, weil die Gemeinde dem Klub das Mietverhältnis der Studenhütte gekündigt und der Segel-Club die Kündigung angefochten hat.

Hoffen auf eine Lösung

«Wir möchten dem Segel-Club Ägeri die Türe nicht vor der Nase zuschlagen», betont der Ressortvorsteher Sicherheit und öffentlicher Verkehr: «Wir möchten noch vor dem Schlichtungstermin eine Lösung anstreben. Mit einem Vorschlag, der für beide Seiten tragbar ist», sagt Staub und betont: «Natürlich muss dieser von der Gemeindeversammlung getragen werden.»

Schon seit 2011 ist der Seeplatz in Oberägeri ein Dauerbrenner: Ein erstes 11,6 Millionen Franken teures Umgestaltungsprojekt wurde dannzumal vom Souverän verworfen. Der abgespeckten Version von rund 3,6 Millionen Franken stimmte das Volk 2014 zu. Weil der Jugendtreff nicht, wie anfänglich geplant, von der Studenhütte ins «alte Bahnhöfli» zügelt, kann der Segel-Club nicht vom Erd- ins Obergeschoss ziehen. Der Klub wehrt sich vehement gegen ein Restaurant im Erdgeschoss der Studenhütte und will dieses weiterhin für sich alleine beanspruchen.

Grosse Ablehnung

Im Herbst 2017 präsentierte der Gemeinderat den involvierten Vereinen ein Projekt mit dem Einbau eines Kioskbetriebes auf der Nordseite der Studenhütte. Doch dieses stiess auf grosse Ablehnung. «Die FDP-Oberägeri ist überzeugt, dass diese Lösung nicht Erfolg versprechend ist und die Interessen der gesamten Bevölkerung von Oberägeri zu wenig mitberücksichtigt werden», schreibt die Partei in der Begründung ihrer Motion. «Der Gemeinderat wird darum beauftragt, neue Varianten für eine öffentliche Sommer-Restauration und die Nutzung des seeseitigen Vorplatzes bei der Studenhütte als Gartenwirtschaft für die gesamte Bevölkerung zu prüfen.» Als Optionen seien unter anderem eine Umnutzung der Studenhütte oder eine optimierte Lösungsvariante des heutigen Kiosk-Standortes «Sunneschmatz» am See zu erarbeiten.

In diesem Jahr sei sicher noch nicht mit einer Änderung bei oder in der Studenhütte zu rechnen, sagt Staub. Und damit werde der Oberägerer Bevölkerung wohl der «Sunneschmatz» ein weiteres Jahr erhalten bleiben. «Dann wird halt aus dem drei- bis vierjährigen Provisorium ein 12-jähriges.»

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

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