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OBERÄGERI: Polizei stellt über 800 Hanfpflanzen sicher

Die Zuger Strafverfolgungsbehörden haben im Dorf eine grosse Hanfanlage ausgehoben. Der Beschuldigte befand sich bis am Dienstag in Untersuchungshaft – ihm droht nun eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.
Rahel Hug
Die Polizei stellte 37 Hanfpflanzen sicher. (Symbolbild Polizei)

Die Polizei stellte 37 Hanfpflanzen sicher. (Symbolbild Polizei)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Auf einem Bauernhof etwas ausserhalb des beschaulichen 6000-Seelen-Dorfes Oberägeri wurde in grossem Stil Hanf angebaut. Doch damit ist jetzt Schluss, denn die Polizei kam dem Betreiber der Anlage auf die Schliche. Wie unsere Zeitung aus sicherer Quelle erfahren hat, wurden die Strafverfolgungsbehörden auf die Indoorplantage aufmerksam und hoben sie kürzlich aus. Der Landwirt, dem das Grundstück gehört, habe die Räumlichkeiten vermietet und nichts vom illegalen Geschäft gewusst, heisst es.

Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche der Zuger Polizei, bestätigt, dass am 4. Juli in Oberägeri eine Hanfplantage ausgehoben wurde. Den genauen Ort gibt sie aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt. Laut Aklin wurden über 800 Hanfpflanzen und 1,4 Kilogramm Marihuana sichergestellt. «Es handelte sich um eine grössere und professionell betriebene Anlage», sagt die Polizeisprecherin. Der Beschuldigte sei festgenommen worden und habe sich von 4. Juli bis am 18. Juli, in Untersuchungshaft befunden.

Im Winter lag kein Schnee auf dem Dach

Ihm droht nun eine Verurteilung wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bestraft wird dies laut Judith Aklin mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe. «Es gilt die Unschuldsvermutung», betont die Kommunikationsverantwortliche. Das Alter des Beschuldigten gibt Judith Aklin nicht bekannt. Auch auf die Frage, wie genau die Polizei auf die Plantage in Oberägeri aufmerksam wurde und ob Hinweise aus der Bevölkerung eingingen, gibt es seitens der Zuger Polizei keine Auskunft. Im Dorf wird gemunkelt, dass im Winter auf dem Dach des besagten Gebäudes nie Schnee gelegen habe: ein Hinweis auf die starke Beheizung, die Hanfpflanzen bekanntlich brauchen, um zu wachsen. Der Landwirt, auf dessen Hof die Zucht betrieben wurde, war am Dienstag telefonisch nicht zu erreichen.

Eine der letzten grösseren An­lagen im Kanton Zug wurde im letzten Jahr ausgehoben. Im Rahmen einer Hausdurchsuchung entdeckte die Polizei im März 2016 in einer Wohnung in Rotkreuz eine private Hanfzucht. Es wurden zwei komplett ausgestattete Aufzugsboxen für den Anbau der Pflanzen sowie rund 30 Hanfpflanzen und mehrere 100 Gramm getrocknete Blüten sichergestellt. 700 Hanfpflanzen – das sind immer noch weniger als beim aktuellen Fall in Oberägeri – wurden im Februar 2015 in einem Firmengebäude in Baar beschlagnahmt. Die Anlage war auf mehrere Räume verteilt.

Schweizweit geriet der Kanton Zug im November 2014 in die Schlagzeilen. Die Polizei konnte einen grossen Drogenhändlerring zerschlagen. Bei ihrem grössten jemals durchgeführten Betäubungsmittelverfahren verhafteten die Zuger Strafverfolgungsbehörden 15 Per­sonen und beschlagnahmten 55 Kilogramm Heroin. Die Festgenommenen gehörten zu einer Gruppierung, die in den zwei Jahren zuvor regelmässig grosse Mengen der Droge von der Türkei in die Schweiz transportiert hatte. Der Kanton Zug diente dabei als Drehscheibe für den Handel. «Die Drogen hätten auf über 300 Kilogramm gestreckt werden und auf der Strasse einen Erlös von zirka 10 Millionen Franken einbringen können», erklärte Thomas Armbruster, Chef Kriminalpolizei, damals.

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