OBERÄGERI: Schuhmacher bleibt bei seinen Leisten

Mary und Paul Rogenmoser führen seit 25 Jahren die Schuhmacherei im Dorf. Begonnen hat alles ziemlich stürmisch.

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Seit 25 Jahren ein eingespieltes Team: Mary und Paul Rogenmoser in ihrem Laden Schuhmode/Schuhmacherei Rogenmoser. (Bild Maria Schmid)

Seit 25 Jahren ein eingespieltes Team: Mary und Paul Rogenmoser in ihrem Laden Schuhmode/Schuhmacherei Rogenmoser. (Bild Maria Schmid)

Eine Kundin steht in der Metzgerei Villiger in Unterägeri und erklärt den Grund für ihren Besuch: «Ich verbinde den Besuch bei meinem Schuhmacher in Oberägeri.» Solche und ähnliche Szenen spielen sich im Ägerital immer wieder ab. Der Ortskundige muss auch gar nicht lange nachfragen, von welchem Schuhmacher die Dame spricht. Denn im Ägerital weiss man schliesslich, wer gemeint ist: Er ist die Schuhmode/Schuhmacherei Rogenmoser.

Erfolg kommt nicht von selbst

Seit nunmehr genau 25 Jahren führen Mary und Paul Rogenmoser ihr Geschäft mitten in Oberägeri – dem Lädälisterben zum Trotz. «Wir bieten Qualität und Stabilität und sind mit Leidenschaft dabei», erklärt Paul Rogenmoser sein Rezept. «Bei uns wissen die Kunden, was sie vom Produkt haben» – das sei das A und O. Besonders wichtig sei zudem die persönliche Beratung, so Paul Rogenmoser. Er wurde im Laufe der Jahre zum «Schueni». Unter diesem Namen kennt ihn das ganze Dorf. Doch der Erfolg kam nicht von selber, dahinter steckt viel Arbeit und eine grosse Portion Mut. Dass Mary und Paul Rogenmoser gemeinsam ein Schuhgeschäft eröffnen würden, hätten die beiden ein paar Jahre vorher nicht geahnt.

Der gelernte Zimmermann sah sich nach einem Sport- und Arbeitsunfall zu einem Berufswechsel gezwungen – und blieb dem Handwerk treu. Er absolvierte die Ausbildung zum Schuhmachermeister mit Kleinorthopädie.

Seine Frau Mary zog mit. «Der alte Schuhmacher im Dorf war eigentlich schon pensioniert, aber begeistert von unserer Idee und wollte uns den Laden gleich übergeben», erklärt Mary Rogenmoser. Als gelernte Papeteristin und damals im Bürojob tätig, hatte sie immer schon Freude an Schuhen und Mode. «So bildete ich mich zur Schuhfachfrau weiter», erklärt Mary Rogenmoser weiter. Doch das Fachwissen bekam sie vor allem von Paul.

In letzter Minute neues Ladenlokal

Die Eröffnung des Ladens war turbulent. Denn die Flyer waren bereits gedruckt und die Anzeige im Amtsblatt geschaltet. Eigentlich wollten sie direkt das bestehende Schuhmachergeschäft übernehmen. Die beiden hatten sich im Vornherein aber auch nach anderen Lokalen umgesehen und ein Auge auf das damals leer stehende Lokal an der Hauptstrasse 3 geworfen. «Kurz vor der Eröffnung hat uns der Vermieter angerufen und gefragt, ob wir noch Interesse hätten», erinnert sich Mary Rogenmoser. Kurz entschlossen haben die beiden Jungunternehmer zugesagt und sofort mit der Umplanung begonnen. In nur zwei Wochen wurde der Lebensmittelladen umgebaut und das Schuhgeschäft realisiert. Das habe nur dank der Hilfe vieler Kollegen und der einheimischen Handwerker geklappt. «Oft waren wir fast rund um die Uhr im Einsatz.» Am 9. März 1991 war es schliesslich soweit: Mary und Paul Rogenmoser verkauften zum ersten Mal Schuhe in ihrem eigenen Geschäft. Und das tun sie heute immer noch mit viel Freude.

Mit Leib und Seele Schuhmacher

Dabei sind die Aufgaben klar aufgeteilt: Mary Rogenmoser kümmert sich auch um den Schuheinkauf, die Dekoration und die Büroarbeit. Paul Rogenmoser ist vor allem in der Werkstatt tätig. «Er ist mit Leib und Seele Schuhmacher und repariert jeden Schuh», schwärmt sie von ihrem Mann. Ihre Leidenschaft hingegen ist der Einkauf: «Diese spannende Tätigkeit ist immer wieder eine grosse Herausforderung, um Qualität, Passform und Mode gerecht zu werden.» Schlussendlich brauche man aber neben der Erfahrung auch einfach ein «Gspüri», wie es Mary Rogenmoser nennt, um den Kunden immer wieder eine bequeme und auch einzigartige Kollektion zu präsentieren.

Jubiläumsfeierlichkeiten

Und wie geht es weiter? «Wir werden noch lange in unserem Laden stehen», ist sich Mary Rogenmoser sicher. «Schuhmacher sind in der Regel alte Männer, dem entspreche ich jetzt immer mehr», ergänzt ihr Mann schmunzelnd. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Am kommenden Freitag und Samstag wird das Jubiläum im Laden und mit den Kunden zelebriert. «Wir freuen uns, den Kunden mit einem Überraschungsgeschenk Danke zu sagen und mit einem ‹Gläsli› auf weitere 25 Jahre anstossen zu können», so Mary Rogenmoser. Selber werden die beiden nicht gross zum Feiern kommen. «Am Montag beginnt schon wieder der Einkauf für die Herbst- und Wintersaison», freut sich Rogenmoser jetzt schon. Die eingangs erwähnte, elegante Dame aus Zug wird dann den Weg nach Oberägeri bestimmt auch finden.

Carmen Desax

Hinweis

Am Freitag, 11. März, von 8.30 bis 12 Uhr und 13.30 bis 18 Uhr und am Samstag, 12. März, von 9 bis 15 Uhr wird bei Schuhmode/Schuhmacherei Rogenmoser das Jubiläum mit Rabatt und einem Geschenk gefeiert.