Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBERÄGERI: Sie hat sich ihre eigene Schule gebaut

Unter der Leitung von Alice Stäuble Kern wurde aus der kleinen Sonderschule Erika das Sonderpädagogische Zentrum Schulplus. Nach 22 Jahren in der Tagesschule geht sie in Pension – zumindest fast.
Carmen Rogenmoser
Alice Stäuble Kern geht in Pension und verlässt das Sonderpädagogische Zentrum Schulplus in Oberägeri. (Bild: Jakob Ineichen (5. Juli 2017))

Alice Stäuble Kern geht in Pension und verlässt das Sonderpädagogische Zentrum Schulplus in Oberägeri. (Bild: Jakob Ineichen (5. Juli 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

«Die kleine Treppe, direkt bei der Türe zum Garten.» Ohne Zögern beantwortet Alice Stäuble Kern die Frage, wo sich denn ihr Lieblingsplatz befinde. Kein Wunder, 22 Jahre lang führte Stäuble das Sonderpädagogische Zentrum Schulplus (ehemals Tagesschule Erika) und bewegte sich tagtäglich im beschaulichen Haus an der Mitteldorfstrasse in Oberägeri, sie kennt es in- und auswendig. Die wenigen Holztreppen führen in den friedlichen Aussenbereich der Schule. Grosse Bäume wiegen sich im Wind, und gepflegte Blumentöpfe unterstreichen die friedliche Atmosphäre. Es ist ruhig. Doch der Schein trügt. Normalerweise toben hier die 16 Primarschülerinnen und Primarschüler. Sie alle haben spezielle Bedürfnisse und brauchen eine spezielle Unterstützung. 1995 hat Alice Stäuble die Aufgabe übernommen, die Schule weiterzuführen. «Es ist doch der Traum einer jeden Lehrperson, die eigene Schule so gestalten zu können, wie man will», erinnert sie sich und lacht dabei herzlich.

Die ganzen Jahre seien eine Reise gewesen. «Das Ziel hatte ich immer klar vor Augen: die ideale Schule.» Sie selbst sieht sich dabei in der Rolle einer Reiseführerin. «Ich bin mitgegangen, manchmal mussten wir Umwege nehmen, doch das Ziel war immer klar.» Jetzt geht diese Reise zu Ende. Mit dem Ende des Schuljahres geht die Rektorin in Pension. «Darauf freue ich mich sehr. Es ist für alle gut so.» Die Schule sei an einem guten Platz, sie funktioniere, und trotzdem sei es jetzt Zeit für einen Wechsel.» Anfang Schuljahr hat sie ihr Team über die Veränderung informiert. Alle hatten genug Zeit, sich damit zu befassen.

Herz und Seele der Schule

Das war nötig, denn Alice Stäuble ist nicht nur die Rektorin der Schule, sondern auch deren Herz und Seele. Sie hat beispielsweise das Haus immer wieder umgebaut und angepasst. Und obwohl sie seit einigen Jahren selber keine Kapazität mehr hat, die Schüler zu unterrichten, ist ihr ein enger Kontakt zu ihnen ein grosses Anliegen. «Am liebsten philosophiere ich mit den Kindern», sagt sie und erklärt, was sie damit meint: «Wir setzen uns hin und reden einfach miteinander, ich stelle auch Fragen.» Was die Kinder sich überlegt haben und wie sie bestimmte Situationen sehen, sei einfach immer wieder erstaunlich. «Ich habe in all der Zeit wirklich viel von den Kindern gelernt.» Von Anfang an sei sie davon überzeugt gewesen, dass die Kinder zeigen, was sie brauchen. Man müsse als Lehrperson gut zuhören und beobachten, dann merke man das. «Als ich die Schule übernommen habe, habe ich angenommen, dass das so ist. Jetzt weiss ich es», sagt Stäuble. «Wenn ich zurückschaue, bin ich nicht nur stolz auf die Entwicklung der Schule, sondern auch einfach sehr dankbar, dass ich eine solche Gelegenheit hatte.»

Eine neue Herausforderung im Süden

Mit Alice Stäuble hat sich die ­kleine Sonderschule zu einem Sonderschulzentrum gemausert. Dazu gehören neben der Bildung auch die Betreuung und die Beratung. So betreibt die Schule in Zug die Fachstelle Schulplus. Dort wird Stäuble bis im Februar beschäftigt sein. Von 100 auf 0 wäre dann doch etwas viel. «Ich habe das Konzept der Fachstelle strategisch entwickelt und freue mich darauf, nun operativ tätig zu sein.» Auch ein weiteres Projekt wartet auf sie und ihre Familie: «Wir haben im Tessin eine kleine Liegenschaft. Die werde ich renovieren.» Genauso, wie sie es mit dem schönen Schulgebäude gemacht hat. Bestimmt wird es dort eine gemütliche Treppe hinaus in den Garten geben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.