Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBERÄGERI: Sie tragen den Legorengrind zu Grabe

Seit zehn Jahren beschliesst die Fasnachts­vergrabä-Musig die schönsten Tage des Jahres. Die urchigen Klänge gibts nun auch auf CD.
Die Fasnachtsvergrabä-Musig: Gaschi Henggeler, Hans Blattmann, Rico Nussbaumer, Beni Henggeler (hinten, von links); Hasi Blattmann, Josef Iten und René Nussbaumer (vorne, von links). (Bild: pd)

Die Fasnachtsvergrabä-Musig: Gaschi Henggeler, Hans Blattmann, Rico Nussbaumer, Beni Henggeler (hinten, von links); Hasi Blattmann, Josef Iten und René Nussbaumer (vorne, von links). (Bild: pd)

Silvan Meier

«Ein dreifaches Lebehoch auf die Behörden, Geistliche, Lehrerschaft, Ärzte, Hebammen und alle alten Meitli.» Mit diesen Wünschen beendet der Legorenvater am Güdeldienstag jeweils die Oberägerer Fasnacht. Es ist ein feierlicher, irgendwie trauriger, aber auch fröhlicher Akt. Für die Fröhlichkeit sorgen jeweils Ländlermusiker. Denn nach jedem Dank, nach jedem Spruch so will es die 180-jährige Tradition – erklingen ein paar Takte aus einem urchigen Ländler, einem Schottisch oder einer Polka. Dazu schütteln die Tiroler ihre Schellen. Früher musste der Legorenrat nie nach Musikern suchen. In jedem Restaurant rund um den Dorfplatz spielte am letzten Abend der Oberägerer Legorenfasnacht eine Ländlerkapelle auf. «Es gab manchmal fast Streit, wer denn nun spielen darf», erinnert sich Josef Iten, langjähriger Legoren- und Gemeinderat und heute Mitglied der Fasnachtsvergrabä-Musig. Doch die Tanzmusiker, die die Oberägerer Traditionen verinnerlicht haben und genau wissen, wann beim Fasnachtsvergraben welches Tänzli gespielt werden muss, sind rar geworden.

Einfach, urchig und lüpfig

Vor zehn Jahren war die Not so gross, dass der damalige Legorenvater Armin Schönmann nach einer anderen Lösung suchen musste. Er ging auf Beni Henggeler zu, ebenfalls ein früherer Legorenrat und passionierter Saxofonist. Ob nicht er zusammen mit einem Handörgeler den musikalischen Part am Fasnachtsvergraben übernehmen könne, fragte Schönmann. Henggeler sagte zu unter der Bedingung, dass er eine grössere Kapelle zusammenstellen könne. So entstand die Fasnachts- vergrabä-Musig. Seit der ersten Stunde mit dabei sind neben Henggeler und Josef Iten Kontrabassist Hans Blattmann sowie die beiden Akkordeonisten Hasi Blattmann und René Nussbaumer. «Später sind Gaschi Henggeler an der Posaune und Rico Nussbaumer am Klavier hinzugekommen», erzählt Iten. Die Gruppe habe sich sofort gefunden. «Uns allen hats gefallen», sagt Iten und lacht verschmitzt. Zufrieden gelächelt hat damals sicher auch Legorenvater Armin Schönmann. Denn die Not, eine Tanzmusik zu finden, ist seither passé. Die Fasnachtsvergrabä-Musig wird dieses Jahr zum zehnten Mal die feierliche Zeremonie musikalisch untermalen und den Legoren­grind zu Grabe tragen.

Zu hören sind die sieben gestandenen Männer, die beruflich alle in irgendeiner Form mit Holz zu tun hatten oder immer noch haben, aber längst nicht mehr nur am Güdeldienstagabend. Die Fasnachtsvergrabä-Musig hat sich mit ihren einfachen, lüpfigen und traditionellen Ländlern, Schottisch und Polkas eine Fangemeinde erspielt.

Mittlerweile gehört es zur Tradition, dass die Kapelle Anfang Januar auch an der Grindufhänkete auftritt, wenn mit dem Aufzug des Legorengrinds die Fasnacht eröffnet wird. An der Chilbi spielt die Musig im Legorenzelt ebenfalls zur Unterhaltung auf. «Und auch an Hochzeiten oder anderen Festen spielen wir ab und zu», sagt Josef Iten. «Es muss einfach zu uns passen.»

Die CD wird verschenkt

Wem auch das nicht reicht, der kann die Fasnachtsvergrabä-Musig bald das ganze Jahr anhören. Denn zum zehnjährigen Bestehen haben die sieben Musikanten eine CD aufgenommen. 15 Kompositionen haben sie eingespielt: vom obligaten «Hoch Hoch extra Hoch» oder dem «Schüttler Schottisch» auch neue, extra für die CD von Hasi Blattmann komponierte Stücke wie «Üsä Legor» oder «Diä Hölzigä». Vorgestellt wird der Tonträger am Schmutzigen Donnerstag. An der Neuauflage des Schüttlerballs (ab 20 Uhr in der Maienmatt) werden die Fasnachtsvergrabä-Musiker rund eine Stunde lang aufspielen. Zu kaufen gibt es die CD übrigens nicht. «Wir verschenken die CD und hoffen auf Spenden», sagt Josef Iten. Ein Abschiedsgeschenk ist der Silberling übrigens nicht. Auch wenn Kontrabassist Hans Blattmann mit seinen 83 Jahren nicht mehr der Jüngste ist, denken «Diä Holzigä» nicht ans Aufhören. «Wir wollen weitermachen», sagt Josef Iten. «Denn wir sind ein gutes Team und hoch motiviert.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.