OBERÄGERI: Wer laut «güüsst» wird belohnt

Der Umzug der Legorengesellschaft hielt Kreatives, Satirisches und Lokalpolitisches für die Zuschauer bereit. Die Mischung kam gut an.
Samantha Taylor
Für lautstarke Schreie gab es von der Legorengesellschaft Orangen und Süssigkeiten (oben und unten). Die Spielgruppe Oberägeri war selbst als süsse Törtchen unterwegs. (Bilder: Maria Schmid (Oberägeri, 13. Februar 2018))

Für lautstarke Schreie gab es von der Legorengesellschaft Orangen und Süssigkeiten (oben und unten). Die Spielgruppe Oberägeri war selbst als süsse Törtchen unterwegs. (Bilder: Maria Schmid (Oberägeri, 13. Februar 2018))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Ein richtig volles Dorf – das traf man gestern Nachmittag in Oberägeri an. Der Grund dafür war einfach: Die Legorengesellschaft hatte zum Umzug geladen. Um 13.15 Uhr – der Zeitpunkt ist wohl nicht ganz zufällig gewählt, sondern erinnert an die Schlacht bei Morgarten – ging es beim Restaurant Hirschen los. Angeführt wurde der 20 Nummern starke Zug von einem kleinen Wagen, der das Motto «Dänk-mal!» verkündete, gefolgt von der Harmoniemusik Oberägeri, deren Mitglieder für einmal nicht in ihrer Uniform, sondern als Tiger, Clowns oder Giraffen spielten.

Es folgten die quasi offiziellen Fasnachtsorgane: der Hohe Legorenrat, die Legorengruppe und ein prachtvoller, royal wirkender Wagen mit Legorenvater Michi I. Aus all diesen Wagen war immer wieder die Aufforderung an das Publikum zu hören: «Güüssä!» Dieses folgte brav und wurde mit Orangen und Süssigkeiten belohnt.

Vom Raten bis Thorberg

Der Umzug bot neben den offiziellen Vertretern und musikalischer Unterhaltung durch die beiden einheimischen Guggenmusigen Papageno, F’Ägerer sowie die Profis-Ohrisch aus Baar auch kreative Motive. So sorgte die Spielgruppe Oberägeri mit ihrem Sujet von Konditoren und kleinen Törtchen für einen Jöö-Effekt, und die Klasse 5b genoss schon mal – bepackt mit Badetüchern, Schwimmringen und Taucherbrillen – den ersten Badespass im Ägeribad. Daneben fehlte es aber auch nicht an politisch-satirischen Motiven. Thema waren unter anderem die kostenpflichtigen Parkplätze auf dem Raten, das Grossprojekt der Wasserwerke Zug und das Steckenbleiben des Bohrkopfes, das mit «Circu(s)lago» betitelt wurde, oder der Streik der Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt Thorberg. Alle Themen wurden dabei aufwendig umgesetzt. «Die Oberägerer haben immer einen echt tollen Umzug mit super Wagen. Das sage sogar ich als Unterägerer und ehemaliger Ehrenbadjöggel», befand Besucher Guido Twerenbold lachend.

Den Abschluss fand die Oberägerer Fasnacht dann mit dem Bühnenspiel, dem Usrüerä und der symbolischen Fasnachtsvergabe auf dem Dorfplatz.

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