OBERÄGERI: Wird das «Bahnhöfli» veräussert?

Am kommenden Montag behandelt die Gemeindeversammlung die Rechnung 2016. Diese wird wohl weniger zu reden geben als der geplante Verkauf einer alten Liegenschaft.

Charly Keiser
Merken
Drucken
Teilen
Der Gemeinderat will das «Alte Bahnhöfli» verkaufen und beantragt eine Verhandlungsermächtigung. (Bild: Stefan Kaiser (5. September 2016))

Der Gemeinderat will das «Alte Bahnhöfli» verkaufen und beantragt eine Verhandlungsermächtigung. (Bild: Stefan Kaiser (5. September 2016))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

707 678 Franken Mehrertrag statt ein Minus von 1,957 Millionen Franken: So schliesst die Oberägerer Gemeinderechnung für das Jahr 2016 ab. Kein Wunder, nehmen SVP und FDP «das erfreuliche Ergebnis zur Kenntnis» und sagen CVP und Forum «ja» zur Rechnung, ohne darüber überhaupt zu diskutieren. Dies ist aus den entsprechenden Mitteilungen der jeweiligen Parteiversammlungen zu erfahren.

Viel zu reden gab bei den Parteiversammlungen hingegen der geplante Verkauf des «Alten Bahnhöfli». Deshalb kann erwartet werden, dass dieses Traktandum an der Gemeindeversammlung vom kommenden Montag (siehe Box) für viel Gesprächsstoff sorgen wird.

Verkauf mit Auflagen

Die Ausgangslage sieht folgendermassen aus: Der Gemeinderat schlägt vor, das gemeindeeigene Grundstück «Altes Bahnhöfli» zu verkaufen. Potenzielle Käufer müssen bestimmte Kriterien einhalten, die der Souverän bestimmt. Der Gemeinderat soll ermächtigt werden, das Grundstück zum Verkauf auszuschreiben und Verkaufsverhandlungen zu führen.

Über den definitiven Verkauf entscheiden dann wiederum die Stimmberechtigten, ist aus der Botschaft zur Gemeindeversammlung zu erfahren. Es besteht ein öffentliches Interesse an der Ansiedlung von Firmen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der Gemeinde. Und falls eine Unterschutzstellung des «Altes Bahnhöfli» rechtskräftig wird, muss das Gebäude nach denkmalpflegerischen Grundsätzen saniert werden.

SVP ist gegen eine Veräusserung

Die grosse Mehrheit der CVP-Mitglieder sprach sich für die Ermächtigung für den Gemeinderat aus. «Die Parzelle soll beispielsweise an ein Unternehmen gehen, das seinen Firmensitz samt Arbeitsplätzen nach Oberägeri verlegt, oder sie kann an ein produzierendes Gewerbe veräussert werden, wobei in den oberen Stockwerken durchaus auch Wohnungen errichtet werden können.»

Mit einer Stimme Differenz entschied sich die SVP Oberägeri gegen die Ermächtigung für den Gemeinderat zum Verkauf der Liegenschaft. «Vielleicht hat die nächste Generation auch ganz andere Ideen oder Verwendung für die Liegenschaft und ist froh, dass dieses Land mit direktem Seeanstoss noch der Gemeinde gehört.»

Mit der Umnutzung der Parzelle gebe der Gemeinderat Gegensteuer zur Tendenz der abwandernden Gewerbebetriebe, heisst es aus der Versammlung der FDP Oberägeri. «Wichtig erscheint uns, dass das Nutzungskonzept mit oder ohne Denkmalschutzauflagen funktioniert.»

Grundsätzlich habe die Partei Sympathien, wenn die Gemeinde eigenes Land nicht veräussere, findet das Forum Oberägeri. «Trotzdem befürworten wir unter den gegebenen Umständen einen Landverkauf. Wir sind jedoch der Meinung, dass der Erlös zwingend für einen Landerwerb im Zentrum verwendet werden muss.»