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OBERÄGERI: Wirtepaar muss den «Bären» verlassen

Der Pachtzins für das Restaurant im Dorf-zentrum hat zu einem Streit geführt. Jetzt ziehen beide Seiten die Konsequenzen.
Rahel Hug
Noch bedient Marisa Knüsel ihre Gäste Edy und Andrea Iten. Die Zukunft des «Bären» ist unklar. (Bild Stefan Kaiser)

Noch bedient Marisa Knüsel ihre Gäste Edy und Andrea Iten. Die Zukunft des «Bären» ist unklar. (Bild Stefan Kaiser)

Es wurde gestern durch einen Leserbrief in unserer Zeitung bekannt: Margrith Giglio und Peter Steiger, Wirte im Restaurant Bären in Oberägeri, hören per Ende 2014 auf. Der Grund dafür sei, so heisst es im Leserbrief des in Oberägeri wohnhaften Michael Senn, in erster Linie eine Erhöhung des Pachtzinses: Die Besitzer hätten die Pacht aufgrund einer Ersatzbeschaffung des Kochherdes und wegen Sanierungsmassnahmen bei den Kühlsystemen um saftige 2000 Franken im Monat erhöht.

Michael Senn lässt seinem Unmut freien Lauf: «Das nenne ich nicht mehr Kommerz, sondern Abzocke», schreibt der langjährige «Bären»-Stammgast. «Ich habe vor rund einer Woche davon erfahren», ergänzte Senn gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Er sei sehr überrascht gewesen, zumal der Gasthof gut laufe. «Der Einsatz von Margrith Giglio war und ist einmalig. Sie leistet mit viel Herzblut einen wichtigen Beitrag fürs Dorfleben», so Senn. Zudem habe die Wirtin mit ihrem vielseitigen Angebot verschiedene Gäste angesprochen: «Ihr ist der Spagat zwischen Dorfbeiz und Speiselokal gelungen.» Dass diese Zeit Ende Jahr vorbei sein soll, könne er nicht verstehen.

«Unwahr und ehrverletzend»

Margrith Giglio, die seit 2001 im Restaurant an der Hauptstrasse wirtet und im ganzen Tal für ihre besonderen saisonalen Dekorationen bekannt ist, bestätigt, dass ihr Pachtvertrag fürs nächste Jahr nicht mehr verlängert wird. Sie bestätigt auch die Vorwürfe, die Leserbriefschreiber Senn gegen die Besitzer erhebt. Die Wirtin möchte aber keine weitere Auskunft zu den Hintergründen geben.

Die Liegenschaft mitten im Oberägerer Zentrum ist im Besitz der Bürgerschreiberin Heidy Merz Iten. Auch sie bestätigt, dass man kürzlich vereinbart hat, den bestehenden Mietvertrag nicht zu erneuern. Den Vorwurf der «Abzocke» weist die Eigentümerin aber entschieden zurück. «Die Aussagen im Leserbrief sind unwahr und ehrverletzend», sagt Heidy Merz und fügt an: «Wir haben nichts gegen die Leistungen des Wirtepaars einzuwenden. Aber wir sind nicht bereit, bei einer Verlängerung des Vertrags auf fünf Jahre gegen 100 000 Franken zu investieren, ohne den aktuell sehr moderaten Mietzins zu erhöhen.» Dieser könne in Gastrobetrieben bis zu 10 Prozent des Nettoumsatzes ausmachen und betrage beim «Bären» aktuell einiges weniger. Zudem müsse die Eigentümerschaft monatliche Beträge für das Benutzen der Parkplätze der Gemeinde bezahlen, damit die Wirtin die Gartenwirtschaft betreiben könne. Aus diesen Gründen habe man «in gegenseitigem Einvernehmen» beschlossen, den Vertrag per Ende Jahr zu beenden.

Es soll ein Restaurant bleiben

Wie die Zukunft des «Bären» aussieht, das ist laut Heidy Merz noch unklar. «Wir haben noch keine Entscheidung getroffen.» Gerüchte, dass im Haus Wohnungen entstehen sollen, weist Merz zurück. «Wir behalten uns zwar alle Optionen offen, sind aber sehr interessiert, dass der ‹Bären› weiterhin als Restaurant betrieben werden kann.» Sofern man einen solventen und initiativen Mieter finde, werde der «Bären» weiterbestehen. Der Mietvertrag des Coiffeurgeschäfts Haargenau, das ebenfalls im Haus beheimatet ist, stünde zudem nicht zur Diskussion.

Michael Senn und einige weitere «Bären»-Stammgäste wollen das Aus für das Wirtepaar Giglio und Steiger nicht einfach tatenlos hinnehmen. Senn hat aus diesem Grund die E-Mail-Adresse restaurantsterben@bluewin.ch ins Leben gerufen. «Ich erwarte viele Reaktionen aus dem Dorf», sagt er. Und damit nicht genug: Auch ein Komitee will sich gegen die mögliche Schliessung des «Bären» einsetzen. «Wir planen, uns zu einer Gruppe zusammenzutun und allenfalls Flugblätter zu drucken», sagt Carina Quadri Müller. Auch sie ist mindestens einmal pro Woche im «Bären» und kann sich ein Dorf ohne den Gasthof nur schlecht vorstellen: «Margrith Giglio gibt sich grosse Mühe, setzt sich für die Vereine ein, und das Essen von Peter Steiger ist sensationell gut.»

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