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OBERÄGERI: Zertifikat für saubere Luft in der Flasche

Erstmals wurde die Feuerwehr ausgezeichnet für die Luftqualität, die ihr Atemluftkompressor erzeugt. Die sorgfältige Wartung der Anlage ist aber laut dem Kommandanten aufwendiger, als die Gemeinde wahrhaben will.
Cornelia Bisch
Materialwart Lukas Iten (links) und Kommandant Alois Rogenmoser freuen sich über die Auszeichnung. (Bild: Stefan Kaiser (14. Dezember 2017))

Materialwart Lukas Iten (links) und Kommandant Alois Rogenmoser freuen sich über die Auszeichnung. (Bild: Stefan Kaiser (14. Dezember 2017))

Als einzige Feuerwehr im Kanton Zug und als eine von schweizweit lediglich drei wurde die Feuerwehr Oberägeri ausgezeichnet für die Qualität und Reinheit ihres Atemluftkompressors. Zu verdanken ist dies der Arbeit der beiden Materialwarte Patrick Blattmann und Lukas Iten.

Ein Atemluftkompressor wird verwendet, um die Umgebungsluft so stark zu verdichten, dass sie in einer Druckflasche vom Feuerwehrmann mitgetragen werden kann. «Das heisst, in einer Druckflasche mit 6,8 Liter Volumen und 300 Bar Druck erreichen wir einen Luftvorrat von zirka 40 Minuten, je nach körperlicher Anstrengung», führt Lukas Iten aus. Da die Anlage mit sehr hohem Druck arbeitet, kommt der Sicherheit des Bedienpersonals ein hoher Stellenwert zu. «Zum Vergleich: Ein Autoreifen wird mit zirka 2,5 Bar aufgepumpt. Platzt er, so erzeugt das einen ganz anständigen Knall. Unsere Druckflaschen aus Composite-Kunststoff werden jedoch mit 300 Bar befüllt.»

Erstmals Zertifikat erhalten

Der Betreiber dieser Anlage muss daher eine ganze Reihe von Sicherheitsmassnahmen einhalten und verschiedene Gefahrensitua­tionen beurteilen können. «Diese Fähigkeiten erlangen wir durch externe Kurse und einen kompetenten Servicefachbetrieb, der die Anlage jährlich wartet», so Iten. Bei der Feuerwehr Oberägeri liegt die Betreuung der Anlage allein in der Verantwortung des Materialdienstes. «Bei der diesjährigen Wartung durch den Fachmann wurde uns zum ersten Mal das ‹Bauer pure Air› -Zertifikat verliehen», sagt Iten stolz. Dabei werden Anlagenzustand, Luftqualität und sicherheitsrelevante Massnahmen beurteilt. Das Zertifikat muss jedes Jahr erneuert werden.

«Die Anforderungen und Auflagen gerade im Bereich des Materialdienstes sind in den letzten Jahren bezüglich Produktehaftung, Prüfung und Protokollierung enorm gestiegen», betont Kommandant Alois Rogenmoser. «Leider müssen wir uns gegenüber der Gemeinde in Bezug auf die Höhe der Ausgaben immer wieder rechtfertigen.»

Sicherheit ist teuer

Während andere Zuger Gemeinden Teilzeit- oder sogar Vollzeitangestellte im Materialdienst beschäftigen, ist die Feuerwehr Oberägeri noch immer eine reine Milizorganisation ohne Festangestellte. «Dass die Lohnkosten für Angestellte höher sind als die Ausgaben der Miliz, ist hinlänglich bekannt», hält Rogenmoser fest. Dennoch würden besonders die Einsatzstunden des Materialdienstes bei Budgetsitzungen immer wieder hinterfragt und gerügt werden. «Dies führte dazu, dass der Materialdienst heute weniger Stunden zur Verfügung hat als noch vor fünf Jahren.» Nur dem Enthusiasmus der beiden Kameraden sei es zu verdanken, dass die Arbeit dennoch immer erledigt und das Material geprüft sei. «Die Verleihung eines solchen Zertifikats ist nur deshalb möglich.»

Wenn Alois Rogenmoser gefragt wird, wo man denn bei der Feuerwehr noch sparen könnte, stellt er zwei Gegenfragen: «Wie viel Sicherheit wollen Sie? Und macht’s ein anderer günstiger?» Die Feuerwehr reagiere ja nur auf veränderte Vorschriften, neue Bauweisen und die damit verbundene Anwendung neuer Materialien sowie auf die Erwartungen der Gesellschaft, der Hersteller und der Versicherungen. «Solange sich alle hinter Paragrafen verstecken und die Verantwortung auf andere abschieben, in diesem Fall auf die Feuerwehr, sollen und müssen diese Organisationen auch korrekt und zeitgemäss ausgerüstet werden. Dass dies nicht billiger wird, sollte logisch sein.» Wenn also gespart werden solle, schliesst Rogenmoser, dann ­müsse sich die Erwartungshaltung der Gesellschaft ändern und die Bürokratie auf allen Ebenen abgebaut werden.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

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