OBERGERICHT: «Beweis für Phantom-Fussgänger fehlt»

Wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln verurteilte das Obergericht einen jungen Automobilisten. Dieser soll in Unterägeri einen Porsche überholt und dabei Fussgänger gefährdet haben.

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(Symbolbild Fabiann Fellmann/Neue LZ)

(Symbolbild Fabiann Fellmann/Neue LZ)

«Ich bin sicher, dass es keine Fussgänger hatte und der Porsche-Fahrer nicht hielt, als ich überholte», versicherte der 22-jährige Automobilist den Oberrichtern. «Es fehlt jeglicher Beweis für die Phantom-Fussgänger», führte sein Verteidiger aus. Tatsache ist, dass sie nicht kontaktiert werden konnten. Unklar sei nicht nur, wo das Überholmanöver stattfand, sondern auch die gefahrene Geschwindigkeit. «Jeder Psychopath kann etwas behaupten, ohne dies beweisen zu müssen», sagte der Anwalt. Der Einzelrichter, der den Beschuldigten wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln verurteilt hatte, habe einseitig und willkürlich geurteilt.

Für das Obergericht war der Sachverhalt, wie ihn der Porschefahrer darlegte, vorstellbar. Deshalb bestätigte das Obergericht den Schuldspruch der Vorinstanz. Der überholende Fahrer wurde mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu 100 Franken (total 2500 Franken) bedingt und einer Busse von 500 Franken bestraft.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.